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2006-05-30 21:23:02 - ju
WRC: Acropolis bedeutet bereits Saisonhalbzeit

Möchte in Griechenland Staub aufwirbeln: Petter Solberg
Es ist noch keine 20 Jahre her, da bestand eine Rallye-WM-Saison aus vielleicht zehn Läufen, wobei kaum ein Werk alle Events bestritt. Am kommenden Wochenende steht bereits der achte Lauf in 2006 auf dem Programm und wir haben gerade einmal das erste Juni-Wochenende! Kein Wunder, daß die Teams über viel zu hohe Kosten klagen. Dank der bevorstehenden Fussball-WM gibt es nach Griechenlands Schotter aber eine Pause bis zur OMV-Rallye Deutschland am 11. August für die restlichen acht Läufe.

Die Mischung aus harten und engen Bergstraßen, großer Hitze und reichlich Staub machen die Acropolis zu einer der härtesten Veranstaltungen im WM-Kalender. Die World Rally Cars werden aufgrund der Anforderungen besonders vorbereitet, vor allem im Bereich der Ölwanne und des gesamten Unterbodens. Den Namen „Acropolis“ hat sich der achte Saisonlauf heuer erneut verdient, denn in diesem Jahr zieht das Rallye-Hauptquartier von Lamia wieder zurück in die griechische Hauptstadt Athen und damit quasi in den Schatten des weltberühmten Bauwerks.

Die Vorzeichen beim Kampf um den Gesamtsieg sind eigentlich klar: Sebastien Loeb (Citroen Xsara) führt die Tabelle mit komfortablen 31 Punkten Vorsprung an und nur noch eine außergewöhnliche Pechsträhne kann dem Franzosen den dritten WM-Titel in Folge kosten. Marcus Grönholm im Ford Focus und Subarus Petter Solberg haben nur ein Ziel: Loebs Serie von zuletzt fünf Erfolgen zu beenden. Doch beide Piloten hatten zuletzt unter massiven technischen Problemen zu leiden, der Norweger zudem unter nicht konkurrenzfähigen Pirelli-Reifen.

Die Mannschaft von Subaru siegte in den vergangenen zehn Jahren vier Mal in Griechenland. Petter Solberg gewann 2004 zum letzten Mal. Nach einer bisher enttäuschenden Saison wartet das Team allerdings noch auf den ersten Sieg. Zwei zweite Plätze und ein siebter Rang waren die besten Resultate von Solberg, der nur Fünfter der Fahrerwertung ist und 48 Punkte Rückstand auf Spitzenreiter Loeb hat. "Natürlich war ich enttäuscht, dass ich auf Sardinien nur Neunter wurde. Aber ich gebe nie auf und deshalb gehe ich nach Griechenland mit dem Ziel, das ich immer habe: ein Sieg", so Solberg.

Der 31-Jährige freut sich auf die Veranstaltung, die in diesem Jahr rund um Athen ausgetragen wird. "Ich mag diese Rallye, dort stand ich zum ersten Mal auf dem Podium und es ist mein 100. Start. Ich hoffe, es wird eine unvergessliche Rallye", sagt der Weltmeister von 2003. Ziel seines Teamkollegen Chris Atkinson ist, eine fehlerfreie Rallye zu fahren und sich unter den ersten Sechs zu platzieren. Für den Australier ist es der zweite Start bei der Rallye Akropolis.

Zum erweiterten Favoritenkreis zählen Daniel Sordo im dritten Kronos-Citroen, Mikko Hirvonen am Steuer des zweiten Werks-Ford Focus sowie Rückkehrer Toni Gardemeister, dessen Astra-Team nach dem „Verlust“ des Peugeot 307 nun einen Citroen Xsara einsetzt. Für eine Überraschung sind sicherlich auch die beiden OMV-Piloten Manfred Stohl und Henning Solberg gut.

Eigentlich ist die Acropolis-Rallye fast eine Heimspiel für Manfred Stohl. Bereits acht Mal ging der 33-jährige in Griechenland an den Start. Doch 2006 ist alles neu. „Natürlich sind die Straßenverhältnisse und der Charakter der Sonderprüfungen sehr ähnlich zu den vergangenen Jahren. Doch ich kenne keine einzige Strecke", so der OMV-Pilot, der bereits achtmal bei der Akropolis startete. "Damit kommt dem Training enorm viel Bedeutung zu. Du musst höchst konzentriert arbeiten und kannst dich nicht auf schon bestehende Notizen aus den Vorjahren verlassen."

Für Henning Solberg und Cato Menkerud ist die Acropolis Rallye fast Neuland. Das norwegische OMV Team feierte erst im Vorjahr die Griechenland-Premiere. Dennoch gibt sich Petters älterer Bruder sehr zuversichtlich: „Wir haben schon in Argentinien gezeigt, dass uns neue Rallyes keine Probleme bereiten und wir sehr schnell sein können. Ebenso liegt uns der Schotter. Jetzt gilt es nur nach dem Pech in Argentinien und Sardinien auch einmal ein gutes Resultat ins Ziel zu bringen.“

Auszug aus Teilnehmerliste Acropolis Rally of Greece:
1 Kronos WRT: Sebastien Loeb/Daniel Elena (Citroën Xsara)
2 Kronos WRT: Xavier Pons/Carlos Del Barrio (Citroën Xsara)
3 Ford WRT: Marcus Grönholm/Timo Rautiainen (Ford Focus 06)
4 Ford WRT: Mikko Hirvonen/Jarmo Lehtinen (Ford Focus 06)
5 Subaru WRT: Petter Solberg/Philip Mills (Subaru Impreza 06)
6 Subaru WRT: Chris Atkinson/Glenn MacNeall (Subaru Impreza 06)
7 OMV Peugeot Norway: Manfred Stohl/Ilka Minor (Peugeot 307)
8 OMV Peugeot Norway: Henning Solberg/Cato Menkerud (Peugeot 307)
9 Stobart M-Sport: Matthew Wilson/Michael Orr (Ford Focus 04)
10 Stobart M-Sport: Kosti Katajamäki/Timo Alanne (Ford Focus 04)
11 Red Bull Skoda: Harri Rovanperä/Risto Pietilainen (Skoda Fabia)
12 Red Bull Skoda: Andreas Aigner/Timo Gottschalk (Skoda Fabia)
14 Kronos WRT: Daniel Sordo/Marc Marti (Citroën Xsara)
15 Alex Bengue/Caroline Escudero (Peugeot 307)
16 Astra Racing: Toni Gardemeister/Jakke Honkanen (Citroen Xsara)
17 Czech RT Skoda: Jan Kopecky/Filip Schovanek (Skoda Fabia)
18 First Motorsport: Francois Duval/Patrick Pivato (Skoda Fabia)
20 Jussi Valimäki/Jarkko Kalliolepo (Mitsubishi Lancer)

Stand in der Fahrer-WM:
1. Loeb (Citroën) 66; 2. Grönholm (Ford) 35; 3. Sordo (Citroën) 30; 4. Stohl (Peugeot) 20; 5. P.Solberg (Subaru) 18; 6. Hirvonen (Ford) 15; 7. Galli (Mitsubishi/Peugeot) 11; 8. Pons (Citroen) 10; 9. Bengue (Peugeot) 9; 10. Atkinson (Subaru) 8; 11. H.Solberg (Peugeot) 7; 12. Gardemeister (Peugeot), Carlsson (Mitsubishi) und Sarrazin (Subaru) je 6; 15. Radström (Subaru), Kopecky (Skoda), Valimäki (Mitsubishi) und Duval (Skoda) je 4; 19. Sohlberg (Subaru), Katajamäki (Ford) und MacHale (Ford) je 3; 20. Wilson (Ford) 1.

Stand in der Marken-WM:
1. Kronos-Citroën 69; 2. BP Ford 57; 3. 555 Subaru 51, 4. OMV Peugeot Norway 35; 5. Stobart Ford 15; 6. Red Bull Skoda 11.




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