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2006-01-15 18:42:12 - ks
RAID: Mitsubishi gewinnt Dakar zum sechsten Mal in Folge

Mitsubishi feierte insgesamt den elften Dakar-Sieg
Mitsubishi hat seine Dominanz bei der härtesten Rallye der Welt fortgesetzt: Elf Dakar-Siege insgesamt, sechs davon in Folge – kein anderer Hersteller hat den seit 1979 ausgetragenen Wüstenklassiker häufiger gewonnen als Mitsubishi. Luc Alphand sicherte sich 2006 erstmals in seiner Karriere den Sieg bei der Rallye Dakar und sorgte damit für den vierten Triumph eines Mitsubishi Pajero Evolution, der bislang bei der Dakar noch ungeschlagen ist.

Die 15. und abschließende Etappe rund um den Zielort Dakar wurde wegen eines Todesfalles am Vortag neutralisiert, Alphand und seinem Co-Piloten Gilles Picard war der Erfolg auf dem letzten Teilstück endgültig nicht mehr zu nehmen. Für Gilles Picard war es der zweite Dakar-Erfolg nach 1998, als er mit Jean-Pierre Fontenay ebenfalls für Mitsubishi gewann. Luc Alphand, dreimaliger Sieger des Ski-Weltcups, hatte auf Etappe 12 von Bamako nach Labé die Führung der insgesamt 9.043 Kilometer von seinem Teamkollegen Stéphane Peterhansel übernommen und bis ins Ziel nicht mehr abgegeben. "Bei meiner allerersten Teilnahme musste ich aufgeben", so Alphand, der fünf der 15 Dakar-Tage die Spitze inne hatte. "Da habe ich mir geschworen, dass ich das nicht mehr erleben will. Dass wir nun gewonnen haben, ist einfach fantastisch. Ich wusste, dass ich eine große Chance hatte, hier zu siegen, denn unser Team hat hart an der Weiterentwicklung des Autos gearbeitet. Ich denke, alles in allem war Mitsubishi die Mannschaft mit den besten Allround-Fähigkeiten."

Neben der Zuverlässigkeit des 270 PS starken Mitsubishi Pajero Evolution mit 4,0-Liter-V6-Motor waren eine möglichst fehlerfreie Fahrt der Schlüssel zum hart umkämpften Erfolg. Sechs Führungswechsel, sieben verschiedene Tagessieger – die 2006er Ausgabe der Rallye Dakar war eine der spannendsten der Geschichte. Den Grundstein zum sechsten Sieg in Folge legte die Mitsubishi-Mannschaft auf den Etappen 7, 8 und 9. Im tiefen Sand Mauretaniens übernahm zunächst Luc Alphand die Führung, die er tags darauf an seinen Teamkollegen Stéphane Peterhansel weitergab. Nach vier Tagen an der Spitze kostete ein Fahrfehler Peterhansel die souveräne Führung. Der Franzose, der die Rallye in den vergangenen zwei Jahren gewonnen hatte, traf auf Etappe 12 einen Baum. Die nötige Reparatur ließ den 40-Jährigen auf Platz vier zurückfallen, den er bis ins Ziel verteidigte. "Ich habe vor ein wenigen Tagen einen Fehler gemacht", so Peterhansel. "Bei der hohen Leistungsdichte der Dakar war der Zeitverlust nicht mehr aufzuholen. Ich bin etwas enttäuscht, dass ich den Sieg-Hattrick nicht geschafft habe, freue mich aber sehr für Luc Alphand und Gilles Picard für ihren gemeinsamen Erfolg."

Mitsubishi-Pilot Nani Roma feierte sein Debüt auf dem Podest für Automobile. Der Dakar-Sieger von 2004 auf dem Motorrad wurde bei seinem zweiten Auftritt mit vier Rädern Dritter. "Die Rallye lief von Anfang an fantastisch für mich", so Roma. "Die Dakar war dieses Jahr stets spannend und sehr knapp. Deswegen mussten sich Fahrer und Beifahrer permanent konzentrieren. Ich freue mich, auf dem Podium zu stehen und Teil dieser tollen Mannschaft zu sein."

Nicht ins Ziel kam Hiroshi Masuoka. Der Japaner, Sieger der Jahre 2002 und 2003 mit Mitsubishi, erreichte nach einem Überschlag mit einem beschädigten Auto das Ziel der vierten Etappe, konnte die Rallye aber nicht fortsetzen, weil das Fahrzeug nicht repariert werden konnte. "An einer Kreuzung, an der einige Zuschauer standen, haben wir ein Hindernis zu spät gesehen", berichtete der 45-Jährige.

Dass die verbliebenen drei Werks-Mitsubishi die Gesamtränge eins, drei und vier einfuhren, bewertete Teamchef Dominique Serieys positiv. "Letztes Jahr konnte ich unserer Siege noch an zwei Händen abzählen, dieses Jahr fehlt mir dazu ein Finger", so Serieys schmunzelnd. "Es war keine leichte Rallye, aber unser Team hat unser Ziel, ein sechstes Mal in Folge zu gewinnen, nie aus den Augen verloren. Unsere Mannschaft und unser Budget sind kleiner als die der Konkurrenz, aber unsere Erfahrung hat am Ende den Ausschlag gegeben."
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