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2005-08-30 11:17:43 - ks
LMES: Sportwagen-Elite beim 1000km-Rennen am Ring

Rund 50 Teams nehmen die 1000 Kilometer in Angriff
Beim Gastspiel der LMES vom 2. bis 4. September steht auf dem Nürburgring ein Höhepunkt der Motorsportsaison auf dem Programm. Denn die bildschönen und pfeilschnellen Langstreckenrenner, die für den französischen 24h-Klassiker geschaffen wurden, sind beim ADAC 1000km-Rennen, der wohl traditionsreichsten deutschen Sportwagenveranstaltung, am Start. 50 Teams werden die 1000km-Distanz in Angriff nehmen. Sie ermitteln, wer in die Fußstapfen so berühmter Sieger wie Alberto Ascari, Stirling Moss und Jacky Ickx tritt. Bei der vierten von fünf LMES-Runden ist die Meisterschaftssituation äußerst spannend, denn bei den drei bisherigen Läufen konnten sich drei verschiedene Teams die Punkte für den Gesamtsieg sichern. Aus deutscher Sicht zusätzlich interessant wird der Fight in der GT-Klasse. Das Team von A-Level Engineering mit den Piloten Wolfgang Kaufmann / Marcel Tiemann liegt im Porsche 996 Bi-Turbo vor dem Heimspiel an fünfter Position in seiner Klasse. Mit einer Wiederholung der in Silverstone erkämpften dritten Platzierung im Rennen möchte die Mannschaft aus Adenau ihren Aufwärtstrend bestätigen. Neben den Sportwagen und GT-Racern der LMES bietet auch das Rahmenprogramm mit britischer Formel 3, der niederländischen BRL, den einzigen Deutschland-Gastspielen von Trofeo Vodafone Maserati und Porsche GT3 Cup Challenge sowie Classic Endurance Racing am Ring reichlich Action – insgesamt neun Mal gibt die Startampel am Wochenende das Rennen frei.

Pescarolo- und Dallara-Judd, Zytek 04S, DBA und Audi R8: Die Fahrzeuge der führenden LMESTeams stammen allesamt aus dem hochkarätigen Kreis der Le-Mans-Starter. Die spektakulären Sportwagen für den Langstreckenklassiker an der Sarthe werden von der Crème der europäischen Endurance-Spezialisten pilotiert. Ex-Formel-1- und DTM-Pilot Jan Magnussen (DK), Ex-Grand-Prix-Pilot Jan Lammers (NL), Audi-Werkspilot Allan McNish (GB) und sein französischer Teamkollege Stéphane Ortelli sowie die Tochter der belgischen Langstreckenlegende Jacky Ickx, Vanina, bereichern die Starterliste mit ihren Namen. Und sie sorgen für eine explosive Mischung. Denn in der Eifel werden die Ausgangspositionen für den finalen LMES-Lauf in Istanbul vergeben. Und jede Position ist heiß umkämpft. Die derzeit führende Mannschaft von Pescarolo Sport und das beim vergangenen Lauf in Silverstone siegreiche Audi Playstation Team Oreca auf Platz fünf trennen gerade einmal neun Punkte. Bei zehn Zählern für einen LMES-Sieg könnte sich die Meisterschaftssituation beim ADAC 1000km-Rennen also dramatisch ändern.

Beherzte Fights wird es aber nicht nur in der LM-P1-Kategorie an der Spitze des Feldes geben. Denn auch bei den Sportwagen in der LM P2 und den beiden GT-Klassen ist der Schlagabtausch denkbar knapp. In der Klasse der wendigen, leichten LM-P2-Sportwagen sind es die britischen Lola-Teams von RML und Chamberlain, die in Schlagdistanz zum führenden französischen Courage-Team liegen. Doch die Mannschaft von Paul Belmondo Racing will ihren hauchdünnen Ein-Punkte-Vorsprung mit dem dritten Sieg der laufenden Saison ausbauen. Die Mannschaft um den Sohn des gleichnamigen Kinostars ist übrigens auch in der LM-GT1-Klasse vertreten, wo sie eine Chrysler Viper einsetzt. Doch wie die Starter auf Aston Martin Saleen und Porsche hatte die französische Equipe 2005 das Nachsehen gegen die Ferrari-Teams, die mit ihren 550 Maranello den Ton angeben. Allerdings täuscht der reine Blick auf die Tabelle über die wahren Kräfteverhältnisse hinweg. So führte das deutsche Team von A-Level Engineering beim Lauf in Silverstone fast die Hälfte des Rennens die GT1-Fraktion an. Ein Problem mit dem Rennschalensitz kostete die Mannschaft aus Adenau jedoch kostbare Zeit, so dass am Ende nur der dritte Platz übrig blieb. Grund genug also, hoch gespannt auf den nun anstehenden vierten LMES-Lauf zu schauen. Heimrecht reklamieren auch zwei Teams der LM-GT2-Klasse. Seikel Motorsport und JP Racing schicken jeweils einen Porsche 996 GT3 RS ins Rennen. Ob es in der Eifel allerdings reichen wird, die Markengefährten von Sebah Automotive zu schlagen, muss sich zeigen. Schließlich waren die Briten nach einem Ausfall zu Saisonbeginn zwei Mal in Folge siegreich.

Klasse-Besetzung im Rennen der historischen Sportwagen
Nicht nur die Fans des modernen Langstreckensports kommen beim ADAC 1000km-Rennen auf ihre Kosten. In der „Classic Endurance Racing“ sind auch historische Sportwagen und GTs der 60er und 70er Jahre zu sehen. Und auch hier ist das Starterfeld prall gefüllt: Drei Dutzend Rennlegenden werden zum Rennen am Samstagnachmittag (3. September, 16.35 Uhr) antreten. Darunter sind auch Fahrzeuge, die auf dem Ring Geschichte schrieben. So ist etwa ein Porsche 910 zu sehen – genau jener Typ also, mit dem Udo Schütz und Jo Buzzetta 1967 der erste Sieg eines deutschen Fabrikats beim ADAC 1000km-Rennen gelang. Oder ein Porsche 908/2 – der in verschiedenen Varianten zwischen 1968 und 1971 auf die 1000km-Gesamtsiege abonniert war. Im international besetzten Starterfeld ist natürlich auch die Markenvielfalt hoch: Ob Lola T70 Spyder von 1967 oder Alfa Romeo 33 TT 12 (Sieger 1975) – hier lebt eine große Ära der Prototypenrennen wieder auf. Auch die Freunde historischer GTs kommen auf ihre Kosten, denn knapp mehr als die Hälfte der Starter geht auf Klassikern wie BMW 3.0 SCL, Ferrari 365, Iso Rivolta, Ford Shelby Mustang, Porsche 911 und Co. an den Start.

Senna-Neffe startet am Samstag im Formel-3-Rennen
Der Samstag ist die Reise an den Nürburgring nicht nur wegen des historischen Feldes auf jeden Fall wert, ist an diesem Tag doch ein wichtiger Teil des Rahmenprogramms zu sehen. Besonders interessant ist dabei der einzige Deutschland-Auftritt der Britischen Formel-3-Meisterschaft. Dieses neben der deutsch-französischen „Euroserie“ wichtigste internationale Formel-3-Championat hat sich in der Vergangenheit als schier unerschöpfliches Reservoir von Formel-Talenten und Grand-Prix-Stars erwiesen. Ob Stirling Moss in den Frühtagen der Serie oder die Formel-1-Piloten Takuma Sato und Jenson Button sowie die DTM-Asse Gary Paffet und Jamie Green in den letzten Jahren: Wer sich bereits heute ein Autogramm der Grand-Prix-Cracks von Morgen sichern möchte, der ist am Ring genau richtig. Zu denen könnte etwa Bruno Senna gehören, der Neffe des unvergessenen dreifachen Formel-1-Weltmeisters Ayrton Senna. Der talentierte Brasilianer machte zuletzt mit einem dritten Platz beim Rennen in Silverstone auf sich aufmerksam. Der Samstag bedeutet für die Formel-Talente volles Programm: Bereits um 8.00 Uhr ist das Qualifying angesetzt, die beiden Läufe starten um 11.35 Uhr und 15.55 (jeweils 30 Minuten). Weitere Highlights im Samstagsprogramm sind außerdem das Qualifying der LMES (13.30 Uhr) und die beiden Läufe der Benelux Racing League (BRL). Das prallvolle Feld der BRL-Silhouettentourenwagen rollt um 8.40 Uhr und um 15.15 Uhr an den Start.

Höchst bekannte deutsche Gaststarter im Rahmenprogramm
Auch der Rennsonntag beim ADAC 1000km-Rennen bietet mehr als das ohnehin schon spektakuläre Langstreckenrennen der LMES. Denn vor dem Start des Endurance-Klassikers (11.45 Uhr) gibt es zusätzlich im Fahrerlager noch eine Autogrammstunde mit den LMES-Cracks (Sonntag, 10.00 Uhr am ACO-Truck). Zudem sind die Läufe zweier sehenswerter Rennserien angesetzt, die sich bei dieser Veranstaltung deutschlandexklusiv präsentieren. Um 9.00 Uhr heißt es „Start frei“ für das einstündige Rennen der Trofeo Vodafone Maserati. Beim Auftritt der pikfeinen Herrenfahrer-Serie wird die Aufmerksamkeit der Zuschauer sicherlich auf einer höchst interessanten deutsch-schweizer Paarung liegen. Ex-Formel-1-Pilot und Langstreckenspezialist Michael Bartels (Plettenberg) teilt sich ein Cockpit mit Tourenwagen-Amazone und Top-Model Christina Surer (Basel). Auch in der Starterliste der McGregor Porsche GT3 Cup Challenge gibt es einen Namen, der deutsche Fans besonders interessieren wird. Olaf Manthey, Rennteamchef und Nürburgringspezialist, pilotiert gemeinsam mit Duncan Huisman ein Fahrzeug im niederländischen Cup für den Porsche 911 GT3. „Eigentlich habe ich den Rennfahrerhelm schon seit Jahren an den Nagel gehängt“, grinst der Bonner über das Engagement, „aber Duncan suchte zu Saisonbeginn einen zweiten Fahrer für das Team. Ich stand bereit, weil wir den GT3 für ihn vorbereiten. Nachdem wir prompt das erste Rennen gewannen, konnte ich mich schlecht wieder zurückziehen.“ Also heißt es Daumen drücken für den sympathischen Rheinländer, der beim Heimspiel sicherlich doppelt motiviert ist.
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