Rallye nat.: Zweiter Sieg in Folge für Markus Schmidt
Blauer Himmel, blauer Escort: Markus Schmidt siegte erneut in Kempenich
Markus Schmidt bleibt der König von Kempenich: Zusammen mit Beifahrer Ulli Weidauer feierte der Heuchelheimer zum zweiten Mal in Folge den Gesamtsieg bei der ADAC-Rallye. Nach vier Wertungsprüfungen hatte das Ford Escort RS 2000-Duo hauchdünne 0,8 Sekunden Vorsprung auf Frank Reiter/Ralf Pallier im BMW M3. Vater und Sohn Willi und Kai Stumpf belegten mit einem weiteren M3 den dritten Rang.
Ein großes Kompliment an den veranstaltenden MSC Kempenich im ADAC: anspruchsvolle Wertungsprüfungen, eine hervorragende Organisation und ein tolles Starterfeld machten den Event zum vollen Erfolg!
120 Teams nahmen die 34,30 WP-Kilometer in Angriff. „Marc Färber ist für mich der Favorit“, war Vorjahressieger Schmidt noch vor dem Start überzeugt. „Es läuft viel geschmolzener Schnee über die Wege, außerdem sind viele Spitzkehren drin. Da brauchst Du Allrad.“ Die eigenen Chancen sah Schmitti nicht so gut: „Im Vorjahr waren die Prüfungen flüssiger, die kamen unserem Escort mehr entgegen. Christoph Schleimer wird auch stark sein, mit seinen superweichen Avon wird er auf Prüfung drei die Bestzeit markieren.“
Doch erstens kommt es anders und zweitens als man denkt … Marc Färber parkte den Mitsubishi Lancer Evo IV mit technischem Defekt bereits nach der Einführungsrunde. Und auch Schleimer kam nicht viel weiter: Ein Hinterachsendefekt stoppte die Fahrt des ehemaligen Opel-Werksfahrers am Steuer des Vauxhall Astra GTE bereits in der Auftaktprüfung.
Und Schmitts dritter Favorit strauchelte auch etwas: Willi Stumpf markierte zwar auf drei der vier Prüfungen die drittbeste Zeit, aber bis ins Ziel addierten sich 26 Sekunden zusammen. Für seine Toyo-Reifen war es einfach zu kalt und in WP drei landete der bildschöne M3 auch mal kurz neben der Strecke im Schlamm.
Somit blieb das Duell Hessen gegen Saarland, Ford gegen BMW, 250 gegen 320 PS oder sequenzielle gegen H-Schaltung. „De Raida Frank“ setzte die erste Bestzeit auf dem Rundkurs Müllenbach und übernahm mit 1,5 Sekunden Vorsprung die Spitze. Auch die Hohe Acht hoch - eine ausgesprochene Power-Strecke – zeigte der Fina-BMW der Konkurrenz den Auspuff. „Schmitti“ büßte 3,9 Sekunden ein und zur Halbzeit schien eine Vorentscheidung gefallen zu sein.
Über WP drei strahlte der Himmel besonders „Escort-blau“ und für den Hessen wurde es rosa-rot: Auf der erstmals seit über 20 Jahren wieder gefahrenen Prüfung Engeln-Weibern war Schmidt 6,3 Sekunden schneller. Mit 0,9 Sekunden Differenz erwarteten etliche tausend Fans auf „Müllenbach 2“ das große Finale: Schmitti und Reiter trennten nach 7.21 Minuten exakt 0,1 Sekunden, in der Gesamtaddition behielt der Escort-Pilot knapp die Oberhand! Vielleicht bekommt Markus Schmidt nach zwei Gesamtsiegen in Serie jetzt endlich in 2007 die verdiente Start-Nummer 1 …
Zu den Publikumslieblingen gehörte einmal mehr Wilfried Bus im 1600er-VW Golf. Vierter Gesamtrang und überlegener Klassensieg waren der verdiente Lohn. Mit den üblichen A-ha-Momenten waren Willi Wiegmann und Frank Lambertz im Renault Clio Williams unterwegs. In der Gruppe N/F2005 holte sich das Duo sogar den Gruppensieg, auf WP drei musste „der wilde Willi“ aber alle Register ziehen, um den ausgebrochenen Franzosen wieder auf Kurs zu kriegen.
Um den fünften Gesamtrang blieb es bis zuletzt ähnlich spannend wie bei der Vergabe des Gesamtsieges. Im Mittelpunkt des Geschehens standen die Köln-Ahrweiler-Gesamtsieger Paul Jerlitschka/Dietmar Moch (2004) und Oliver Rohde/Jan Wolff (2005). Letztgenannter peilte ein Top-Ten-Ergebnis an: „Hier sind so viele gute und starke Autos. Außerdem ist Kempenich für mich neu“, war der Essener bescheiden. „Wir werden nicht zu viel riskieren. Und hier müssen wir andere Reifen fahren als bei der Köln-Ahrweiler, daran müssen wir uns erst gewöhnen.“ Im Ziel hatte Jerlitschka mit seinen Ford Escort RS 2000 1,1 Vorsprung auf Rohde am Steuer des Porsche 924 Carrera GT, dessen seltenes Fahrzeug eine Bereicherung für den deutschen Rallyesport ist.
Glück im Unglück hatten Christian Menzel und Peter Nöker im Ford Escort RS 2000. „Wir haben unser Auto nach der Köln-Ahrweiler nur gewaschen“, gab der amtierende Porsche-Cup-Champion vor dem Start zu. Doch kurz vor dem Ziel von WP zwei endete die Fahrt weit neben der Strecke in den Langlaufloipen von Hochacht.
Gesamtklassement 28. ADAC-Rallye 200 Kempenich:
1. Markus Schmidt/Ulli Weidauer (Ford Escort MkII RS 2000) 21.14,6 Minuten (1. Gr. H bis 2000 ccm)
2. Frank Reiter/Ralf Pallier (BMW M3) + 0,8 Sek. (1. Gr. H bis 3000 ccm)
3. Willi Stumpf/Kai Stumpf (BMW M3) + 26,0 Sek.
4. Wilfried Bus/Cornelia Maas (VW Golf GTi) + 45,6 Sek. (1. Gr. H bis 1600 ccm)
5. Paul Jerlitschka/Dietmar Moch (Ford Escort MkII RS 2000) + 1.08,4 Minuten
6. Oliver Rohde/Jan Wolff (Porsche 924 Carrera GT) + 1.09,5 Min. (1. Gr. B)
7. Darius Drzensla/Alexander Schmitt (Ford Escort RS 2000) + 1.11,8 Min. (1. Gr. 2 bis 2000 ccm)
8. Frank Schlinck/Hans-Peter Loth (Seat Ibiza Cupra) + 1.14,7 Min.
9. Jens Vogt/Heiko Schmitt (BMW 318iS) + 1.14,8 Min.
10. Michael Bieg/Bernd Birkholz (Opel Kadett E) + 1.19,5 Min.
15. Willi Wiegmann/Frank Lambertz (Renault Clio Williams) + 1.33,2 Min. (1. N/F05 bis 2000 ccm)
20. Mario Fuchs/Maik Dünker (Daihatsu Charade) + 1.47,5 Min. (1. Gr. H bis 1300 ccm)
23. Guido Michels/Thorsten Hermann (Citroen Saxo) + 2.09,4 Min. (1. N/F05 bis 1600 ccm)
33. Horst Schmitt/Hans Bauer (Opel Kadett C Coupé) + 2.32,9 Min. (1. Gr. 1 bis 2000 ccm)
42. Markus Müller/Sylvia Statnik (Mazda 323) + 2.58,2 Min. (1. Gruppe G)
WP-Bestzeiten:
Reiter 3, Schmidt 1
wichtige Ausfälle:
WP 3: Andreas Mansfeld/Björn Leifert (Honda Civic Type-R) technischer Defekt
WP 2: Frank Herr/Matthias Eichhorn (Ford Escort Cosworth) Unfall
WP 1: Wilfried Brunken/Thorsten Schulz (Ford Sierra Cosworth) technischer Defekt
WP 1: Christoph Schleimer/Dieter Hawranke (Vauxhall Astra GTE) Hinterachse
Vor dem Start: Marc Färber/Alexandra Färber (Mitsubishi Lancer Evo IV) technischer Defekt