Am Wochenende nach Ostern startet in der Motorsport Arena Oschersleben die Saison für die deutsche Tuner- und Breitensportszene. Beim ersten Lauf der Beru Top 10 (22. – 23. April) sehen die Fans 16 Rennen an zwei Tagen. Aushängeschild ist die ADAC Procar, in deren Top-Division die gleichen Fahrzeuge antreten, wie in der Tourenwagen-WM. Mit dabei sind nicht nur Titelverteidiger Mathias Schläppi im Toyota Corolla T-Sport des Plauener Geipel-Teams, sondern auch Schubert-Motors (Oschersleben) mit der Produktionswagen-Meisterin der Jahre 2003 und 2004, Claudia Hürtgen (BMW 320i). Eine spektakuläre Premiere absolviert der Radical RaceCup, Deutschlands erste Rennserie für offene Sport-Prototypen. Bestens aussortiert werden schon zu Saisonbeginn auch die beiden Formelserien der Beru Top 10 sein: der RECARO Formel-3-Cup protzt mit über 30 Nennungen, in der Formel Renault NEC fighten internationale Top-Youngster um den Aufstieg. Riesenspannung dürften auch die beiden Markenpokale des Wochenendes bereiten: Der Ford Fiesta ST Cup wartet einmal mehr mit einem prall gefüllten Feld auf, im Toyota Yaris Cup sammeln die jüngsten Tourenwagen-Piloten des Wochenendes ihre Erfahrungen. Sehenswerte Gastserien mit Trabi & Co., Formel Easter sowie STT (Spezial-Tourenwagen-Trophy) ergänzen das Programm
Äußerst spannend dürfte der Saisonauftakt insbesondere in der ADAC Procar werden. Die Nachfolgeserie der Produktionswagen-Meisterschaft hat das erfolgreiche Konzept mit drei Divisionen übernommen. Mathias Schläppi (Schweiz) wechselt in dieser Saison zu Geipel Motorsport und will den Titel verteidigen. „Dieses Unternehmen wird ein heißer Ritt“, grinst der sympathische Eidgenosse. „Eigentlich ist das immer sehr riskant, wenn man als Champion noch einmal antritt: Jeder erwartet Siege, aber die fallen einem ja nicht einfach in den Schoß. Aber ich werde alles versuchen.“ Das Siegen dürfte ihm ein hervorragend aussortiertes Feld schwer machen, allen voran Schläppis bisherige Mannschaft: Maurer Motorsport bietet zwei Chevrolet Lacetti auf und mit Rainer Bastuck (Lebach) und dem Belgier Vincent Radermecker eine Kombination aus Procarund internationaler Tourenwagen-Erfahrung. „Vincent ist wohl der Gegner, den es zu schlagen gilt“, analysiert denn auch Teamchef Uwe Geipel, und Mathias Schläppi ergänzt: „Heiße Kandidaten für Top-Platzierungen sind außerdem immer die BMW. Es wird auf jeden Fall spannend – noch kann wohl niemand wirklich einschätzen, wie die wahren Kräfteverhältnisse sind.“ Bestens präpariert dürfte gerade auch die BMW-Fraktion sein: Das Schubert-Team (Oschersleben) schickt unter der Bewerbung der Motorsport Arena zwei BMW 320i E46 für Claudia Hürtgen (Aachen) und Rustem Teregulov (Russland) ins Rennen, der Wiggensbacher Franz Engstler startet mit seinem Team in einem weiteren BMW.
Als siegfähig erwiesen sich in der Vergangenheit aber auch die Ford-Piloten, beim Saisonauftakt repräsentiert durch das österreichische Team TW Racing. Wolfgang Treml hat zwei Ford Focus ST genannt, von denen er einen selbst steuert. Außerdem dabei sind zwei Teams, die getrost als Heimkehrer bezeichnet werden können: Rikli Motorsport (Peter Rikli) im Honda Accord und Frensch Power (Karsten Frensch) mit einem Peugeot 206 GTI. Ganz neu im Zirkel der Procar-Piloten ist dagegen der amtierende Meister im Toyota Yaris Cup, Philip Geipel. Der Teamkollege von Mathias Schläppi gibt zu: „Das ist schon ganz schön aufregend. Die Umstellung vom 118-PS-Yaris auf den 280 PS starken Corolla ist eine Riesen-Herausforderung. Ich bin sehr gespannt auf den Auftakt!“. Ähnlich dürfte es auch den Piloten in den beiden weiteren Procar-Divisonen gehen: Für die Division 2 für 1600-Kubik-Tourenwagen und die für Turbodiesel reservierte Division 3 haben sich starke Piloten angemeldet. Als Lokalmatador treten in beiden Divisionen Fahrer der RSG Wolfsburg an: Kai Jordan (Wolfsburg) startet in einem VW Lupo GTI in der Division 2, Martin Zondler (Graben-Neudorf) und Stefan Michels (Bleialf) gehen auf VW Golf 2.0 TDI in der Division 3 ins Rennen.