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2005-10-02 09:01:25 - ju
WRC: Grönholm-Sieg, Titel für Loeb

Erneut Weltmeister: Sebastien Loeb
Der dritte und letzte Tag der Rallye Japan hatte es richtig in sich: Der lange Zeit führende Petter Solberg fiel auf der vorletzten Prüfung aus, Sebastien Loeb ist vorzeitig Weltmeister, Chris Atkinson landete erstmals auf dem Podium und die bis dahin so starken Mitsubishi mussten kräftig Federn lassen. Am Ende freute sich Marcus Grönholm über den zweiten Saisonsieg.


Fünf der insgesamt 26 Wertungsprüfungen standen heute beim 13. WM-Lauf auf dem Programm. Und Bosse Grönholm holte doch noch einmal den dicken Hammer raus und attackierte, wenn auch der Rückstand von 32,3 Sekunden zu groß erschien. Jedenfalls schaffte es der Finne, auf den ersten beiden WPs des Tages Solberg zehn Sekunden abzunehmen. Vielleicht zu viele für das Nervenkostüm des Norwegers.

„Hollywoods“ Ende war dann fast vorprogrammiert, wenn auch der Regisseur sich das Filmende möglicherweise anders vorgestellt hatte. Es war kein Graben – den der Norweger am zweiten Tag bereits mit drei von vier Rädern aufgesucht hatte – und auch keine Sprungkuppe. Es war schlicht und einfach ein Felsbrocken, den ein vor dem Subaru-Mann gestarteter auf die Strecke geschleudert hatte und dem Solberg nicht mehr ausweichen konnte. Dieses Mal war das Opfer die Radaufhängung, die dem Stein nicht gewachsen war.

Somit endete die bis dahin wirklich starke Vorstellung von Petter Solberg, der weiter auf seinen nächsten Friseurbesuch warten muss. Denn bekanntermaßen will er diesen erst wieder aufsuchen, wenn er auf dem Siegerpodest ganz oben steht. Und der geschenkte Sieg von der RAC kommt hierbei nicht in Anrechnung.

Marcus Grönholms Attacken wurden somit belohnt und der Finne kam nach seinem Heimspiel zum zweiten Saisonsieg. Mit über einer Minute Rückstand fuhr Sebastien Loeb auf Platz zwei und sicherte sich vorzeitig den zweiten WM-Titel in Folge. Der frische Franzose war während des gesamten Japan-Gastspieles keine Risiken eingegangen und immer darauf bedacht, möglichst viele Punkte zu sammeln.

Nach einem starken ersten und einem durchwachsenen zweiten Tag trumpfte heute Chris Atkinson wieder mächtig auf. Die starke Vorstellung vom Mann aus Down Under wurde mit Rang drei und dem ersten Podiumsplatz belohnt. Eigentlich wollten die Mitsubishi-Piloten Gianluigi Galli und Harri Rovanperä sich mit Atkinson heute noch einen Flotten Dreier um Rang vier – nach Solbergs Ende um Rang drei – liefern, doch die Japaner schwächelten.

Zuerst schwächelte der Motor in Rovanperäs Lancer, „Dirty Harri“ verlor 36 Sekunden, Atkinson aus dem Sinn und sogar Francois Duval aus den Augen. Mächtig gefrustet, schmiss der Finne sein Gefährt auf der nächsten Prüfung kurz neben die Strecke. Von da an war kontrollierte Offensive angesagt, denn in der gleichen Prüfung (WP 23) schwächelte auch Galli und zerstörte seinem Lancer bei einem Abflug eine Radaufhängung – da waren sie wieder, die italienischen Momente im Leben des Gigi G. aus I.

Durch die Ausfälle bedingt, spülte sich Toni Gardemeister im besten Ford noch auf Rang sechs, während Teamkollege Roman Kresta sowie Märtin-Ersatz Daniel Carlsson im zweiten Peugeot noch unverhofft zu WM-Zählern kamen. In der PCWRC siegte Toshihiro Arai (Subaru) bei seinem Home-GP vor Fumio Nutahara im Mitsubishi und RAC-Sieger Aki Teiskonen aus Finnland mit einem weiteren Subaru.

Gesamtklassement nach 26 Wertungsprüfungen:
1. Grönholm/Rautiainen (Peugeot 307/P) 3:25.32,0 Stunden
2. Loeb/Elena (Citroën Xsara/M) + 1.22,1 Minuten
3. Atkinson/MacNeall (Subaru Impreza/P) + 2.40,0 Min.
4. Duval/Smeets (Citroën Xsara/M) + 2.59,4 Min.
5. Rovanperä/Pietiläinen (Mitsubishi Lancer/P) + 3.59,8 Min.
6. Gardemeister/Honkanen (Ford Focus/M) + 4.32,3 Min.
7. Kresta/Mozny (Ford Focus/M) + 5.32,0 Min.
8. Carlsson/Andersson (Peugeot 307/P) + 6.39,1 Min.
9. Warmbold/Orr (Ford Focus/M) + 7.39,3 Min.
10. Schwarz/Wicha (Skoda Fabia/M) + 12.07,4 Min.
11. Panizzi/Panizzi (Mitsubishi Lancer/P) + 13.56,8 Min.
12. Arai/Sircombe (Subaru Impreza) + 21.12,3 Min. (1. PCWRC)
13. Crocker/Moscatt (Subaru Impreza) + 22.16,7 Min. (2. Gruppe N)
14. Nutahara/Hayashi (Mitsubishi Lancer) + 22.53,8 Min. (2. PCWRC)
15. Teiskonen/Teiskonen (Subaru Impreza) + 27.55,5 Min. (3. PCWRC)
16. Ishida/Sawada (Mitsubishi Lancer) + 28.10,3 Min. (5. Gruppe N)
17. Wilks/Pugh (Suzuki Swift) + 28.31,7 Min. (1. Super 1600)
M= Michelin, P=Pirelli

wichtige Ausfälle:
WP 25: P.Solberg/Mills (Subaru Impreza/P) Radaufhängung
WP 23: Galli/D´Amore (Mitsubishi Lancer/P) Unfall
WP 20: Sola/Amigo (Ford Focus/M) Unfall
vor WP 9: Sola/Amigo (Ford Focus) Felgen, Weiterfahrt am 2. Tag
WP 7: Hirvonen/Lehtinen (Skoda Fabia/M) Überschlag

WP-Bestzeiten:
Grönholm 9, Solberg 7, Rovanperä 4, Loeb und Atkinson 3, Galli 1.

Stand in der Fahrer-WM:
1. Loeb 107; 2. Grönholm 71; 3. Solberg 65; 4. Märtin 53; 5. Gardemeister 50; 6. Rovanperä 31; 7. Duval 29; 8. Kresta 18; 9. Stohl 16; 10. Sainz 11; 11. Galli 10; 12. H. Solberg 9; 13. Hirvonen und Atkinson je 8; 15. Panizzi 7; 16. Carlsson 5; 17. Warmbold 4; 18. McRae 2; 19. Sarrazin, Pykälistö und Higgins je 1.

Stand in der Marken-WM:
1. Citroën 150; 2. Peugeot 128; 3. Ford 81; 4. Subaru 79; 5. Mitsubishi 57; 6. Skoda 12.

Stand in der PCWRC:
1. Arai 40; 2. Ligato 33; 3. Al-Attiyah 31; 4. Pons 20; 5. Medeghini und Teiskonen je 19; 7. Beltran und Nutahara je 17; 9. Friesiero 15; 10. Tirabassi 11; 11. Al-Wahaibi 10; 12. Pozzo 9; 13. Rosselot und Errani je 6; 15. Villagra und Singh je 4.



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