Colin McRae überzeugte am ersten Tag in Australien
Selten verlief in der Vergangenheit ein Tag zur WRC so ereignisreich. Am Ende der ersten Etappe, nach 11 von 26 Wertungsprüfungen, führt in Australien Petter Solberg im Subaru Impreza vor Citroën-Pilot Francois Duval und dem sensationellen Colin McRae im Skoda Fabia. Weltmeister Sebastien Loeb musste nach einem Unfall aufgeben.
Zunächst bestimmte das Subaru-Duo das Geschehen: Solberg startete mit einer Bestzeit und blieb in Führung bis nach WP drei, ehe Teamkollege Chris Atkinson das Zepter übernahm. Der junge Australier brillierte bei seinem Heimspiel und markierte mit vier auch die meisten Bestzeiten. In der sechsten Prüfung klagte Atkinson über einen Lenkungsdefekt und verlor fast zwei Minuten. „Plötzlich stand das Lenkrad total schief“, wunderte sich der Subaru-Pilot. Teamleader Solberg ging wieder in Front, aber nur für zwei WPs.
Weltmeister Sebastien Loeb war immer besser in Fahrt gekommen und hatte am Nachmittag nicht mehr ganz so den Nachteil des ersten Starters. Der Franzose war auf den Prüfungen sieben und acht der Schnellste und ging – wenn auch knapp – am Norweger vorbei. Lange konnte sich Super-Seb nicht über die Führung erfreuen, denn nur eine Prüfung später machte der Citroën-Pilot einen seiner ganz seltenen Fehler: Loeb traf einen Baum und musste aufgeben. Somit ging Solberg erneut in Führung und gab diese bis zum Etappenziel auch nicht mehr ab.
Einen ganz schlechten Tag erlebte die Peugeot-Mannschaft bei ihrer Abschiedsvorstellung als WRC-Werksteam. Daniel Carlsson verunfallte in WP drei und sein 307 brannte aus, Marcus Grönholm musste – ebenfalls nach Unfallfolgen – auf dem Weg zur achten Prüfung aufgeben. Die örtliche Polizei erklärte seinen Peugeot für nicht mehr verkehrstauglich und legte den WRC still. Ebenfalls nach einem Unfall (WP 6) endete die Australien-Rallye für Anthony Warmbold.
Geradezu sensationell war Colin McRae unterwegs. Am Steuer des Skoda Fabia geigte der schottische Ex-Weltmeister mächtig auf und liegt nach dem ersten Tag auf dem kaum für möglich gehaltenen dritten Gesamtrang, nur 1,4 Sekunden hinter Francois Duval im verbliebenen Citroën Xsara. Positiv auch der erste Tag für den brandneuen Ford Focus WRC 2006. Toni Gardemeister und Roman Kresta liegen auf den Plätzen fünf und sieben.
Mit einer fehlerfreien Leistung schob sich Manfred Stohl auf den fünften Platz. „Anfangs war ich extrem unsicher. Es war rutschig und der Citroën machte nicht ganz das, was ich wollte. Doch das hat sich von Kilometer zu Kilometer gebessert. Ich bin mit der Leistung und dem Zeitrückstand wirklich sehr zufrieden.“ Großes Pech hatte Kronos-Teamkollege Xavier Pons. Pons: „Wir sind von der Straße abgekommen und haben einen Baum touchiert. Dabei wurde der Kühler beschädigt. In der Folge gab der Motor den Geist auf. Dadurch ist auch einen neuerlicher Start am Samstag im Rahmen der SupeRally unmöglich“, ärgerte sich der Spanier, der beim Heimspiel noch vierter geworden war.
Gesamtklassement nach 11 von 26 Wertungsprüfungen:
1. Solberg/Mills (Subaru Impreza/P) 1:14.58,0 Stunden
2. Duval/Smeets (Citroën Xsara/M) + 46,6 Sekunden
3. McRae/Grist (Skoda Fabia/M) + 48,0 Sek.
4. Rovanperä/Pietiläinen (Mitsubishi Lancer/P) + 1.03,5 Minuten
5. Gardemeister/Honkanen (Ford Focus/M) + 1.07,6 Min.
6. Stohl/Minor (Citroën Xsara/M) + 1.13,4 Min.
7. Kresta/Tomanek (Ford Focus/M) + 1.16,8 Min.
8. Galli/D´Amore (Mitsubishi Lancer/P) + 1.20,2 Min.
9. Sola/Amigo (Ford Focus/M) + 2.00,9 Min.
10. Atkinson/MacNeall (Subaru Impreza/P) + 2.09,3 Min.
11. Schwarz/Wicha (Skoda Fabia/M) + 2.29,4 Min.
12. Arai/Sircombe (Subaru Impreza) + 6.23,9 Min.
M= Michelin, P=Pirelli