Nach zwei zusammen etwa 200 Kilometer langen Sonderprüfungen in Portugal lautet die Bilanz vor der Überfahrt nach Afrika: Dakar-Auftakt geglückt für Kwikpower Mercedes-Benz. Für die dritte Etappe, die durch Marokko führt, trennen sich nun für eine Nacht und einen Tag die Wege des Rallye-Prototypen und des Renn-Unimogs einerseits und der der Mercedes-Serviceflotte andererseits. Während die Wettbewerber bei Malaga auf der Fähre übersetzen, müssen die Begleitfahrzeuge in Gibraltar an Bord. Nach einer Nacht auf der Fähre nehmen Ellen Lohr und Detlef Ruf sowie die dreiköpfige Besatzung im Unimog am zweiten Januar die erste Etappe in Afrika in Angriff, die mit 314 Sonderprüfungs-Kilometern und einer Gesamtdistanz von 672 Kilometern von Nador nach Er Rachidia führt. Das gesamte Kwikpower Mercedes-Benz Team trifft dann erst abends im Biwak wieder aufeinander.
Ellen Lohr: „Ich bin total happy, dass es sowohl gestern als auch heute genau so abgelaufen ist, wie wir es uns vorgenommen hatten, nämlich mit null Attacke durchzukommen. Insofern liegen wir genau im Plan. Unsere große Aufgabe ist es, alle fünf Mercedes-Fahrzeuge nach Dakar zu bringen – das ist unsere Herausforderung. Heute gab es für die Mechaniker ein bisschen was zu schrauben, denn wir sehen uns ja erst morgen Abend wieder. Auf den ersten beiden Prüfungen war es für mich am meisten gewöhnungsbedürftig auf die Zuschauer zuzufahren. Die standen zu tausenden dicht gedrängt am Streckenrand oder auch mal mitten auf der Strecke. Man fährt auf sie zu, wie auf eine Wand und denkt: Hoffentlich springen die auch rechtzeitig weg. Ich glaube, daran werde ich mich nicht so schnell gewöhnen. Jetzt freuen wir uns alle auf Afrika.“
Harter Auftakt für Renn-Unimog – Streckensperrungen kosten Zeit
Zwei extrem harte erste Tage hat das Trio im Renn-Unimog erlebt. Wegen der hohen Startnummer war die Strecke nach allen Motorrädern, Rallye-Autos und 50 Trucks praktisch „umgepflügt“. Schließlich steckten Teilnehmer im Schlamm fest, so dass die erste Sonderprüfung teilweise gesperrt wurde und die zweite Etappe sogar komplett annulliert werden musste. Der Fahrer des Unimog, der Pfälzer Udo Kühn, ist der Mann mit der größten Dakar-Erfahrung beim Kwikpower Mercedes-Benz Team. Die diesjährige Ausgabe ist bereits seine neunte Dakar!
Udo Kühn: „Wir sind an sich gut durchgekommen, denn der Unimog ist das beste Gefährt, dass man in so einem unwegsamen Gelände steuern kann. Aber durch die Sperrungen der Strecke haben wir Zeit auf unseren Rallye-Prototypen verloren. Das macht uns aber keine großen Sorgen. Die Rallye hat gerade erst begonnen und ab der vierten Etappe in Marokko werden Autos und Trucks ohnehin gemischt starten. Wir haben nur ein Ziel: so schnell wie möglich zur Stelle sein, wenn Ellen im Rallye-Auto auf einer Prüfung ein Problem hat.“