Erster Ford-Sieg bei der Monte seit Francois Delecour 1994
Mit der Ruhe eines Huskyzüchters vom Polarkreis fuhr Marcus Grönholm am letzten Tag der Rallye Monte Carlo seinen ersten Asphalt-Sieg ein: Trotz gedrosseltem Tempo hatte der zweifache Weltmeister am Ende über eine Minute Vorsprung auf Sebastien Loeb. Grönholm feierte somit bei seinem neuen Arbeitgeber Ford ein perfektes Debüt und freute sich mächtig, endlich auch mal auf festem Untergrund gewonnen zu haben.
Hinter Grönholm steppte auf der letzten Etappe der Bär: die beiden Peugeot-Piloten Toni Gardemeister und Manfred Stohl sowie Loeb kämpften um die verbliebenen Podiumsplätze. Loeb, der in Prüfung sechs in einer vereisten Linkskurve rechts einen verschneiten Abhang runtergerutscht war, die Prüfung nicht beendete und daher fünf Strafminuten kassierte, fuhr mit dem sprichwörtlichen Messer zwischen den Zähnen.
In der dritten Prüfung des Tages (WP 15) zog Loeb an Stohl vorbei und hetzte nun Gardemeister im privaten Astra-Peugeot. Vor der letzten Prüfung lag der Franzose noch 6,2 Sekunden hinter dem Finnen. Doch dann der Zieleinlauf: Stohl war zwar 18,7 Sekunden (!) schneller als Loeb, doch das war zu wenig für den Österreicher. Loeb seinerseits war aber 27,5 Sekunden (!) schneller als Gardemeister, so daß der zuletzt dreimal im Fürstentum siegreiche Franzose doch noch zweiter wurde. Und das mit fünf Strafminuten!
„Schade, daß uns der eine Fehler am Freitag den Sieg gekostet hat“, ärgerte sich Loeb im Ziel. Aber auf der anderen Seite atmeten viele in der Rallye-Welt auf: Gott sei Dank gab es nicht den Sieg eines Fahrers, der nicht alle Prüfungen beendet hatte und eigentlich ausgefallen war.
Zufriedene Miene bei Manfred Stohl: „Wir haben auf den letzten Sonderprüfungen wirklich alles versucht, um aufs Podium zu kommen. Leider haben die Zuschauer auf SP 16 zu viel Schnee hineingeschaufelt. Dadurch habe ich mit den Slicks zu viel Zeit verloren. Aber der vierte Platz ist ein sensationeller WM-Einstieg. Bozian Racing hat exzellente Arbeit geleistet. Ein paar Kleinigkeiten werden wir in den nächsten Rallies sicher noch verbessern. Von meinen ersten beiden Sonderprüfungsbestzeiten am Schluß werde ich noch meinen Enkerln erzählen“, strahlte der OMV-Pilot.
Auf den Plätzen fünf und sechs liefen Stephane Sarrazin im neuen Subaru Impreza und Chris Atkinson im Vorjahres-Modell ein. Gilles Panizzi rutschte mit seinem Skoda Fabia noch vom siebten auf den zehnten Rang ab. Auf der ersten Prüfung des Tages war der Franzose gleich zweimal zu schnell: Auf einer vereisten Brücke touchierte er hinten links einen Felsen. Rund fünf Kilometer weiter gab es dann in einer Rechtskurve einen heftigen Mauerkontakt – wieder – hinten links. Panizzi hatte Glück, überhaupt weiterfahren zu können, fiel aber aus den WM-Rängen raus.
Grönholms Teamkollege Hirvonen kam somit zu zwei WM-Punkten während Loebs-Teamkollege Daniel Sordo auf Rang acht landete. In der Marken-WM führt nun BP-Ford vor Kronos-Citroen sowie OMV Bozian-Peugeot.
Gesamtklassement nach 18 Wertungsprüfungen:
1. Marcus Grönholm/Timo Rautiainen (Ford Focus 06) 4:11.43,9 Stunden
2. Sebastien Loeb/Daniel Elena (Kronos-Citroen Xsara) + 1.01,8 Minuten
3. Toni Gardemeister/Jakke Honkanen (Astra-Peugeot 307) + 1.13,1 Min.
4. Manfred Stohl/Ilka Minor (OMV-Bozian-Peugeot 307) + 1.42,3 Min.
5. Stephane Sarrazin/Stephane Prevot (Subaru Impreza 06) + 3.20,2 Min.
6. Chris Atkinson/Glenn MacNeall (Subaru Impreza 05) + 5.02,4 Min.
7. Mikko Hirvonen/Jarmo Lehtinen (Ford Focus 06) + 6.19,5 Min.
8. Daniel Sordo/Marc Marti (Kronos-Citroen Xsara) + 7.15,2 Min.
9. Xavier Pons/Carlos Del Barrio (Kronos-Citroen Xsara) + 7.42,9 Min.
10. Gilles Panizzi/Herve Panizzi (Red Bull-Skoda Fabia) + 9.29,8 Min.
11. Jan Kopecky/Filip Schovanek (Skoda Fabia) + 12.19,1 Min.
12. Oliver Burri/Christophe Hofmann (Peugeot 307) + 14.12,8 Min.
13. Andreas Aigner/Klaus Wicha (Red Bull-Skoda Fabia) + 17.46,1 Min.