Harri Rovanperä ist der neue Teamkollege von Andreas Aigner
Die Mutter aller Kurven, kurz Tour de Corse genannt, feiert dieses Jahr ihre 50. Auflage. Auch wenn ehemalige Stars wie Sandro Munari und Björn Waldegaard kürzlich einmal mehr zum Ausdruck brachten, daß die heutigen WM-Rallies eher Gemeinsamkeiten mit Kaffeefahrten als mit Motorsport hätten, so gehört Korsika nach wie vor zu den anspruchsvolleren Events im WRC-Kalender. Auch wenn die heutige Gesamtdistanz – 354,18 Kilometer auf 12 Prüfungen - vor einigen Jahren mal ganz locker lediglich der erste von fünf Tagen gewesen wäre. Aber so ändern sich halt die Zeiten…
Nichts wird sich an den Asphaltstärken von Sebastien Loeb ändern. Der Franzose gilt auch auf der Mittelmeerinseln als der Topfavorit mit seinem BF Goodrich-bereiften Citroen Xsara. Obwohl Korsika die vermeintliche Heimrallye von Loeb ist – die Rallye Deutschland wäre geografisch dem Elsass allerdings am nächsten – und auch den bevorzugten Belag hat, konnte der Doppelweltmeister bislang nur einmal dort gewinnen: Im Vorjahr. 2004 siegte Markko Märtin im Ford Focus, im 2003er Regen hatte Petter Solberg die Nase vorn.
„In Spanien konnten wir Sebs Pace mitgehen und ohne unser Turboproblem hätten wir gewinnen können“, ist Marcus Grönholm noch immer überzeugt. „Für Korsika bin ich optimistisch. Das Wetter spielt immer eine große Rolle, da es an der Küste im Servicepark von Ajaccio ganz anders sein kann als in den Bergen.“
Auf Regen ohne Ende hofft Petter Solberg. Dessen Pirelli-Pneus der neuesten Generation waren im sonnendurchfluteten Spanien der Konkurrenz hoffnungslos unterlegen, der Norweger war mit dem Subaru Impreza chancenlos und am Ende froh, wenigstens zwei Punkte abgestaubt zu haben. „Ich hoffe natürlich auf einen Podiumsplatz, aber es wird äußerst schwierig.“ Letzte Woche absolvierte Solberg übrigens drei Tage Schottertests auf Sardinien. Das zeigt, daß die Prodrive-Truppe Korsikas Asphalt eigentlich schon ad acta gelegt hat.
Apropos ad acta: Aus finanziellen Gründen haben Nicolas Bernardi im zweiten OMV-Norway Peugeot und Toni Gardemeister (Astra-Peugeot 307) ihre Nennungen zurückgezogen. In der OMV-Bozian-Mannschaft kümmert man sich nun zusätzlich um Gianluigi Galli und dessen von Pirelli unterstützten Peugeot 307. „Astra-Teamchef Luca Pregliasco versucht einen Citroen Xsara zu bekommen, mit dem ich ab Griechenland Anfang Juni zurückkehren könnte“, erklärte Gardemeister gegenüber dem Finnischen TV-Sender YLE. Sein Monte Carlo-Peugeot wurde in der Zwischenzeit verkauft.
Mit seinem zweiten Platz in Spanien hatte Daniel Sordo im Citroen Xsara die Fachwelt überrascht. „Klar, in Frankreich erwarten die Leute von mir eine ähnliche Platzierung“, weiß der Kronos-Pilot. „Aber ich kann Sebastien oder Marcus nicht schlagen. Eine Podiumsplatzierung wäre natürlich toll, aber lasst mich doch erst einmal weitere Erfahrungskilometer am Steuer eines WRC sammeln. Ich will Schritt für Schritt lernen.“
Mit der Korsika-Rally hat Manfred Stohl schon sehr gute Erfahrungen gemacht. Zwei Mal konnte der OMV-Pilot die Gruppe N-Wertung gewinnen (1998 und 2000). Die Strecke hat sich seither jedoch verändert. Stohl: „Zwar gibt es noch immer sehr viele Kurven, doch die Straßen wurden breiter und die Rallye schneller. Aber dennoch wird es keine Spazierfahrt, denn es gibt sicher keine Sekunde, wo das Lenkrad still steht. Da wird vom ersten bis zum letzten Kilometer gekurbelt.“ Für das Bozian-Duo kein Problem, da auch die Schmerzen nach dem Testunfall in Spanien im Abklingen sind. Stohl: „Natürlich spüre ich noch jede einzelne Rippe, aber es wird von Tag zu Tag besser und in Korsika wird auch nicht so tief gecuttet. Da sind die Erschütterungen im Auto nicht so groß.“
Harri Rovanperä kehrt in die WRC zurück und ist nun die Nummer eins im Red Bull-Skoda Team. „Auf Korsika soll sich Harri an Auto und Team gewöhnen“, betont Armin Schwarz. „Seine Stärken sind ganz klar auf Schotter.“
Auszug aus Teilnehmerliste 50. Tour de Corse:
1 Kronos WRT: Sebastien Loeb/Daniel Elena (Citroen Xsara)
2 Kronos WRT: Xavier Pons/Carlos Del Barrio (Citroen Xsara)
3 Ford WRT: Marcus Grönholm/Timo Rautiainen (Ford Focus 06)
4 Ford WRT: Mikko Hirvonen/Jarmo Lehtinen (Ford Focus 06)
5 Subaru WRT: Petter Solberg/Philip Mills (Subaru Impreza 06)
6 Subaru WRT: Stephane Sarrazin/Stephane Prevot (Subaru Impreza 06)
7 OMV Peugeot Norway: Manfred Stohl/Ilka Minor (Peugeot 307)
8 OMV Peugeot Norway: Nicolas Bernardi/NN (Peugeot 307)
9 Stobart M-Sport: Matthew Wilson/Michael Orr (Ford Focus 04)
10 Stobart M-Sport: Jari-Matti Latvala/Mikka Anttila (Ford Focus 04)
11 Red Bull-Skoda: Harri Rovanperä/Risto Pietilainen (Skoda Fabia)
12 Red Bull-Skoda: Andreas Aigner/Timo Gottschalk (Skoda Fabia)
15 Kronos WRT: Daniel Sordo/Marc Marti (Citroen Xsara)
16 Subaru WRT: Chris Atkinson/Glenn MacNeall (Subaru Impreza 05)
17 Czech Rally Team: Jan Kopecky/Filip Schovanek (Skoda Fabia)
18 First Motorsport: Francois Duval/Patrick Pivato (Skoda Fabia)
19 Alexandre Bengue/Caroline Escudero (Peugeot 307)
20 Equipe de France FFSA: Nicolas Voilloz/NN (Peugeot 307)
21 OMV Peugeot Norway: Philippe Roux/Eric Jordan (Peugeot 206)
25 Pirelli Competizione: Gianluigi Galli/Giovanni Bernacchini (Peugeot 307)
Stand in der Fahrer-WM:
1. Loeb (Citroen) 36; 2. Grönholm (Ford) 27; 3. Sordo (Citroen) 14; 4. Stohl (Peugeot) 11; 5. Petter Solberg (Subaru) 10; 6. Gardemeister (Peugeot) und Carlsson (Mitsubishi) je 6; 8. Galli (Mitsubishi), Sarrazin (Subaru), Atkinson (Subaru), Henning Solberg (Peugeot) und Bengue (Peugeot) je 5; 13. Radström (Subaru) und Kopecky (Skoda) je 4; 15. Katajamäki (Ford), MacHale (Ford) und Duval (Skoda) je 3; 18. Hirvonen (Ford) und Pons (Citroen) je 2.
Stand in der Marken-WM:
1. Kronos-Citroen 44; 2. BP Ford 42; 3. 555 Subaru 31, 4. OMV Peugeot Norway 21; 5. Stobart Ford 10; 6. Red Bull Skoda 8.