 |
WRC: Citroën-Sieg im Subaru-Land?

|
 |
Solberg möchte in Wales die Konkurrenz hinter sich lassen... |
 |
 |
 |
 |
| Es gibt nicht mehr viele Rekorde, Triumphe oder Bestwerte, die Sebastien Loeb (neu) aufstellen könnte. Richtig Potential hätte der Franzose allerdings noch bei der Wales Rally Great Britain, der ehemaligen RAC-Rally. Weder der amtierende Weltmeister noch Citroën haben in den britischen Wäldern bisher triumphiert. „Dieses Jahr hoffe ich natürlich auf meinen ersten Sieg“, ist Loeb vor dem Start optimistisch. „Ich hoffe auf trockene Bedingungen, dann sind unsere Michelin-Reifen am besten.“
In den letzten beiden Jahren konnte – oder besser gesagt durfte – Loeb nicht voll attackieren. „Für Citroën stand jeweils zu viel auf dem Spiel. Ich musste für die Marken-WM unbedingt punkten.“ Obwohl der Elsässer im letzten Jahr „nur“ zweiter wurde, reichte es am Saisonende locker zum Fahrer-Titel.
Auf Schotter sind die Peugeot-Piloten Marcus Grönholm und Markko Märtin immer für einen Sieg gut. Zumindest in der Vergangenheit, denn seitdem die Löwen am Saisonbeginn von Michelin zu Pirelli wechselten, konnte Grönholm nur seine Heim-Rallye in Finnland gewinnen. „In der Fahrerwertung würde ich gerne aufholen, ich weiß nur nicht so richtig, wie unsere Chancen sind“, meinte Grönholm, der 2001 mit einem Peugeot 206 siegte. „Unser 307 ist auf Schotter sehr konkurrenzfähig und ich werde mein Bestes geben, um bei der Rallye Großbritannien zu siegen."
Mit drei GB-Siegen in Folge im Gepäck reist Petter Solberg nach Wales. 2002 feierte der Norweger seinen ersten WM-Triumph überhaupt. Im Jahr darauf bedeutete dieses gleichzeitig den WM-Titel. Im Vorjahr folgte dann der lupenreine Hattrick, der ihm allerdings zur Titelverteidigung nicht mehr nutzte. „Auf Schotter haben Citroën und Michelin dieses Jahr mächtig aufgeholt. Ich weiß nicht, ob ich zum vierten Mal gewinnen kann“, gibt sich „Hollywood“ untypisch kleinlaut. „Aber ich hoffe natürlich, dass wir hier mehr Erfolg haben werden als bei anderen Schotter-Rallies dieses Jahr.“
Für einen erneuten GB-Sieg spricht zumindest die Subaru-Statistik. Von den letzten zehn WM-Läufen auf der Insel gewann die Truppe aus Banbury acht Mal! Neben den drei Solberg-Erfolgen standen auch Colin McRae (94/95/97) und Richard Burns (99/00) ganz oben auf dem Podest.
Apropos McRae: Seitdem der Ex-Weltmeister vor eineinhalb Jahren aus dem WM-Zirkus ausstieg und Richard Burns wegen seines Gehirntumors aufhören musste, fehlte den Briten ein WRC-Held. Seitdem Skoda bekannt gab, dass McRae einen Fabia bei der Wales Rally pilotieren wird, stieg nicht nur der Kartenvorverkauf um 25 Prozent an. McRae. „Das Interesse ist enorm, ich hoffe, ich kann den Erwartungen gerecht werden. Wir hatten sehr viele Testfahrten und ich denke, der Skoda Fabia hat sehr viel Potenzial.“
Manfred Stohl peilt bei seiner Lieblings-Rallye WM-Punkte an. Der 33-jährige Kronos-Pilot konnte in Großbritannien schon einige sensationelle Ergebnisse erzielen. So siegte der Österreicher zwei Mal in der Gruppe N-Wertung (1998 und 2000) und holte 2003 den siebenten Gesamtrang, sowie 2004 Platz acht (beide Male auf Peugeot 206 WRC). Insgesamt ist es für Stohl der neunte Einsatz in Wales. „Ich fahre diese Rally sehr gerne. Sie hat einfach alles. Vor allem wenn es nass ist, kann man vielleicht mit den Werkteams mithalten. Ist es trocken, dann muss man mit einer absoluten Highspeed-Rally rechnen“, erklärt der OMV Pilot. Eines hat sich der Österreicher aber ganz fest vorgenommen: „Volle Attacke vom Start weg, denn bei einer Sonderprüfungslänge von 354 Kilometern bleibt keine Zeit für Taktik.“
Die wichtigsten Starter im Überblick:
1 Sébastien Loeb, 2 Francois Duval (beide Citroën Xsara), 3 Toni Gardemeister, 4 Roman Kresta (beide Ford Focus), 5 Petter Solberg, 6 Chris Atkinson (beide Subaru Impreza), 7 Marcus Grönholm, 8 Markko Märtin (beide Peugeot 307), 9 Harri Rovanperä, 10 Gianluigi Galli (beide Mitsubishi Lancer), 11 Armin Schwarz, 12 Colin McRae (beide Skoda Fabia), 14 Henning Solberg (Ford Focus), 15 Anthony Warmbold (Ford Focus), 16 Stephane Sarrazin (Subaru Impreza), 17 Mark Higgins, 18 Manfred Stohl (Citroën Xsara), 19 Matthew Wilson (Ford Focus), 20 Xavier Pons (Citroën Xsara), 21 Jari-Matti Latvala (Ford Focus), 22 Nicolas Bernardi (Peugeot 206), 23 Kris Meeke (Subaru Impreza).
Stand in der Fahrer-WM:
1. Loeb 93; 2. Grönholm 61; 3. P. Solberg 55; 4. Märtin 53; 5. Gardemeister 47; 6. Rovanperä 22; 7. Duval 16; 8. Kresta 13; 9. Stohl 12; 10. Sainz 11; 11. Galli 10; 13. H. Solberg 9; 13. Hirvonen 8; 14. Panizzi 7; 15. Warmbold und Carlsson je 4; 17. Atkinson 2; 18. Sarrazin und Pykälistö je 1.
Stand in der Marken-WM:
1. Citroen 123; 2. Peugeot 117; 3. Ford 72; 4. Subaru 63; 5. Mitsubishi 47; 6. Skoda 7.
Stand in der PCWRC:
1. Arai 30; 2. Al-Attiyah 25; 3. Ligato und Pons je 20; 5. Medeghini 13; 6. Beltran und Tirabassi je 11; 8. Friesiero, Nutahara und Villagra je 9; 11. Higgins 8; 12. Pozzo 7; 13. Al Wahaibi 5; 14. Singh und Rosselot je 4; 16. Errani und Teiskonen je 3. |  |