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2006-06-08 17:43:33 - ks
24h: Manthey-Racing in der Favoritenrolle

Heißer Sieganwärter: der Porsche GT3 MR
In einer Woche feiert der Motorsport in Deutschland sein vielleicht größtes Fest: Beim 24h -Rennen auf dem Nürburgring zelebriert ein Riesenaufgebot an Fans und Fahrern wieder Racing pur! Zigtausende hart gesottene Nordschleifenfans entlang der legendären Eifelstrecke werden für eine mehrtägige Rennsport-Party sorgen. Feiern möchte auch Manthey-Racing mit dem eingesetzten Porsche GT3-MR - das Team aus Meuspath gilt als einer der heißesten Anwärter auf den Gesamtsieg.

Sommeranfang und 24h -Rennen - das gehört einfach zusammen wie Grillwurst und Bier! Und deswegen freuen sich die Fans des legendären Renn-Klassikers auf dem Nürburgring besonders über die Rückkehr auf den etwas wettersichereren Termin Mitte Juni. Es sieht so aus, als sollten die Fans dieses Mal für ihre Treue belohnt werden - nicht nur durch ein tolles Rennen, sondern endlich auch mal wieder durch freundliches Sommerwetter.

Freuen dürfen sie sich auf ein Starterfeld, das an Klasse und Masse kaum einen Wunsch offen lässt! Der Kampf um den Gesamtsieg ist dafür aber offener denn je. Mehr als 200 Touren- und Sportwagen gehen auf die Jagd - aufgemotzte „Brot und Butter“-Autos ebenso, wie spektakuläre Exoten. Als Top-Favorit gilt der Michelin-bereifte Porsche GT3-MR von Manthey-Racing. Der mit Wide-Body-Kit und mit einem ca. 500 PS starken Werks-Sechszylinder ausgerüstete 911er konnte in drei Läufen zur BFGoodrich Langstreckenmeisterschaft 2006 gegen starke Gegner bereits zwei erste und einen zweiten Rang einfahren. Die Fahrerbesetzung beim 24h-Rennen besteht aus den drei Porsche-Werksfahrern Lucas Luhr, Timo Bernhard und Mike Rockenfeller sowie Nordschleifen-Experte Marcel Tiemann ist fahrerisch über jeden Zweifel erhaben. Und der breitbackige „Edel-EIfer“ des direkt am Nürburgring beheimateten Manthey-Teams schnupperte schon im Vorjahr Podestluft.

2005 duellierte sich die GT3-Besatzung mit den beiden Werks-BMW M3 GTR. Damals warf ein Getriebedefekt Mantheys Mannen zurück, und die bärenstarken ehemaligen ALMS-Autos, holten einen Doppelsieg. In dieser Saison läuft der Manthey-Porsche bislang wie ein Uhrwerk. Zusammen mit der erwiesenen Grundschnelligkeit des Pakets und den Michelin Pneus hat die Mannschaft aus Meuspath sämtliche Zutaten für den ersten Sieg des schnauzbärtigen Teamchefs beim 24-Stunden-Rennen beisammen. „Ich habe nichts gegen die Favoritenrolle, aber man sollte die Zakspeed-Viper auf keinen Fall unterschätzen“, warnt der erfahrene Olaf Manthey. „Zudem sind einige Porsche-Teams aus der Langstreckenmeisterschaft sehr stark aufgestellt. Wir haben alles getan, um perfekt vorbereitet zu sein, aber das 24h- Rennen ist so unberechenbar, wie eine Lottoziehung“.

Derzeit spricht zwar vieles für ein trockenes Rennen, doch solche Vorhersagen können sich am Nürburgring schnell als Makulatur erweisen - da auch im Sommer die Temperaturen in der Nacht stark absinken, stehen am Ring natürlich von vornherein verschiedene Laufflächenmischungen bereit, und auch ein Kontingent Intermediates und Regenreifen darf in der Eifel niemals fehlen.

Doch nicht nur in punkto Wetterbedingungen stellt die Nordschleife die Qualität der Rennreifen auf die Probe: Der vergleichsweise unebene Asphaltbelag, die charakteristischen Höhenunterschiede und überhöhte Kurven wie zum Beispiel die Streckenabschnitte „Fuchsröhre“ oder „Karussell“ malträtieren und stauchen den Unterbau - die so genannte Karkasse - fast ohne Unterlass. Die strapazierten Laufflächen können sich zumindest auf der langen Gerade „Döttinger Höhe“ oder bei der Anfahrt zum „Kesselchen“ etwas abkühlen und regenerieren, ansonsten müssen sie sich mit zahllosen Belagwechseln auseinandersetzen. Auf den zahlreichen Bodenwellen drehen die Antriebsräder immer wieder durch, wodurch der Verschleiß nochmals steigt und ein vergleichsweise weiches Set-up verlangt. Kaum verwunderlich, dass die Traditions-Rennstrecke von den Aktiven ein entsprechendes Geschick bei der Fahrwerksabstimmung abfordert.
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