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WRC: In Australien steht der neue Ford im Focus

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Die bisherigen Tests mit dem neuen Focus waren viel versprechend |
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| Im Focus des WRC-Finales steht eindeutig Fords neues World Rallye Car (WRC): Der Focus RS 2006. Für die Mannschaft rund um Teamchef Malcolm Wilson ist es mehr als nur ein Testeinsatz für die neue Saison. „Die bisherigen Tests waren viel versprechend. Die Australien-Rallye ist nun der nächste Entwicklungsabschnitt", freut sich Wilson auf Down Under. „Wir fahren nicht nach Australien, um dort zu siegen. Wir wollen wertvolle Informationen über das neue Auto sammeln, die uns in der Vorbereitung auf 2006 helfen sollen." Mit nur neun Punkten Vorsprung auf Subaru in der Marken-WM könnte der dritte Rang somit noch verloren gehen.
Neben dem Debüt des neuen Ford Focus heißt es aber auch Abschied nehmen von einer ganzen Reihe anderer: Citroën zieht sich zumindest für ein Jahr zurück, Peugeot kehrt der WRC ganz den Rücken und widmet sich zukünftig werksmäßig den Sportwagen, Armin Schwarz hört auf und auch das Subaru Rally Team Australia gehört nach dem WRC-Finale der Vergangenheit an.
Für das Übergangsjahr 2006 „leiht“ Citroën seinen Superstar Sebastien Loeb an Kronos-Racing aus. Die Belgier setzen im nächsten Jahr zwei Xsara WRC ein, der zweite Pilot wird vermutlich Xavier Pons sein. Der Spanier lenkte bereits in diesem Jahr ein Fahrzeug des Teams. Die Zukunft des aktuell zweiten Kronos-Piloten Manfred Stohl ist ungewiss.
Nach 27 Siegen seit dem WRC-Wiedereinstieg in 1999 heißt es Abschied nehmen von Peugeot Sport. Die Franzosen, wie Citroën ein Mitglied der PSA-Gruppe, konzentrieren sich zukünftig voll auf Le Mans und peilen hier für 2006 den Sieg an. „Innerhalb von sechs Jahren hat Peugeot dreimal die Marken-WM gewonnen, wurde zweimal Zweiter und Marcus Grönholm gewann zwei Fahrer-Titel. Ich glaube, diese Zahlen sprechen für sich selbst. Das Team, das uns an der Spitze abgelöst hat, zählt ebenfalls zur PSA-Gruppe. Andere Hersteller haben jahrelang um solch einen Erfolg gekämpft“, zieht Jean-Pierre Nicolas, der Direktor von Peugeot Sport, ein positives Resümee.
In Australien haben die beiden Piloten Marcus Grönholm und Daniel Carlsson freie Fahrt. „Nachdem Fahrer- und Marken-WM entschieden sind, unterliegen unsere Piloten keinen taktischen Zwängen", erklärt Jean-Pierre Nicolas. „Ich bin überzeugt, dass wir eine gute Chance auf den Sieg haben. Daniel Carlsson fehlt zwar noch Erfahrung, doch Marcus Grönholm war in Australien immer sehr stark. Außerdem ist der Peugeot 307 WRC auf dieser Art von Terrain sehr konkurrenzfähig." Für den Finnen geht es noch um die Vize-WM gegen Petter Solberg. Beide haben vor dem letzten Lauf 71 Zähler auf dem Konto. „Dieses ist neben der 1000 Seen meine Lieblings-Rallye", erklärt der Schotter-Spezialist, der alle seine bisherigen 18 WM-Siege mit Peugeot feierte, im nächsten Jahr aber zu Ford wechselt.
Neben Super-Seb und Grönholm gehören sicherlich beide Subaru-Piloten zu den Favoriten bei der Telstra-Rally. Denn für Solbergs Teamkollegen Chris Atkinson ist es die Heimrallye. Hier kennt sich der 25jährige aus und als Paket mit dem Impreza und den Pirelli-Reifen dürfte der Nachwuchsmann für einige Überraschungen sorgen. Für eine Mannschaft, die Atkinsons Weg zur Weltspitze mit geprägt hat, ist es die Abschiedvorstellung: Das Subaru Rally Team Australia (SRTA). Seit der Gründung in 1996 hat SRTA alle (!) Fahrertitel und acht von zehn möglichen Marken-Titeln auf dem fünften Kontinent gewonnen. Darüber hinaus gab es viele Klassensiege in WRC und Asian Pacific Championship.
„Wir haben uns die Entscheidung nicht leicht gemacht“, erklärte Nick Senior. „Als wir 1996 das Team gegründet haben, wussten wir, dass der Rallyesport die beste Möglichkeit ist, für unser Produkt zu werben. Es ist die Urform des Motorsports mit der besten Technologie, dem besten Fahrer, den besten Reifen und der besten Mannschaft. Wir haben viele Menschen für einen Subaru, vor allem für den Impreza, begeistern können. Die Subaru-Verkaufszahl ist von 8.500 Fahrzeugen in 1996 auf 35.000 in diesem Jahr angestiegen! Ab 2006 fokussieren wir den Rundstreckensport, um diejenigen zu überzeugen, die wir mit dem Rallyesport nicht erreichen konnten.“
Bei Skoda bestreitet Armin Schwarz seinen letzten WM-Lauf. Der Deutsche, Europameister in 1996, gehörte fast zwei Jahrzehnte lang zu den besten Piloten der Welt. Er gilt bis heute als einer der besten Entwickler für ein Rallyefahrzeug. Vor allem Dank Schwarz waren die Tschechen mit dem Octavia WRC sehr erfolgreich. Seit seinem schweren Unfall bei der Rallye Deutschland in 2003 fand Schwarz nie mehr zu seinem alten Speed zurück, auch der eine oder andere Fehler schlich sich ein. Seine Teamkollegen waren durchweg schneller. In Australien lenkt – wie bei der Wales Rally GB – Colin McRae den zweiten Fabia.
Die wichtigsten Starter im Überblick:
1 Sébastien Loeb, 2 Francois Duval (beide Citroën Xsara), 3 Toni Gardemeister, 4 Roman Kresta (beide Ford Focus), 5 Petter Solberg, 6 Chris Atkinson (beide Subaru Impreza), 7 Marcus Grönholm, 8 Daniel Carlsson (beide Peugeot 307), 9 Harri Rovanperä, 10 Gianluigi Galli (beide Mitsubishi Lancer), 11 Armin Schwarz, 12 Colin McRae (beide Skoda Fabia), 14 Daniel Sola (Ford Focus), 15 Anthony Warmbold (Ford Focus), 16 Manfred Stohl (Citroën Xsara), 17 Xavier Pons (Citroën Xsara)
Stand in der Fahrer-WM:
1. Loeb 127; 2. Grönholm und Solberg je 71; 4. Gardemeister 58; 5. Märtin 53; 6. Duval 37; 7. Rovanperä 31; 8. Kresta 26; 9. Stohl 16; 10. Hirvonen 14; 11. Sainz 11; 12. Galli 10; 13. H. Solberg 9; 14. Atkinson 8; 15. Panizzi und Pons je 7; 17. Sarrazin und Warmbold je 6; 19. Carlsson 5; 20. Bernardi 4; 21. Bengue 3; 22. McRae 2; 23. Kopecky, Pykälistö und Higgins je 1.
Stand in der Marken-WM:
1. Citroën 178; 2. Peugeot 135; 3. Ford 100; 4. Subaru 91; 5. Mitsubishi 63; 6. Skoda 18.
Stand in der PCWRC:
1. Arai 40; 2. Ligato 33; 3. Al-Attiyah 31; 4. Pons 20; 5. Medeghini und Teiskonen je 19; 7. Beltran und Nutahara je 17; 9. Friesiero 15; 10. Tirabassi 11; 11. Al-Wahaibi 10; 12. Pozzo 9; 13. Rosselot und Errani je 6; 15. Villagra und Singh je 4. |  |