Interserie: Milavec und Schramm dominieren in Böhmen
Doppelsieg beim Saisonauftakt für Peter Milavec
Zum Auftakt der diesjährigen Interserie-Saison auf der nordböhmischen Rennstrecke in Most präsentierte sich die Interserie erstmals als reine Formelliga. Interserie-Champion Peter Milavec wurde in beiden Rennen (je 15 Runden) seiner Favoritenrolle gerecht. Der Bleiburger hat über die Wintermonate einen neuen Lola-Cosworth (F 3000) mit über 600 PS Formel 1 Power aufgebaut und ließ sich in Most mit neuem Streckenrekord feiern. Dieser liegt nun bei 1:27,232 min (=174,115 km/h). Bereits im ersten Qualifying war die alte Bestmarke durch eine phantastische Runde des Österreichers gefallen. Milavec: „Ich wusste das die ersten vier Runden die Strecke für mich frei sein würde, bevor man auf die langsameren Autos aufläuft. In Runde vier kam die Rekordrunde zu Stande, worüber ich mich sehr freue.“
Die Konkurrenz in der Formel 3000-Kategorie der Division 3 hatte nichts zu bestellen. Arnold Wagner (Lola-Cosworth) platzierte sich hinter Milavec, gefolgt vom Leipziger Henry Büttner mit seinem Reynard-Cosworth) , der sich Anfangs auf Grund zu kalter Reifen gegen die Formel Renault-Konkurrenz von Marek Schramm und Marcel Baierle erwähren musste. Wagner: „Der Peter war nicht zu schlagen. So fuhr ich mein Rennen allein, da es zu keinem Duell kam.“
In der Division 4 der formelfreien Rennwagen bis 2,0 Liter bestimmte der Thüringer Marek Schramm das Geschehen. Bereits nach dem Start legte Schramm im Formel Renault den Grundstein für den späteren Sieg. Marcel Baierle blieb mit Respektabstand auf Platz zwei und konnte die Lücke nicht mehr schließen. Baierle: „Ich hatte Mitte des Rennens starkes übersteuern. Der Marek war einfach nicht zu kriegen.“ Platz drei ging an der Polen Michal Gil im Reynard-VW, der sich ein schönes Duell mit Neueinsteiger Alexander Wagner (Formel Renault) lieferte. In dieser Gruppe befand sich bis zur achten Runde auch der Berliner Manfred Kuhn (Reynard-BMW). Beim Interserie-Routinier spielten die Reifen nicht mit und Kuhn setzte unfreiwillig sein Auto ins Kiesbett. Heinz Baltensperger feierte im Formel 3 Dallara Opel ein gelungenes Comeback. Mit Platz neun im ersten Rennen nach einem Jahr Pause war der Rheinfeldener nicht unzufrieden. Zudem verhinderten Kupplungsprobleme ein besseres Ergebnis.
Im zweiten Lauf fuhr Peter Milavec mit seinem Formel 3000 Lola-Cosworth wie vormittags sein Rennen allein und begann nach vier Runden mit den üblichen Überrundungen. Arnold Wagner bekam zur Rennmitte Kupplungsprobleme und stellte seinen Lola-Cosworth in den Boxen ab. Da bei Henry Büttner das Getriebe streikte kam die Spitzengruppe der formelfreien Rennwagen immer mehr ins Spiel. Drei Runden vor Rennende der 15 Rundenpace zogen Marek Schramm und Marcel Baierle (beide Formel Renault) am Leipziger Formel-3000-Piloten vorbei und sorgten zugleich für eine kleine Sensation in der Tagesgesamtwertung. Marek Schramm war erneut ein tadelloser Start gelungen. Am Ende lag der Ilmenauer drei Sekunden vor Marcel Baierle. Wie am Sonntagvormittag reihte sich der polnische Formel-3-Champion Michal Gil als Dritter ein. Manfred Kuhn verpasste das Treppchen um acht Sekunden. Die Aufholjagd des Berliners war jedoch sehenswert. Heinz Baltensperger ließ auf Grund der Kupplungsprobleme den zweiten Lauf aus. Mitfavorit Lobumir Glogar, der im ersten Qualifying mit der fünftbesten Zeit glänzte, musste schon am Samstagabend die Heimreise antreten. Der tschechische Eufra-Pilot kam im Training von der Strecke ab und schlug in die Leitplanken ein. Das Auto war vor Ort nicht mehr zu reparieren.