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2006-05-09 09:46:23 - ks
Rallye Masters: Gassner auch in Sulingen erfolgreich

Gegen Gassner ist derzeit kein Kraut gewachsen
Hermann Gassner aus Surheim ist offensichtlich derzeit nicht zu schlagen. Auch beim vierten Lauf zu den ADAC Rallye Masters in Sulingen fuhr er zusammen mit Co-Pilot Siggi Schrankl (Obing) im Mitsubishi Lancer als Sieger über die Zielrampe. Nach einem spannen-den Kampf und zeitweiliger Führung belegten Dieter Depping/Armin Holz (Wedemark/Celle) im VW Golf Kit-Car den zweiten Platz der ADAC Mobil Pegasus Rallye Sulinger Land (06.-06.05.06). Der dritte Gesamtrang bedeutete für Klaus Osterhaus/Uwe-Arthur Mausbeck (Unna/Bergisch-Gladbach) im Mitsubishi Lancer gleichzeitig auch den ersten Platz in der seriennahen Gruppe N. Nach vier Siegen führen Gassner/Schrankl die Masters-Wertung mit den maximal möglichen 160 Punkten klar an. Trotz seiner Nullrunde verteidigte Florian Auer (Freilassing/90) Platz zwei, die Verfolger sind jedoch dicht aufgerückt.

Nicht die Top-Favoriten Gassner oder Depping, sondern der Nordhesse Michael Neuschäfer-Rube (Züschen/Mitsubishi Lancer) liess sich die erste Bestzeit notieren. Nur 0,2 Sekunden dahinter folgte Florian Auer in der Gruppe N-Version des Lancer. Depping, Gassner und Stefan Schneppenheim (Alpen) folgten in einem Zeitfenster von gerade mal 2,8 Sekunden. Doch dann ging es in das IVG-Gelände. Die verwinkelten Asphalt-Sträßchen des ehemaligen Militär-Depots wurden ihrem Ruf als Favoriten-Killer wieder gerecht. Schon nach der ersten IVG-Prüfung fehlten Neuschäfer-Rube und Schneppenheim – sie rutschten in der gleichen Ecke von der Strecke. Nach WP 6, der letzten Runde im ehemaligen Depot, waren nur noch 68 der 83 gestarteten Teams in Wertung. An der Spitze lag Depping vor Gassner und Auer – alle innerhalb von 12,2 Sekunden. Die Entscheidungen fielen auf WP 7, dem ersten Durchgang der mit 23,1 Kilometern längsten Prüfung.

Depping war sich schon vorher im Klaren, dass er Gassner im Allrad-Mitsubishi auf den folgenden Prüfungen mit dem höheren Schotteranteil im lediglich frontangetriebenen Golf Kit-Car nicht würde halten können. Der Rückstand von gut 50 Sekunden nach WP 7 resultierte aber auch aus einem Dreher. „An einem langsamen Eck kam das Heck schneller als ich erwartet hatte,“ erklärte der Publikumsliebling, „dann stand ich quer in einem Weg, der gerade mal so breit wie unser Golf lang war.“ Nach zeitraubenden Rangierarbeiten wurde es letztlich der zweite Platz. Florian Auer versenkte in der gleichen Prüfung seinen Lancer und damit die Chance auf den vierten Gruppe-N-Sieg in Folge in einem der zahlreichen Gräben. Bei den Seriennahen übernahm anschließend HJS-Sportchef Klaus Osterhaus das Kommando, der amtierende Junior-Cup-Champion Rudi Hachenberg musste schon vorher das Tempo reduzieren, da sich die Motor-Temperatur seines Lancer in ‚ungesunden’ Höhen bewegte. Gassner kommentierte die deutliche Bestzeit in WP 7 mit einem bekannt knappen, „ich musste mal richtig Tempo machen.“ Auch ein Defekt an einem Regelventil konnte seinen vierten Masters-Sieg in Folge nicht mehr verhindern.

Matthias Prillwitz, der neue Co von Frank Richert (Berlin) im Ford Escort Cosworth, dreht normalerweise selbst am Volant eines Rallye-Boliden. Mit der ungewohnten Beifahrer-Rolle kam er gut zurecht. Zwei defekte Schläuche am Turbolader ließen jedoch nicht mehr als Rang fünf zu. Auch für den Gesamt-achten Jörg de Fries (Römerberg) verlief die Rallye letztlich zufriedenstellend. Ein gebrochener Radträger am Mitsubishi Lancer hatte ihn zu Beginn viel Zeit gekostet. „Anschließend fuhren wir vierte oder fünfte Gesamtzeiten, das ist bei dieser Konkurrenz absolut ok für mich,“ freute sich der Pfälzer. Der Renault Mégane Maxi des Dänen Ib Kragh und die BMW M3-Hecktriebler des Niederländers Jan Niehof und des Dänen Jonny Pedersen zählten aufgrund ihrer spektakulären Show zu den Publikumslieblingen. Pedersen nutzte den Start in Sulingen zur Vorbereitung auf den nächsten dänischen Meisterschaftslauf: „Die sehr anspruchsvollen Prüfungen waren eine tolle Übung für uns, und im BMW hat mir vor allem der abschließende Rundkurs vor der tollen Zuschauer-Kulisse riesig Spaß gemacht.“

Wie schon in Hessen haderte Lars Mysliwietz (Piesbach) auch diesmal mit der Technik seines Honda Civic. Nach drei zeitraubenden Defekten an der Benzinpumpe war der dritte Platz in der Division, „wie ein Sieg.“ Den sicherte sich erstmals Olaf Müller (Ahlden) im BMW 320is. Der zweifache DMSB-Pokal-Sieger schob sich in der Gesamtwertung damit in die Top-Ten. Seinen siebten Masters-Rang festigte Christian Pütz (Walrod) durch einen weiteren Divisionssieg im Citroën C2. Einen Negativ-Rekord stellten Ingo Hanika und Co Peter Bechthold (Königsberg/VW Golf GTI) im Sulinger Land auf: Auch beim vierten Masters-Lauf sahen sie – wie die drei Male zuvor – nicht die Zielflagge.

Spannend wird es nun zur fünften Masters-Runde bei der ADAC-Rallye ‚Rund um die Veste’ in Coburg (16. – 17.06.06). Die drei Erstplatzierten der Zwischen-Wertung nach Coburg erhalten einen nenngeldfreien Start beim deutschen Weltmeisterschaftslauf. Während Hermann Gassner mit den Planungen für die OMV ADAC Rallye (13. – 16. August) schon beginnen kann, sind die beiden weiteren Plätze noch heiß umkämpft.

ADAC Rallye Junior Cup
Bei den ADAC Junioren hatte Niels Kunze (Berlin) die Nase seines Citroën Saxo VTS deutlich vorn. Ein Bruch der Radaufhängung bedeutete jedoch zur Halbzeit das vorzeitige Aus. Konstantin Keil (Niestetal) kämpfte mit der Technik seines VW Polo, „die Elektronik sprang immer wieder ins Notprogramm und wir hatten dadurch kaum Motor-Leistung.“ Der Nordhesse konnte den dritten Cup-Sieg in diesem Jahr dennoch ins Ziel retten. Platz zwei belegte Udo Schütt aus Monschau, der damit auch den Wertungslauf zum Suzuki Rallye-Cup gewann. Neueinsteiger Jeffrey Wiesner (Großbodungen) überzeugte wie schon in Hessen und fuhr knapp hinter Schütt auf Rang drei.

Während sich Konstantin Keil in der Jahres-Wertung weiter absetzten konnte, schob sich das Verfolgerfeld dichter zusammen. Trotz seiner Nullrunde verteidigte Niels Kunze mit 35 Zählern Platz zwei. Doch die Suzuki-Speerspitzen Florian Niegel und Udo Schütt sind ihm mit jeweils 33 Zählern dicht auf den Fersen.
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