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2006-02-04 21:43:14 - ju
WRC: Grönholm zeigte, wer der Boss ist

Mischt ganz vorne mit: Mattias Ekström
Mit fünf von sieben möglichen Bestzeiten war Marcus Grönholm der Mann der zweiten Etappe bei der Uddeholm Swedish Rally. Der finnische Ford Focus-Pilot vergrößerte seinen Vorsprung zu Sebastien Loeb (Kronos-Citroen) auf 25,1 Sekunden. Dahinter tauschten Daniel Carlsson und Gigi Galli die Plätze, liegen aber mit ihren privat eingesetzten Mitsubishi Lancer immer noch hervorragend. Für das vermeintliche Highlight des Tages sorgten die beiden OMV Bozian-Piloten Manfred Stohl und Henning Solberg, die in exakt der gleichen Kurve auf WP 11 abflogen.

„Am Morgen haben wir direkt Gas gegeben, einige Modifikationen gegenüber gestern erwiesen sich als sehr gut“, freute sich Grönholm. „Wir fahren nur so schnell, wie wir müssen, um Sebastien hinter uns zu lassen. Ansonsten möchte ich morgen gerne zum vierten Mal als Sieger in Hagfors über die Rampe fahren.“ Nebenbei: „Bosse“ Grönholm feiert morgen seinen 38. Geburtstag. Sebastien Loeb klagte über eine vermeintlich falsche Reifenwahl am Kronos-Citroen, gab aber zu, daß Tempo von Grönholm nicht mitgehen zu können.

Grönholms Teamkollege Mikko Hirvonen vollbrachte die größte Aufholjagd des Tages und verbesserte sich vom 28. auf den 16. Platz. „Nach meinen Motorproblemen von gestern habe ich zwar keine Chance mehr auf WM-Punkte, aber ich soll weiterfahren und testen. Und auch für Marcus die eine oder andere Reifenmischung mal ausprobieren“, erzählte Hirvonen, dessen Mechaniker übrigens einen defekten Keilriemen als Ursache für die gestiegene Wassertemperatur am Vortag ausfindig machen konnten.

Mit weiterhin bärenstarken Leistungen überzeugen die beiden Mitsubishi-Privatiers Daniel Carlsson und Gianluigi Galli. Carlsson hatte erst wenige Tage vor dem Start das Cockpit von Harri Rovanperä geerbt, der das nötige Budget nicht zusammen bekam. Rovanperä, im Vorjahr mit 39 Punkten der mit Abstand erfolgreichste Mitsubishi-Fahrer und Schweden-Sieger von 2001, trauerte der entgangenen Chance nach. „Es ist schade, nicht mitfahren zu können. Wenn man jetzt sieht, wo Daniel liegt“, zeigte sich Rovanperä traurig. Denn der Finne – auf Schnee sicherlich noch stärker als der Schwede und der Italiener – hätte vielleicht sogar mit Grönholm und Loeb um den Sieg kämpfen können.

Um Platz fünf lieferten sich heute Mattias Ekström (Red Bull-Skoda) und Janne Tuohino im 2004er-Sainz-Argentinien-Sieger-Citroen ein spannendes Duell. Häufig wechselte die Position, am Ende lag der DTM-Champion von 2004 0,1 Sekunden vor. Ekström büßte in WP sieben Zeit in einer Schneewand ein und würgte in WP 10 einmal den Motor ab. Kristian Sohlberg hat im Red Devil-Subaru nur 14 Sekunden Rückstand zu den beiden, während Markenkollege Thomas Radström als achter fast eine Minute mehr aufweist.

Eine Kopie von Portugal 1981 – damals flogen Ari Vatanen und Hannu Mikkola mit den Sutton-Escorts in der gleichen Kurve ab – lieferten dieses Mal die beiden Bozian-Piloten. Zwei Kilometer vor dem Ziel der elften Prüfung überschlug sich zunächst Henning Solberg, den die Fans wieder auf die Räder stellten. Solberg fuhr weiter, während Beifahrer Cato Menkerud mit den Füssen die Windschutzscheibe heraustrat und jede Menge Schnee aus dem Fahrzeug entfernte. „In dieser Rechtskurve haben uns die Schneebänke gefehlt. Das Auto ist ziemlich quer gekommen, wir haben vorne eingefädelt und sind nach links abgeflogen. Vielen Dank an die Fans, sie haben uns vom Dach wieder auf die Räder gestellt, und so konnten wir die Prüfung beenden.“ Ohne Windschutzscheibe und bei minus elf Grad erreichte das Norwegische Duo innerhalb der vorgeschriebenen Zeit die Servicezone in Hagfors und konnte die zweite Etappe auf Platz neun beenden.

15 Sekunden später flog Manfred Stohl mit seinem OMV-Peugeot in der gleichen Ecke ab. Der Österreicher rollte zwar nicht, krachte aber mit vorne links in einen Erdwall. „Wir sind anschließend noch 50 Meter gefahren, aber dann ist uns der Motor abgestorben und wir konnten nicht mehr starten. Ich vermute, dass die Antriebswelle beschädigt wurde und dabei auch ein Kabel abgerissen ist. Schade, es ist bis jetzt so gut gelaufen“, meinte ein enttäuschter Manfred Stohl.

Petter Solbergs Pechsträhne vom Vortag setzte sich fort. Erneut bereitete das Getriebe Probleme, eine Prüfung musste der Subaru-Pilot sogar komplett im vierten Gang fahren. "Wir wussten, dass dies passieren könnte", erklärte der Vorjahressieger. "Denn wir hatten uns entschlossen, das Getriebe der ersten Etappe wieder einzubauen, um mehr Erfahrungswerte zu bekommen." In WP 12 rutschte „Hollywood“ dann kurz in eine Schneewehe und musste anschließend kurz aussteigen, um den Kühlergrill vom Schnee zu befreien.

Gesamtklassement nach 13 von 19 Wertungsprüfungen:
1. 3 Ford WRT: Marcus Grönholm/Timo Rautiainen (Ford Focus 06) 2:21.51,9 Stunden
2. 1 Kronos WRT: Sebastien Loeb/Daniel Elena (Citroën Xsara) + 25,1 Sekunden
3. 63 Daniel Carlsson/Bo Holmstrand (Mitsubishi Lancer) + 2.32,7 Minuten
4. 14 Ralliart Italia: Gianluigi Galli/Giovanni Bernacchini (Mitsubishi Lancer) + 2.33,0 Min.
5. 12 Red Bull Skoda: Mattias Ekström/Stefan Bergman (Skoda Fabia) + 3.28,1 Min.
6. 15 Janne Tuohino/Risto Pietiläinen (Citroën Xsara) + 3.28,2 Min.
7. 18 Red Devil: Kristian Solberg/Kaj Lindström (Subaru Impreza) + 3.42,4 Min.
8. 16 RT Olsbergs: Thomas Radström/Jürgen Skallman (Subaru Impreza) + 4.26,5 Min.
9. 8 OMV Peugeot Norway: Henning Solberg/Cato Menkerud (Peugeot 307) + 5.14,6 Min.
10. 10 Stobart M-Sport: Kosti Katajamäki/Timo Alane (Ford Focus 04) + 5.55,0 Min.
11. 2 Kronos WRT: Xavier Pons/Carlos Del Barrio (Citroën Xsara) + 6.17,2 Min.
12. 19 Peugeot Sweden: Jimmy Joge/TBA (Peugeot 206) + 7.14,6 Min.
13. 17 Czech RT: Jan Kopecky/Filip Schovanek (Skoda Fabia) + 9.31,4 Min.
14. 6 Subaru WRT: Chris Atkinson/Glenn MacNeall (Subaru Impreza 06) + 10.28,3 Min.
15. 5 Subaru WRT: Petter Solberg/Philip Mills (Subaru Impreza 06) + 11.10,8 Min.
16. 4 Ford WRT: Mikko Hirvonen/Jarmo Lehtinen (Ford Focus 06) + 11.22,6 Min.
17. 9 Stobart M-Sport: Matthew Wilson/Michael Orr (Ford Focus 04) + 11.37,6 Min.
19. 21 Kronos WRT: Daniel Sordo/Marc Marti (Citroën Xsara) + 13.03,3 Min.
20. 11 Red Bull Skoda: Andreas Aigner/Timo Gottschalk (Skoda Fabia) + 13.07,0 Min.

wichtige Ausfälle:
WP 11: 7 OMV Peugeot Norway: Manfred Stohl/Ilka Minor (Peugeot 307) Unfall




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