Auch Rudolf Caracciolas Siegerwagen von 1927 war am Start
Der Nürburgring stand am ersten Oktoberwochenende ganz im Zeichen klassischer Automobile. Mit historischen Rennfahrzeugen auf Nordschleife und Grand-Prix-Kurs, Oldtimer-Schau im Ausstellungszelt, Markenclubtreffen und historischen Nutzfahrzeugen bot die Premiere der ADAC Nürburgring Classic einen echten Streifzug durch die Automobilgeschichte.
„Dieser Startschuss für die ADAC Nürburgring Classic ist uns gelungen“, freute sich Rennleiter Hans Schnock. Schon das Rennprogramm bot die gesamte Palette des historischen Motorsports. So präsentierten sich in einer Gleichmäßigkeitsprüfung legendäre Vorkriegsfahrzeuge, wie etwa das Siegerfahrzeug des Nürburgring-Eröffnungsrennens von 1927, ebenso, wie Rennfahrzeuge bis in die Mitte der 70er Jahre. Tourenwagen und GT-Fahrzeuge der fünfziger und sechziger Jahre traten im harten Wettbewerb über die 300-km-Distanz an.
Unter den Teilnehmern tummelten sich auch Prominente. Die RTL-Moderatoren Nazan Eckes („Formel Exclusiv“) und Wolfram Kons („Punkt 9“) fuhren für einen guten Zweck: Sie kämpften im historischen Fahrzeug für eine Spende des ADAC für den 10. RTL-Spendenmarathon um Sekunden. Auch TV-Richterin Barabara Salesch (Sat.1) war in einem klassischen Automobil bei der ADAC Nürburgring Classic unterwegs.
Zu den sportlichen Höhepunkten bei der ADAC Nürburgring Classic zählte das 300-km-Rennen für historische Tourenwagen und GT-Fahrzeuge aus den 50er und 60er Jahren, das Michael Menden (Essen) in einer Chevrolet Corvette von 1965 gewann. Er siegte im 5,4-Liter-Renner vor dem Italiener Michele Bigatti (Alpine A110 Renault) von 1970 und Bernd Hahne / Werner Bluhm (Meerbusch / Meuspath) im Aston Martin DB4 GT von 1960. In den beiden Rennen für historische Rennsport- und Formelfahrzeuge um den Graf Berghe von Trips-Pokal feierte der Däne Palle Ringstroem (March) einen Doppelsieg.
Nicht um Rennsieg und Meisterschaftspunkte sondern um den Kampf gegen die Stoppuhr fuhren die Teilnehmer der Gleichmäßigkeitsprüfung bei der ADAC Nürburgring Classic. Den Besuchern an der Rennstrecke wurde hier ein Starterfeld mit vielen Fahrzeugen geboten, die auf dem Nürburgring Motorsportgeschichte schrieben. So pilotierte etwa Peterheinz Kern (Großmaischeid) den Mercedes 680 S von 1927, mit dem Rudolf Caracciola das Eröffnungsrennen der Eifelstrecke gewann. Ungewöhnliche und sehenswerte Fahrzeuge brachten aber auch die Piloten mit zum Ring, die auf den Veritas-Rennwagen antraten.
Die längst vergessene Automobilschmiede war zeitweise am Nürburgring zu Hause. Hier entstanden Anfang der 50er Jahre Fahrzeuge, wie die Veritas Meteor, von denen gleich zwei im Feld vertreten waren.
Technik-Geschichte zum Anfassen
Zu einem unvergesslichen Erlebnis wurde ein Korso historischer Trecker über die Grand-Prix-Strecke. „Das war ein absolutes Highlight“, sagt Franz-Josef Hengsberg, der mit einem Lanz 3506 (Baujahr 1940) über den Nürburgring fuhr. Der Hönninger freute sich: „Wir haben schon an vielen Traktoren-Treffen teilgenommen. Doch über eine Rennstrecke sind wir noch nie gefahren.“
Rennleiter Schnock erwiderte die Komplimente der Traktorfreunde gerne: „Das Traktortreffen war ein einmaliges Event – auch für die Organisatoren“, freute sich der Golzheimer. „Ich kann mir gut vorstellen, dass wir diesen Bereich in Zukunft noch ausbauen könnten.“ Auch für die Besucher war der Traktor-Korso ein echter „Hingucker“. Große und kleine Gäste kamen aber auch sonst voll auf ihre Kosten. So lockte ein nostalgischer Jahrmarkt ebenso, wie die Möglichkeit zum Erinnerungsfoto im Oldtimer.
Prominente griffen ins Volant klassischer Autos
Das Festival historischer Automobile am Nürburgring lockte auch Prominente in die Eifel. Zwei bekannte RTL-Moderatoren griffen bei der ADAC Nürburgring Classic ins Volant, um bei der Gleichmäßigkeitsprüfung gegen die Stoppuhr zu kämpfen. Im Mercedes-Benz 190 SL von 1962 ging Wolfram Kons auf die Piste, Nazan Eckes pilotierte einen Austin Healey BN1 von 1952. „Unser Einsatz für einen guten Zweck hat richtig Spaß gemacht“, sagte Punkt-9-Moderator Wolfram Kons nach dem Ausflug in die „Grüne Hölle“. Für den 10. RTLSpendenmarathon legte er sich ebenso wie seine Kollegin ins Zeug. Beide hatten dabei Co-Piloten mit Nordschleifenerfahrung auf dem Beifahrersitz. ADAC-Junior Markus Lungstrass, Beifahrer von Formel-Exclusiv-Moderatorin Eckes, bestätigte: „Nazan Eckes war richtig motiviert. Es war echt klasse, sie auf der Nordschleife zu begleiten.“ Auch die TV-Richterin Barbara Salesch (Sat.1), selbst stolze Oldtimer-Restauratorin und Besitzerin eines Triumph, war begeistert: „Hier am Nürburgring sind wunderschöne Autos zu sehen. Ich bin immer wieder von der einzigartigen Optik begeistert.“
Markenclubs trafen sich in der Eifel
Neben den rund 200 historischen Rennwagen waren auch rund 150 Fahrzeugraritäten bei den Markenclub-Treffen von Austin Healey, AC Cobra, Marcos und Porsche zu Gast in der Eifel. „Es hat noch nie so viele Fahrzeuge der Marke Marcos an einem Ort gegeben wie an diesem Wochenende am Nürburgring“, schwärmte Thomas Zimmer von der Interessengemeinschaft Marcos in Deutschland. „Wir sind begeistert“, bestätigte auch Franz Josef Lagodny vom Porsche-Club 914-6. „Ich denke, die ADAC Nürburgring Classic ist eine gute Veranstaltung, bei der es Liebhabern historischer Fahrzeuge ermöglicht wird über die legendäre Nordschleife zu fahren.“