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2006-03-25 21:44:19 - ju
WRC: Bosse Grönholm der Mann des Tages

Mit intaktem Turbolader waren die Fords nicht zu halten
Auch auf der zweiten Etappe zur RACC-Rally Catalunya stand „Bosse“ Marcus Grönholm im Mittelpunkt des Geschehens. War der Finne gestern eher der Looser, so war er heute der strahlende Gewinner. Drei der sechs Bestzeiten gingen auf das Konto des Ford-Piloten, der sich vom zehnten auf den vierten Rang verbesserte. Selbst auf Spitzenreiter Sebastien Loeb machte Grönholm über eine halbe Minute gut.

Auf der ersten Prüfung des Tages (WP 7) fuhren sich gleich drei Piloten mal so richtig den Frust von der Seele: Grönholm, sein Teamkollege Mikko Hirvonen und Francois Duval im privaten Skoda markierten alle die Bestzeit. Das Citroen-Führungstrio mit Sebastien Loeb, Daniel Sordo und Xavier Pons ließ es ruhig angehen. In WP 8 war Grönholm alleine Schnellster und auf Prüfung neun konnte nur Loeb um 0,1 Sekunden den erneuten Triumph des Finnen verhindern. Auf nahezu jeder Prüfung überholte Grönholm einen Wettbewerber. Quasi im Gleichschritt folgte Mikko Hirvonen, der in einer – imaginären – Tageswertung den zweiten Rang belegt hätte.

In Prüfung zehn machte das Blue Oval-Duo jeweils einen Platz kampflos gut, da Xavier Pons die Strecke ausging. In einer engen, von Schotter übersäten Linkskurve rutschte der Xsara-Pilot geradeaus rund zehn Meter einen Abhang hinunter. Leider standen keine Zuschauer zur Verfügung, so daß Pons aufgeben musste. Den Spanier hatte bis dahin gewurmt, daß ihm Neuling Daniel Sordo so mühelos auf der Nase rumtanzte. Außerdem schien sein dritter Platz bis zum Ziel noch durch Grönholm in Gefahr zu geraten.

Somit rückte der starke Peugeot-Privatier Alexandre Bengue auf Rang drei vor, der allerdings nur noch 4,1 Sekunden vor Grönholm liegt. Mit hervorragenden Leistungen überzeugen auch die beiden Skoda-Privatiers Jan Kopecky und jetzt am zweiten Tag auch Francois Duval. Das eigentliche Skoda-Nummer Eins-Team Red Bull stellen die beiden klar in den Schatten.

Apropo Schatten: Bei Subaru gab es wieder mal reichlich Probleme, vor allem bei „Hollywood“ Solberg. Erst ließ der Norweger Reifen aufziehen, die sich als zu weich erwiesen. Dann kostete ein Dreher in WP zehn noch mal 30 Sekunden extra. Über starkes Untersteuern klagten auch die Teamkollegen Stephane Sarrazin und Chris Atkinson. Die Zwischenränge sieben, acht und elf sind bei weitem nicht das, was Prodrive erhofft hatte.

Manfred Stohl und Ilka Minor leisten dieses Wochenende Schwerarbeit. Da es keine wirklichen Erfahrungswerte mit den BF Goodrich-Reifen und dem Peugeot 307 WRC auf Asphalt gibt, muss die Optimierung des Fahrverhaltens am kurzfristig aufgebauten Ersatzauto Schritt für Schritt herausgetestet werden. Stohl: „Das Auto ist toll und auch die Reifen sind schwer in Ordnung. Wir müssen den Weg finden, wie sie zusammenpassen. Zwar fühle ich mich auf den Prüfungen sehr gut, doch leider passen die Zeiten noch nicht.“

Gesamtklassement nach 12 von 16 Wertungsprüfungen:
1. Kronos WRT: Sebastien Loeb/Daniel Elena (Citroen Xsara) 2:24.57,9 Stunden
2. Kronos WRT: Daniel Sordo/Marc Marti (Citroen Xsara) + 34,4 Sekunden
3. Alexandre Bengue/Caroline Escudero (Peugeot 307) + 2.05,4 Minuten
4. Ford WRT: Marcus Grönholm/Timo Rautiainen (Ford Focus 06) + 2.09,5 Min.
5. Jan Kopecky/Filip Schovanek (Skoda Fabia) + 2.23,9 Min.
6. First Motorsport: Francois Duval/Patrick Privato (Skoda Fabia) + 3.30,2 Min.
7. Subaru WRT: Petter Solberg/Philip Mills (Subaru Impreza 06) + 3.42,0 Min.
8. Subaru WRT: Stephane Sarrazin/Stephane Prevot (Subaru Impreza 06) + 3.56,5 Min.
9. Red Bull-Skoda : Gilles Panizzi/Herves Panizzi (Skoda Fabia) + 3.59,7 Min.
10. OMV Peugeot Norway: Manfred Stohl/Ilka Minor (Peugeot 307) + 4.40,3 Min.
11. Ford WRT: Mikko Hirvonen/Jarmo Lehtinen (Ford Focus 06) + 5.03,7 Min.
12. Subaru WRT: Chris Atkinson/Glenn MacNeall (Subaru Impreza 05) + 5.07,6 Min.
13. Red Bull-Skoda: Andreas Aigner/Timo Gottschalk (Skoda Fabia) + 6.54,7 Min.
14. Stobart M-Sport: Matthew Wilson/Michael Orr (Ford Focus 04) + 7.08,5 Min.

wichtige Ausfälle:
WP 10 : Kronos WRT: Xavier Pons/Carlos Del Barrio (Citroen Xsara) Unfall
WP 3: Stobart M-Sport: Jari-Matti Latvala/Mikka Anttila (Ford Focus 04) Unfall
WP 1: Gareth MacHale/Paul Nagle (Ford Focus 04) Unfall
nicht gestartet: Astra-Racing : Toni Gardemeister/Jakke Honkanen (Peugeot 307)


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