Schnellster Mann in der Lausitz: Vincent Radermecker
Ein ereignisreiches Wochenende auf dem EuroSpeedway bescherte der ADAC Procar einen neuen Gesamtführenden: Der Belgier Vincent Radermecker war im Chevrolet Lacetti weder im Qualifying noch in den beiden Rennläufen zu schlagen und übernahm damit die Tabellenspitze vor dem amtierenden Meister Mathias Schläppi (Toyota Corolla T-Sport). Der Schweizer lief in beiden Rennen auf zweiter Position im Ziel ein und hält in der Tabelle Anschluss: Nur zwei Punkte Vorsprung hat Radermecker vor dem nächsten Lauf (27.-28. Mai am Nürburgring) vor dem Toyota-Piloten.
Schon im Qualifying hatte der spätere Rennsieger seine Top-Form angedeutet. Vier Zehntel Sekunden konnte er seinen Teamkollegen Rainer Bastuck (Lebach) abhängen, Schläppi lag sieben Zehntel zurück. „Es war ein absolut perfektes Wochenende für mich“, freute sich Radermecker denn auch nach den Rennen. „Pole-Position, Doppelsieg, beide schnellste Rennrunden und obendrein noch die Führung in der Meisterschaft übernommen – besser kann es gar nicht laufen.“ Während es für den Belgier traumhaft lief, spielte sich im ersten Lauf eine Startreihe hinter ihm ein kleines Drama ab. Der im Qualifying als Vierter gestoppte Philip Geipel (Plauen) blieb beim Start stehen: Eine Mutter hatte sich gelöst, der Toyota Corolla T-Sport verlor deshalb die Spurstange und war damit unfahrbar. „Eine Mutter, die wenige Cent kostet, hat mich um das Rennen und die Punkte gebracht“, ärgerte sich der Youngster. Für die Bergung des havarierten Toyota wurde das Rennen vier Runden lang mit dem Safetycar neutralisiert. Den verbleibenden Sprint konnte Radermecker souverän für sich entscheiden.
Auch den zweiten Lauf kontrollierte der Lacetti-Primus, wobei hinter ihm ein spannender Fight um die zweite Position entbrannte. Hauptakteuere: Radermeckers Teamkollege Rainer Bastuck, der auf Mathias Schläppi aufschloss. „Ich kam gegen Rennende noch einmal richtig dicht an Mathias heran“, schildert der Unternehmer aus dem Saarland. „Ich habe noch mal alles versucht, aber mehr ging nicht.“ Der Schweizer, der Bastucks gelb-blauen Chevrolet formatfüllend im Rückspiegel auftauchen sah, analysiert: „Die Pneus ließen spürbar nach. Über die Distanz sind wir noch nicht ausgereift genug – am Schluss hat das Set-up die Reifen zu stark belastet.“ Welches Potenzial im Corolla steckt, zeigten nicht nur die beiden zweiten Plätze Schläppis, sondern auch die Aufholjagd seines Teamkollegen. Philip Geipel konnte im zweiten Lauf erneut antreten und machte mit einer Klasse-Leistung auf sich aufmerksam. Bis auf Rang vier vor dem Russen Rustem Teregulov (BMW 320 i E46) konnte er vorstoßen und lag im Ziel ganze 4,2 Sekunden hinter Bastuck. Eine ähnliche Aufholjagd hatte im ersten Lauf übrigens ein weiterer Schweizer gezeigt: Peter Rikli musste seinen Honda Accord schon im zweiten freien Training mit einer defekten Nockenwellenhalterung abstellen und konnte deshalb nicht im Qualifying antreten. Von letzter Position aus ins Rennen gestartet machte auch er mächtig Boden gut und lief auf Rang fünf (1. Lauf) und Rang sechs (2. Lauf) im Ziel ein.