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2006-06-11 22:13:51 - ks
CHC: Tradition verpflichtet

Mehr als 150 Fahrzeuge läuten am Donnerstagmorgen den Megaevent ein
Der Castrol-Haugg-Cup um die Willi Hieke Pokale (CHC) hat Tradition: Seit Ende der fünfziger Jahre wird Deutschlands älteste Tourenwagen-Rundstreckenserie ausgefahren und zum neunten Mal ist man im Rahmen des ADAC Zurich 24h-Rennens am Start. Rund 150 Fahrzeuge sind an diesem Wochenende im Kampf um die ‚Veste Nürburg’ auf ihrer Hausstrecke, der Nordschleife, unterwegs.

Die Beliebtheit für den CHC ist ungebrochen: 130 permanente Einschreibungen stellen 2006 einen neuen Rekord auf. Das Alter der Akteure reicht von 18 bis weit ins rüstige Rentenalter. Oft teilen sich zwei Fahrer ein Auto, darunter Ehepartner, Väter mit ihren Söhnen oder Töchtern.

Der CHC ist gemeinsam mit der Gleichmäßigkeitsprüfung (GLP), der Langstreckenmeisterschaft (VLN) und dem 24-Stunden-Wochenende einer der vier Eckpfeiler für den Motorsport auf der Nürburgring-Nordschleife. Keine Rennstrecke der Welt ist schwieriger und interessanter – für Teilnehmer und Rennsportfans gleichermaßen. „Auch heute, im 79. Jahr nach der Eröffnung, zieht dieses 20,8 Kilometer lange Asphaltband die Massen an“, weiß CHC-Chef Willi Hillebrand. „Wir sind stolz, seit nahezu 50 Jahren dazu beizutragen, dass sich diese Faszination von Generation zu Generation überträgt.“

CHC: Hier treffen sich alte Hasen und Neueinsteiger
Bunt gemischt präsentiert sich das CHCStarterfeld anno 2006: Ob alte Hasen, Neueinsteiger oder Rückkehrer. Ob viel oder wenig Pferdestärken unter der Haube. Ob Tourenwagen oder GT. Wenn am Donnerstag gegen 8.30 Uhr Rennleiter Karl-Heinz Breidbach die Meute auf die Reise schickt, dann stehen zwölf Runden oder 312,45 Kilometer der Extraklasse an.

„An einem erfolgreichen Produkt sollte man nicht viel ändern, daher wurden im Vergleich zum Vorjahr nur Kleinigkeiten modifiziert“, so Willi Hillebrand. „Wir sind vor allem dem vielfachen Fahrerwunsch entgegengekommen, anstelle von starren, klassenbezogenen Sollzeiten eigene Setzzeiten einzuführen.“ Ansonsten heißt es immer noch „Denken und Lenken“, denn der CHC ist die ideale Mischung aus der Addition von Sprintrunden sowie möglicher Strafpunkte aus der Nicht-Einhaltung von Setzzeiten.

Knappste Titelentscheidung aller Zeiten
Mit der Nummer 1 wird dieses Jahr eines der kleinsten Autos unterwegs sein: Der Opel Corsa Sport vom Pink Power Performance Center aus Schmitten im Taunus. Mit 0,02 Punkten Vorsprung hatten sich Ludger Henrich (Schmitten) und Jürgen Schulten (Hamminkeln) im knappsten Titelduell aller Zeiten durchgesetzt. „Kleines Auto, kleiner Vorsprung“, war die Devise der beiden Nordschleifenfüchse, die seit über zehn Jahren im CHC dabei sind und zu den schnellsten und beliebtesten Piloten gehören. Ihre sensationellen Duelle mit den diversen BMW 318iS werden auch 2006 ihre Fortsetzung in der Klasse V2 finden.

Vizemeister Bastian Hüttinger (Neuenstein) wünschte sich erneut die „88“ auf dem Ford Escort RS2000 von Hüttinger Motorsport. Einen ersten Titel in der Saison 2006 hat „Basti“ bereits sicher: den des Kfz-Meisters! Und beim CHC-Saisonauftakt übernahm der Schwabe prompt die Tabellenführung.

Den ersten Gesamtsieg der Saison holte sich Hans-Rolf Salzer (Alpenrod) mit dem Harosa-BMW. Seit dem Jahr 2000 feierte der 52-jährige pro Saison immer mindestens einen CHC-Gesamtsieg, und auch bei der „Veste Nürburg“ gehört der Westerwälder zum engsten Kreis der Favoriten.

Mit über 20 Teilnehmern erfreut sich die Michaela-Lochmann-Trophy (MLT) – gerne kurz CHC light genannt – ungebrochener Beliebtheit. Im Gegensatz zu den CHC-Teams gibt es eine geringere Gesamtdistanz und nur zwei Sprintrunden. „Die MLT war für mich ideal, die Nordschleife und auch das Limit meines VW Golf besser kennenzulernen“, betont Christof Degener aus Hattingen, MLT-Meister von 2003 und 2005. Wie er wechselte auch der frisch vermählte Teamchef André Bennighoven (Velbert) mit seinem VW Polo in den CHC, beide Fahrzeuge wurden über den Winter kräftig überarbeitet.
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