Kann Schläppi in der Lausitz seine Führung verteidigen?
Ein spannendes Rennwochenende verspricht der Auftritt der ADAC Procar am kommenden Wochenende (13. – 14. Mai) auf dem EuroSpeedway. Denn vor den beiden Läufen in der Niederlausitz ist einerseits die Meisterschaftssituation in allen drei Divisionen viel versprechend, zudem haben sich neue Starter eingeschrieben, die dem Fight auf der Piste noch mehr Würze geben dürften. Beste Voraussetzungen also für eine actionreiche Fortsetzung des sehenswerten Tourenwagensports zu Saisonbeginn.
Nach dem Auftakt in Oschersleben vor drei Wochen liegen zwei der Top-Favoriten in Führung. Der Belgier Vincent Radermecker holte im Chevrolet Lacetti von Maurer Motorsport im ersten Lauf der Saison die volle Punktzahl, der amtierende Produktionswagen- Champion Mathias Schläppi im Toyota Corolla T-Sport von TFS-YACO legte in Heat zwei nach und zog in der Tabelle prompt vorbei: 18 Zähler liegt der Schweizer nun knapp vor dem Belgier (16 Punkte) in Führung. Schläppis junger Teamkollege Philip Geipel rangiert mit weiteren zwei Zählern Rückstand vor dem Russen Rustem Teregulov (BMW 320i E46) auf Rang drei. „Für die Motorsport Arena war mein Ziel, in beiden Läufen ins Ziel zu kommen und Punkte zu holen“, gibt sich Schläppi dennoch bescheiden. „Das ist uns auch gut gelungen. Für den EuroSpeedway bin ich trotzdem vorsichtig – dort hatte ich immer wieder meine Probleme. Andererseits sollten wir vom Auto her mitmischen können.“ Auch sein schärfster Konkurrent in der Meisterschaft ist skeptisch: „Ich kenne den EuroSpeedway noch nicht und werde im freien Training wohl erst einmal Zeit damit verlieren, den Kurs zu erkunden“, beschreibt Radermecker. „Erst danach beginnt das Aussortieren auf der Suche nach einem guten Set-up.“ Und die perfekte Balance ist gleich in mehrfacher Hinsicht besonders wichtig. Zum einen prognostiziert sowohl die Toyota- als auch die Chevrolet-Fraktion, dass der Kurs dem jeweiligen Fahrzeug liegen sollte. Zum anderen wurden mit dem Saisonbeginn auch die ersten Platzierungsgewichte vergeben. „Auf dem EuroSpeedway fahre ich mit 40 kg Zusatzgewicht“, weiß der Belgier. „Und in unserem Sport mit der großen Leistungsdichte zählt wirklich jedes Kilo, weil es zum Beispiel Reifen und Bremsen zusätzlich belastet.“
So könnten in der Lausitz ganz andere zu lachenden Dritten werden – etwa Radermeckers Teamkollege Rainer Bastuck. Der hatte beim Saisonauftakt mit Technikproblemen zu kämpfen und fiel deshalb schon gegen Ende des ersten Laufs aus. Er reist deshalb ohne Zusatz-Kilos an und schwärmte schon nach dem Lauf in Oschersleben von der Lacetti-Performance: „Die Trainingszeiten waren ordentlich und Vincent hat ein richtig gutes Ergebnis geholt. Darauf lässt sich aufbauen. In meinem Unternehmen entwickeln wir für den EuroSpeedway gemeinsam mit HJS noch einmal den Auspuff weiter, das könnte noch mal etwas bringen.“ Vorsichtig lassen den Saarländer andere Umstände werden: „Uns fehlte bislang die Zeit für eine sorgfältige Fahrwerksabstimmung – da werden wir noch vieles optimieren und ausprobieren.“ Als Joker könnten sich auch die Neueinsteiger entpuppen. Besonders auf die Performance des Ford Focus ST von Wolfgang Treml sind die Konkurrenten gespannt. Der Österreicher erinnert sich nämlich: „Im vorigen Jahr sprang für uns auf dem EuroSpeedway schon ein dritter Platz im ersten Lauf heraus, im zweiten Lauf habe ich dann bei einem Ausrutscher in der letzten Kurve die Führung verloren – insofern denke ich, dass wir dort konkurrenzfähig sind.“