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WRC: Sieg für Duval, McRaes Leistung blieb unbelohnt

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Erster WRC-Sieg für Francois Duval |
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| Die ersten Zeilen widmet der Chronist an dieser Stelle ausnahmsweise nicht dem Sieger. Oder ist er doch ein Sieger, wenn er auch nicht derjenige ist, der nach 26 Prüfungen bei der Telstra Rally Australia das Gesamtklassement angeführt hat? Colin McRae hat mehr als zwei Tage lang seine ohnehin zahlreiche Fangemeinde gleichermaßen begeistert und erweitert. Und der Schotte hat seinem Arbeitgeber Skoda bewiesen, dass man auch mit einem Fabia WRC konkurrenzfähig sein kann.
Auf der 22. Prüfung begann das Unheil seinen Lauf zu nehmen für den Weltmeister von 1995. McRae verpasste einen Abzweig, büßte 8,2 Sekunden gegenüber Harri Rovanperä ein und verlor seinen zweiten Gesamtrang genau an den Mitsubishi-Piloten. In der nächsten Prüfung addierten sich weitere Sekunden Rückstand dazu, denn die Kupplung begann mit einer Teilzeitverweigerung.
Vor WP 24 stand ein Service auf dem Programm, der dem Fabia WRC eine neue Kupplung spendieren und dem heuer so arg gebeutelten tschechischen Team wenigstens den dritten Platz sichern sollte. Aber innerhalb der erlaubten Servicezeit wurden die Mechaniker nicht fertig und Colin McRae erlebte eine der wohl bittersten Stunden in seiner Motorsportlaufbahn.
„Es ist eine große Enttäuschung, so kurz vor dem Ziel ausscheiden zu müssen, denn ich war zuversichtlich, Harri noch einzufangen“, gab McRae zu. „Aber ich habe alles verloren, als der Kupplungswechsel schief ging. Solche Dinge können immer passieren, aber dass es ausgerechnet heute sein muss, ist natürlich frustrierend. Es hat aber gezeigt, wo wir stehen. Ich hoffe, das hat einen positiven Effekt auf das ganze Team." In dieser Woche wollen die Tschechen die Entscheidung treffen, ob sie auch in 2006 an der WRC teilnehmen werden.
Im Schatten von McRae ging der erste WRC-Sieg von Francois Duval etwas unter. Es war ohnehin nicht das Jahr des Belgiers, der sich sicherlich mehr erhofft hatte. Zumal er das mit Abstand beste Auto-Reifen-Paket zur Verfügung hatte. Aber: Nach seinen Fehlern zu Saisonbeginn zeigte Duval einige richtig gute Leistungen. In der zweiten Saisonhälfte sammelte der Belgier 42 WM-Punkte und war damit ganz klar der zweitbeste Pilot, nur Loeb war besser.
Hinter Harri Rovanperä kam nach McRaes Ausfall Manfred Stohl zum zweiten Podiumsrang in diesem Jahr nach Zypern (Platz zwei). Der Österreicher hatte im privaten Kronos-Citroën sechs Sekunden Vorsprung auf den verbliebenen Subaru von Chris Atkinson, der ohne seine Lenkungsprobleme am ersten Tag sogar um den Sieg hätte kämpfen können. Gianluigi Galli wurde im zweiten Lancer fünfter, so dass Mitsubishi mit 13 Hersteller-WM-Punkten das beste Team in Australien war.
Auch wenn es dafür keine offizielle Wertung in der FIA World Rally Championship gibt: das OMV-Kronos-World Rally Team war das beste Privatteam in dieser Saison. Mit 22 Punkten konnte noch vor einigen Werkspiloten der neunte Platz in der WM-Endwertung eingefahren werden. Und Ilka Minor ist die einzige Frau in der WM, die zwei Mal auf dem Podium stand. Minor: „Für mich zählt dieser dritte Platz mehr, als der zweite Rang von Zypern. Dort sind wir taktisch gefahren. Hier mussten wir bis zum letzten Meter kämpfen.“ Auch die Bilanz des OMV World Rally Teams liest sich eindrucksvoll: „Wir haben in diesem Jahr die Plätze 2, 3, 4, 5, 6, 7 und 8 eingefahren. Das ist schon sensationell. Den Sieg holen wir im nächsten Jahr“, erklärt Kronos-Racing Teamchef Marc van Dalen. Und dafür dürfte der Belgier gute Chancen haben, denn 2006 „parkt“ Citroën Sport Weltmeister Sebastien Loeb bei Kronos Racing.
Zufrieden mit dem neuen Ford Focus WRC 2006 waren die Piloten Toni Gardemeister und Roman Kresta, die am letzten Tag sogar jeweils eine Bestzeit markierten. Gardemeister musste allerdings in WP 25 mit einer defekten Wasserpumpe aufgeben. Kresta wurde sechster vor Markenkollege Daniel Sola, Armin Schwarz kam als achter im letzten WRC-Lauf zum ersten Fahrer-Punkt des Jahres.
Toshihiro Arai siegte in der Production-Car-World-Rally-Championship und freute sich nach mehreren zweiten und dritten Plätzen endlich über den Titel: „Endlich ist der Bann gebrochen. Es ist fantastisch, dass wir es jetzt geschafft haben. Jetzt können wir feiern!" In Australien hatte der Japaner vom ersten Meter an alles im Griff, markierte acht Bestzeiten und setzte sich in der PCWRC locker durch.
Gesamtklassement nach 26 Wertungsprüfungen:
1. Duval/Smeets (Citroën Xsara/M) 3:19.55,0 Stunden
2. Rovanperä/Pietiläinen (Mitsubishi Lancer/P) + 52,9 Sekunden
3. Stohl/Minor (Citroën Xsara/M) + 1.33,0 Min.
4. Atkinson/MacNeall (Subaru Impreza/P) + 1.39,0 Min.
5. Galli/D´Amore (Mitsubishi Lancer/P) + 3.04,4 Min.
6. Kresta/Tomanek (Ford Focus/M) + 3.09,0 Min.
7. Sola/Amigo (Ford Focus/M) + 6.17,4 Min.
8. Schwarz/Wicha (Skoda Fabia/M) + 8.04,3 Min.
9. Arai/Sircombe (Subaru Impreza) + 15.43,2 Min. (1. Gruppe N)
M= Michelin, P=Pirelli
wichtige Ausfälle:
WP 25: Gardemeister/Honkanen (Ford Focus/M) Wasserpumpe
nach WP 23: McRae/Grist (Skoda Fabia/M) Kupplung
nach WP 13: Solberg/Mills (Subaru Impreza/P) Folgen nach Kollision mit Känguru
WP 9: Loeb/Elena (Citroën Xsara/M) Unfall
nach WP 7:Grönholm/Rautiainen (Peugeot 307/P) Unfallfolgen
WP 6: Warmbold/Orr (Ford Focus/M) Unfall
WP 5: Pons/Julia (Citroën Xsara/M) Unfall
WP 3: Carlsson/Andersson (Peugeot 307/P) Unfall
WP-Bestzeiten:
Atkinson 8; Rovanperä 5; Duval und Solberg je 4; Loeb 2; Grönholm, Gardemeister und Kresta je 1
Endstand in der Fahrer-WM:
1. Loeb 127; 2. Grönholm und Solberg je 71; 4. Gardemeister 58; 5. Märtin 53; 6. Duval 47; 7. Rovanperä 39; 8. Kresta 29; 9. Stohl 22; 10. Hirvonen und Galli je 14; 12. Atkinson 13; 13. Sainz 11; 14. H. Solberg 9; 15. Panizzi und Pons je 7; 17. Sarrazin und Warmbold je 6; 19. Carlsson 5; 20. Bernardi 4; 21. Bengue 3; 22. McRae und Sola je 2; 24. Kopecky, Pykälistö, Higgins und Schwarz je 1.
Endstand in der Marken-WM:
1. Citroën 188; 2. Peugeot 135; 3. Ford 104; 4. Subaru 97; 5. Mitsubishi 76; 6. Skoda 21.
Endstand in der PCWRC:
1. Arai 50; 2. Al-Attiyah 35; 3. Ligato 33; 4. Nutahara 22; 5. Pons 20; 6. Medeghini und Teiskonen je 19; 7. Beltran und Friesiero je 17; 10. Pozzo 15; 11. Tirabassi 11; 12. Al-Wahaibi 10; 13. Higgins 8; 14. Errani und Villagra je 7; 16. Rosselot 6; 17. Singh 4.
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