V8-Champion 2005: Russell Ingall im SBR-Ford Falcon
Auf dem Phillip Island Grand Prix Circuit machte Russell Ingall den Sack zu: Der 41jährige gewann erstmals den Titel bei den australischen V8Supercars. Drei fünfte Plätze am Steuer des Stone Brothers Racing-Ford Falcon bei den letzten drei Saisonrennen reichten locker, um mit 1922 Punkten die Nase vorn zu haben. Mit Craig Lowndes und Marcos Ambrose sorgten zwei weitere Falcon-Piloten für den totalen Triumph des Blue Oval. Und für SBR war es der dritte Titel in Folge, nachdem Ambrose in den letzten beiden Jahren in Down Under dominiert hatte.
Die Vorzeichen für die letzten drei Rennen waren klar: Nur noch Ingall, Lowndes und Ambrose konnten Meister werden, wobei Erstgenannter eindeutig die besten Karten hatte. Nach dem Totalschaden in Bathurst und Bremsproblemen in Symmons Plains hatte Ambrose die Chancen auf einen Hattrick nahezu komplett eingebüßt.
Im ersten der drei Rennen auf Phillip Island legte Lowndes los wie die Feuerwehr und siegte, Ambrose wurde dritter. Ingall fuhr taktisch klug auf Rang fünf. Obwohl der Grand Prix Circuit eigentlich die Holden-Teststrecke ist, hatten die Commodore-Piloten das Nachsehen. Einzig das HSV-Doppel Garth Tander und Rick Kelly konnte das Tempo der Ford-Piloten mitgehen. Im zweiten Lauf siegte dann Ambrose mit neun Sekunden Vorsprung deutlich vor Tander und Lowndes. Ein 23. Rang würde Ingall, der den deutschen Fans vor allem noch aus seiner Formel 3-Saison bei Schübel 1992 bekannt ist, für den Titel reichen.
Ambrose zog auch im Finalrennen auf und davon, einzig Lowndes konnte folgen. Der Triple Eight-Pilot bekam dann eine Drive-Through aufgebrummt, weil noch vor dem Pflichtboxenstopp einem seiner Mechaniker der rechte Hinterreifen in die „Fast Lane“ gerollt war. Lowndes fiel zurück auf Rang 28 und musste jetzt sogar noch um die Vizemeisterschaft zittern. Bis auf den 15. Rang kämpfte sich der Falcon-Pilot wieder vor und wurde somit Gesamt-Zweiter vor Ambrose.
Von 1988 bis 1995 hatte Ingall in Europa unzählige Formel-Rennen und –Titel gewonnen, ehe der in Großbritannien geborene in die Heimat zurückkehrte und in die V8-Serie einstieg. Zusammen mit Lary Perkins gewann der mit Julia verheiratete auf Anhieb die 1000 Kilometer von Bathurst in 1996.
Den jetzigen Titel beurteilt Ingall als den Größten in seiner Karriere: „Die V8Supercars sind die wichtigste Tourenwagenserie der Welt nach NASCAR. Daher bin ich über diesen Triumph besonders stolz“, strahlte der SBR-Pilot nach dem Rennen. „Ein Riesendank an Ford und Stone Brothers für den perfekten Falcon. Und auch an Marcos, dem ich für die Zukunft alles Gute wünsche.“ Der ehemalige Meister wechselt für 2006 in die NASCAR, James Courtney wird seinen Platz bei SBR einnehmen.
Endstand V8Supercars nach 30 Rennen:
1. Russell Ingall (SBR-Ford Falcon) 1922 Punkte
2. Craig Lowndes (888-Ford Falcon) 1865
3. Marcos Ambrose (SBR-Ford Falcon) 1856
4. Todd Kelly (HRT-Holden Commodore) 1760
5. Mark Skaife (HRT-Holden Commodore) 1754
6. Garth Tander (HSV-Holden Commodore) 1734
7. Steven Richards (Castrol-Perkins-Holden Commodore) 1669
8. Rick Kelly (HSV-Holden Commodore) 1630
9. Jason Bright (FPV-Ford Falcon) 1566
10. Cameron McConville (Repco Valvoline Cummins-Holden Commodore) 1501
11. Greg Murphy (Super Cheap-Holden Commodore) 1500
12. Steven Johnson (Westpoint-Ford Falcon) 1460
13. Steve Ellery (888-Ford Falcon) 1424
14. Paul Radisisch (TKR-Holden Commodore) 1384
15. Glenn Seton (Westpoint-Ford Falcon) 1353
(insgesamt 69 Piloten klassiert)