Die Entscheidung um den Titelgewinn in der Formel BMW ADAC Meisterschaft ist gefallen. Nach einem Urteil des DMSB-Berufungsgerichts in Frankfurt ist Nicolas Hülkenberg (Emmerich/Josef Kaufmann Racing) der neue Meister im Formel BMW. Aufgrund einer nachträglichen Ergebnisänderung des letzten Saisonwochenendes in Hockenheim wurde der provisorische Champion Sébastien Buemi (CHE/ADAC Berlin-Brandenburg) Zweiter in der Meisterschaft. Buemi bekam für sein Fahrverhalten im 19. Lauf nachträglich eine 60-Sekunden-Strafe auferlegt. Der von Josef Kaufmann Racing eingelegten Berufung gegen das Urteil der Sportkommissare am Hockenheimring wurde stattgegeben.
Der Gerichtsverhandlung vorausgegangen war ein umstrittenes Bremsmanöver von Buemi im vorletzten Meisterschaftslauf der Saison. Der im 19. Lauf Führende Buemi stieg im Rahmen einer Safety-Car-Phase kurz vor dem Re-Start unvermittelt auf die Bremse. Der in der Meisterschaft auf Position zwei liegende Nicolas Hülkenberg (Emmerich/Josef Kaufmann Racing), der direkt hinter Buemi fuhr, scherte aus und überholte Buemi noch vor der Start-Ziel-Linie.
Zunächst erhielt Buemi für seine gefährliche Fahrweise eine 30-Sekunden-Zeitstrafe, und Hülkenberg eine 30-Sekunden-Zeitstrafe für unerlaubtes Überholen. Buemis Strafe wurde später annulliert, da sich laut Reglement keine Unsportlichkeit nachweisen ließ. Gegen diese Entscheidung legte Hülkenbergs Teamchef Josef Kaufmann Berufung in Frankfurt ein.
Nach zehn Rennwochenenden mit 20 Läufen und dem abschließenden Gerichtsurteil liegt Hülkenberg in der Gesamtwertung mit 287 Punkten vor Buemi (282) und João Urbano (POR/ADAC Berlin-Brandenburg, 155). „Am Ende siegt die Gerechtigkeit. Buemis Verhalten hat alle nachfolgenden Fahrzeuge gefährdet. Jetzt freue ich mich über meinen Titel“, sagte Hülkenberg nach der Verhandlung.
Hülkenberg feierte 2005 sein Formel BMW-Debüt. Er sicherte sich nach dem 14. Lauf vorzeitig den Titel als bester Rookie. Mit einer Ausnahme platzierte sich der 18-Jährige bei allen Läufen immer in den Punkterängen. 14 Mal eroberte er einen Podestplatz, acht Mal stand er ganz oben auf dem „Treppchen“.