Hennerici düppierte im Langstrecken 1er die Konkurrenz
Marc Hennerici gewann in der Motorsport Arena Oschersleben beide Rennen der ADAC Procar. Der letzjährige Gesamtsieger der Privatfahrer-Wertung der Tourenwagen-WM sorgte damit für einen Heimsieg der Mannschaft von Torsten Schubert – in einem Auto, das nicht in der Serie eingeschrieben ist. Schubert setzte zwei BMW 120 d ein, die nach den Regeln der BF Goodrich-Langstreckenmeisterschaft aufgebaut sind und sich in einigen Details von den Procar-Autos unterscheiden. „Wir betrachteten das Rennen als Test fürs 24-Stunden-Rennen in zwei Wochen“, begründete der Oschersleber Teamchef den Start von Hennerici und seiner Teamkollegin Claudia Hürtgen.
Die beiden Diesel-BMW starteten schlecht, weil sie mit der Nordschleifen-Übersetzung bestückt waren. Hürtgen würgte ihren BMW sogar ab. Dadurch übernahm Philip Geipel die Führung vor seinem Teamkollegen Mathias Schläppi. In dessen Toyota Corolla T-Sport begann die Kupplung zu rutschen. Der Eidgenosse duellierte sich rundenlang mit Hennerici. Dadurch fand Vincent Radermecker im Chevrolet Lacetti Anschluss. Als die Kraftschluss-Probleme in Schläppis Toyota schlimmer wurden und die Spur nach einer Berührung mit Hennerici verstellt war, fiel Schläppi sukzessive bis auf die fünfte Stelle zurück. Radermecker zog dagegen an Hennerici vorbei und setzte sich an der Spitze souverän ab – bis ihm zwei Runden vor Schluss der Motor einging und der Tabellen-führer an der Box aufgeben musste. Der Motorschaden zwang den Belgier auch dazu, das zweite Rennen auszulassen. Geipel erbte so die Führung in Lauf 1, wurde aber beim Überrunden der Division 3-Fahrzeuge aufgehalten. Hennerici schloss zu dem Plauener auf und überholte ihn kurz vor Schluss. Damit sicherte der Mayener sich den Sieg des ersten Rennens. Die vollen Punkte gingen aber an Geipel. „Wir haben einiges an der Abstimmung umgebaut und sind jetzt mit dem Auto da, wo es leistungsmäßig hingehört“, strahlte Geipel. „Die BMW sind in den Kurven schneller als wir, weil sie mit mehr Anbauteilen für die Aerodynamik und mit einer breiteren Spur fahren.“
Im zweiten Rennen landete Hennerici einen nie gefährdeten Start/Ziel-Sieg vor Geipel, Schläppi und Rainer Bastuck. Der hatte in der ersten Ecke einen haarigen Moment zu überstehen, weil BMW-Pilot Rustem Teregulow ihm auf der Geraden in die Seite fuhr. Der Russe wurde in einer Kettenreaktion in die Spur von Hürtgen gedrängt und rammte den Vorderwagen der Aachenerin so unglücklich, dass die Dritte von Lauf 1 ausfiel.
Schläppi übernahm mit seinem dritten Platz die Tabellenführung von Radermecker.
In der Division 2 gab es zwei Sieger. Michael Bohrer führte einen D-Zug von vier Autos an, die lange innerhalb von nur einer Sekunde fuhren. Als die zu dem Zeitpunkt um die Führung kämpfenden Radermecker und Geipel zum Überrunden vorbei kamen, wurde die Gruppe gesprengt. Thomas Mühlenz berührte Bohrer, der sich daraufhin drehte und auf den vierten Rang zurückfiel. Guido Thierfelder siegte vor Thomas Mühlenz, Kai Jordan und Michael Bohrer. Im zweiten Rennen konnte Mühlenz einen sicheren Start/Ziel-Sieg einheimsen. „In der ersten Kurve gab es nach dem Unfall von Claudia Hürtgen gleich einen Stau; davon habe ich am meisten profitiert und konnte das Rennen danach von der Spitze aus kontrollieren.“
In der Division 3 gewann Daniel Keilwitz den ersten Lauf vor den beiden VW-Piloten Stefan Michels und Martin Zondler. Im zweiten Durchgang schied Keilwitz aus; Zondler gewann vor Michels und Matthias Kaul.