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2006-03-24 21:28:59 - ju
WRC: Citroen dominiert, Ford schwächelt

Der JWRC-Traum wurde schnell zum Albtraum: Jörg Bastuck erlag seinen schweren Verletzungen
Am Ende des ersten Tages zur 42. Rallye Catalunya war zumindest das Ergebnis in gewohnter Reihenfolge: Sebastien Loeb führt mit einer halben Minute Vorsprung vor seinen Citroen-Teamkollegen Daniel Sordo und Xavier Pons. Die beiden Werks-Ford Focus mit Marcus Grönholm und Mikko Hirvonen liegen nach Motorproblemen nur auf den Rängen zehn und 14.

Überschattet wurde die erste Etappe von einem tragischen Unfall auf der zweiten Wertungsprüfung. JWRC-Starter Aaron Burkart war mit seinem OMV-Citroen C2 von der Strecke abgekommen. Fahrer als auch Co-Pilot Jörg Bastuck blieben vorerst unverletzt. Beim anschließenden Reifenwechsel wurde Bastuck jedoch von einem nachkommenden Wettbewerbsfahrzeug – einem Ford Fiesta, der an derselben Stelle ausritt - erfasst. Bastuck (36) wurde ins Krankenhaus geflogen, erlag jedoch wenig später seinen schweren Verletzungen.

„Jörg Bastucks Tod ist ein tragischer Verlust. Unsere tiefe Anteilnahme und unser Mitgefühl gilt seiner Familie“, erklärte die OMV-Verantwortliche für Sponsoring Brigitte Mühlwisch. „Dem saarländischen Motorsport ist ein motivierter Funktionär und ein großer Sportsmann verloren gegangen“, brachte es Fahrerkollege Tim Unbescheid auf den Punkt. Aufgrund dieser Vorkommnisse geriet das sportliche Geschehen etwas in den Hintergrund. Zumal der veranstaltende RACC bereits ankündigte, am Sonntagabend auf jegliche Feiern zu verzichten.

Marcus Grönholm markierte zunächst die ersten drei Bestzeiten und führte locker vor Loeb. Beide Teams verwenden Reifen von BF Goodrich – der neuen Firmierung der ehemaligen Michelin-Pneus – und der Ford Focus scheint auch technisch jetzt dem Citroen Xsara ebenbürtig zu sein. Auf WP vier war zwar Loeb erstmals schneller, doch der Finne behielt mit elf Sekunden weiter die Oberhand.

Auf den letzten beiden WPs des Tages dann der absolute Super-GAU für Blue Oval-Teamchef Malcolm Wilson: Sowohl an Grönholms Focus als auch an dem seines Teamkollegen Mikko Hirvonen, der immerhin auf Rang drei lag, quittierte der Turbolader seinen Dienst. Zweieinhalb sowie fünf Minuten Zeitverlust auf die Spitze haben alle Siegesträume platzen lassen.

Eine Prüfung vorher (WP 4) hatte Jari-Matti Latvala den Stobart-Ford leicht neben die Strecke gesetzt. „Ich habe etwas zu spät gebremst und dann kam ich außen in den Dreck.“ Dieses sollte auch Folgen für das Klassement in der Junior-WM haben: Kris Meeke führte nach drei Prüfungen mit 30 Sekunden Vorsprung, ignorierte dann aber die Warnhinweise der Zuschauer und Streckenposten und krachte in Latvalas Focus, den zuvor etliche andere Starter problemlos passiert hatten. Colin McRaes Schützling verbog sich die linke hintere Radaufhängung und verlor zweieinhalb Minuten.

Eine Überraschung ist der zweite Platz von Daniel Sordo vor Xavier Pons. Sordo ist zwar der amtierende JWRC-Meister, aber Pons mit einem World Rally Car wesentlich erfahrener. Sichtlich zufrieden war Mentor Carlos Sainz: „Daniel ist klasse gefahren, ich hoffe, er kann das Tempo so fortsetzen.“

Mit Platz vier war Petter Solberg bestens bedient. „Wir können die Zeiten der anderen nicht fahren. Bremsen, Fahrwerk und vieles andere stimmt nicht so ganz“, murmelte der Norweger. Es fiel dem Weltmeister von 2003 sichtlich schwer, die Wörter „Reifen“ und „Pirelli“ nicht zu benutzen… Nach seiner Shakedown-Bestzeit galt Francois Duval als kleiner Geheimfavorit. Doch das wohl gestern nur ein Strohfeuer. Der einzige Skoda, der das Tempo an der Spitze einigermaßen mitgehen konnte, ist der des Tschechen Jan Kopecky auf Platz sechs.

Gesamtklassement nach 6 von 16 Wertungsprüfungen:
1. Kronos WRT: Sebastien Loeb/Daniel Elena (Citroen Xsara) 1:16.07,0Stunden
2. Kronos WRT: Daniel Sordo/Marc Marti (Citroen Xsara) + 27,3 Sekunden
3. Kronos WRT: Xavier Pons/Carlos Del Barrio (Citroen Xsara) + 1.01,5 Minuten
4. Subaru WRT: Petter Solberg/Philip Mills (Subaru Impreza 06) + 1.25,6 Min.
5. Alexandre Bengue/Caroline Escudero (Peugeot 307) + 1.32,6 Min.
6. Jan Kopecky/Filip Schovanek (Skoda Fabia) + 1.36,0 Min.
7. Subaru WRT: Stephane Sarrazin/Stephane Prevot (Subaru Impreza 06) + 1.50,4 Min.
8. Subaru WRT: Chris Atkinson/Glenn MacNeall (Subaru Impreza 05) + 2.25,6 Min.
9. First Motorsport: Francois Duval/Patrick Privato (Skoda Fabia) + 2.32,3 Min.
10. Ford WRT: Marcus Grönholm/Timo Rautiainen (Ford Focus 06) + 2.33,6 Min.
11. OMV Peugeot Norway: Manfred Stohl/Ilka Minor (Peugeot 307) + 2.54,9 Min.
12. Stobart M-Sport: Matthew Wilson/Michael Orr (Ford Focus 04) + 4.22,4 Min.
13. Red Bull-Skoda: Andreas Aigner/Timo Gottschalk (Skoda Fabia) + 4.51,7 Min.
14. Ford WRT: Mikko Hirvonen/Jarmo Lehtinen (Ford Focus 06) + 5.08,5 Min.
15. Red Bull-Skoda : Gilles Panizzi/Herves Panizzi (Skoda Fabia) + 5.32,8 Min.

wichtige Ausfälle:
WP 3: Stobart M-Sport: Jari-Matti Latvala/Mikka Anttila (Ford Focus 04) Unfall
WP 1: Gareth MacHale/Paul Nagle (Ford Focus 04) Unfall
nicht gestartet : Astra-Racing: Toni Gardemeister/Jakke Honkanen (Peugeot 307)


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