 |
WRC: Rovanperä, der heimliche Star des ersten Tages

|
 |
Dirty Harri gut in Form: Rang drei für Rovanperä |
 |
 |
 |
 |
| Loeb vorne – aber nur knapp, Grönholm schneller – aber mit Problemen, Rovanperä dritter – die Überraschung. Und auch dahinter ging es munter zur Sache mit dem Ergebnis, dass den Vierten vom Neunzehnten nur eineinhalb Minuten trennen. Rallyeherz, was willst Du mehr. Aber der Reihe nach.
Der erste Tag der Wales Rally Great Britain begann bei außergewöhnlich warmem und mildem Klima. Und mit einer Bestzeit von Marcus Grönholm im Peugeot 307, mit der nicht gerade viele Experten gerechnet hatten. O.k. – der Finne ist vor allem auf Schotter flott. Aber der zuletzt dreimal siegreiche Petter Solberg im Subaru sowie Citroen-Tabellenführer Sebastien Loeb, der noch nie die RAC gewinnen konnte, waren vermeintlich höher eingeschätzt worden. Aber Grönholm legte die erste Messlatte, Loeb verlor 4,6 Sekunden.
In Wertungsprüfung zwei änderte sich schlagartig das Bild: Grönholms Bremsen machten schlapp und 1.19,3 Minuten Rückstand standen im Ziel zu Buche. Alles Fluchen und Meckern half nicht. Der Peugeot fiel in alte – anfällige – Zeiten zurück und der GB-Sieg ist vermutlich früher futsch, als man im Löwen-Lager zu Hoffen gewagt hatte.
Super-Seb war plötzlich wieder vorn, obwohl die Bestzeit an einen Mann ging, den man in diesen Ergebnisbreitengraden kaum erwartet hatte: Harri Rovanperä. Der Finne schwärmte von seinem Mitsubishi Lancer in höchsten Tönen und markierte mal eben die Bestzeit. Hinter den Citroen-Dominator und Petter Solberg reihte sich „Dirty-Harri“ auf Rang drei ein. Eine Position, die der Mitsubishi-Mann bis zum Etappenende nicht mehr verlieren sollte.
„Bosse“ Marcus Grönholm erwies sich auf der Verbindungsetappe zwischen WP zwei und drei als Löwenbändiger und behob den Bremsendefekt in Eigenregie. Der 307 lief jedenfalls in WP drei wieder wie eine eins, ehe es zum Lunch samt großem Service nach Cardiff ging. Am Nachmittag markierte der König der Löwen dann noch zwei von drei Bestzeiten und pflügte sich auf Rang vier im Gesamt wieder vor.
Schon fast im Sekundentakt folgten die Verfolger. Francois Duval im zweiten Citroen liegt nur 1,3 Sekunden zurück und ist guter fünfter. Subaru-Youngster Chris Atkinson erwischte ebenfalls einen guten ersten Tag und liegt noch vor den Routiniers Märtin, Gardemeister oder McRae. Dass Henning Solberg als siebter bester Ford-Pilot nach dem ersten Tag ist, war sicherlich auch nicht zu erwarten. Aber Petters großer Bruder erweist sich immer als richtig flotter Pilot. Seinen bisherigen neun WM-Punkten der Saison kann der Norweger in Wales sicherlich noch den einen oder anderen hinzufügen.
Markko Märtin und Toni Gardemeister werden auf der zweiten Etappe ein paar Schüppen nachlegen müssen, denn die Ränge acht und neun sind sicherlich nicht das, was die beiden erwartet hatten. Netto betrachtet haben beide nur rund 15 Sekunden Rückstand auf Marcus Grönholm, ein überschaubarer Rückstand.
Bei seinem Comeback schlägt sich Colin McRae bislang achtbar mit dem Minardi des Rallyesports, dem Skoda Fabia. Während Teamkollege Armin Schwarz wie so häufig Probleme beklagte – dieses Mal war es eine defekte Gegensprechanlage – fuhr der Schotte mit nur 2.12,6 Minuten Rückstand auf den 13. Rang. Die Top Ten sind also durchaus noch realistisch.
Citroen-Privatier Manfred Stohl kam als elfter ins Etappenziel. Lag der Kronos-Pilot am Vormittag noch 1:18,4 Minuten hinten, so kamen am Nachmittag (bei den identischen drei Wertungsprüfungen) lediglich 29 Sekunden dazu. Stohl: „Das ist ganz in Ordnung. Vor allem haben wir die Lenkprobleme halbwegs in den Griff bekommen. Normalerweise bist du mit so einem Rückstand Vierter. Ich kann mich nur selbst über die knappen Zeitunterschiede wundern.“
Gesamtklassement nach 6 Wertungsprüfungen:
1. Loeb/Elena (Citroën Xsara/M) + 1:18.02,0 Stunden
2. P.Solberg/Mills (Subaru Impreza/P) + 19,9 Sekunden
3. Rovanperä/Pietiläinen (Mitsubishi Lancer/P) + 41,5 Sek.
4. Grönholm/ Rautiainen (Peugeot 307/P) + 1.21,1 Minuten
5. Duval/Smeets (Citroën Xsara/M) + 1.22,4 Min.
6. Atkinson/MacNeall (Subaru Impreza/P) + 1.31,3 Min.
7. H.Solberg/Menkerud (Ford Focus/M) + 1.31,9 Min.
8. Märtin/Park (Peugeot 307/P) + 1.36,7 Min.
9. Gardemeister/Honkanen (Ford Focus/M) + 1.37,1 Min.
10. Galli/D´Amore (Mitsubishi Lancer/P) + 1.44,2 Min.
11. Stohl/Minor (Citroën Xsara/M) + 1.57,3 Min.
12. Kresta/Mozny (Ford Focus/M) + 2.04,7 Min.
13. McRae/Grist (Skoda Fabia/M) + 2.12,6 Min.
14. Meeke/Patterson (Subaru Impreza) + 2.13,6 Min.
15. Warmbold/Orr (Ford Focus) + 2.17,0 Min.
16. Latvala/Antilla (Ford Focus) + 2.19,0 Min.
17. Higgins/Thomas (Ford Focus) + 2.22,0 Min.
18. Sarrazin/Giraudet (Subaru Impreza) + 2.33,3 Min.
19. Pons/Barrio (Citroen Xsara) + 2.51,4 Min.
M= Michelin, P=Pirelli
Verwandte News: Citroën-Sieg im Subaru-Land? Loeb in Deutschland weiter ungeschlagen |  |