Zum vierten Mal in Folge siegte Sebastien Loeb bei der OMV ADAC-Rallye Deutschland. Für den Franzosen war es der achte Saisonsieg und somit der weitere Ausbau seiner Tabellenführung. Teamkollege Francois Duval sorgte für den ersten Citroen-Doppelerfolg des Jahres, die Franzosen eroberten damit die Tabellenführung in der Marken-WM zurück.
Auf der letzten Etappe gingen die beiden Citroen-Piloten die letzten sechs Prüfungen äußerst gemütlich an. Zu überlegen war an diesem Wochenende das Paket Xsara WRC und Michelin, gepaart mit Asphaltglühern vom Schlage eines Loeb und Duval. Die Frage war eigentlich zu keiner Zeit, ob die beiden auf den Rängen eins und zwei ins Ziel kommen, sondern wie groß ihr Vorsprung sein wird. Aber das interessierte die Mannen rund um Teamchef Guy Frequelin nicht. Ab dem zweiten Tag wurde nur noch auf „Halten“ gefahren.
Nicht nur Marcus Grönholm und Petter Solberg, die vermeintlich schärfsten Widersacher, waren nach der ersten Wertungsprüfung am Freitagmorgen deprimiert. Die Xsara waren noch überlegener als in den drei Jahren zuvor. Und hätten Loeb und Duval bis zum Schluß kämpfen müssen und dürfen, hätte der drittplatzierte Grönholm ein Vielfaches seiner 2.04,8 Minuten Rückstand auf seinem Konto gehabt – darüber waren sich alle Außenstehenden einig. So aber durften am letzten Tag auch Grönholms Teamkollege Märtin, Mitsubishi-Pilot Gianluigi Galli und Solberg je eine Bestzeit für sich ihr Eigen nennen.
Vor allem für die beiden Letztgenannten ging es am Finaltag noch richtig um die Wurst. Der Italiener lieferte sich sprichwörtlich bis zum letzten Meter einen spannenden Kampf mit Roman Kresta (Ford Focus) um Rang fünf und behielt schließlich knapp die Oberhand.
Und auch Solberg hatte sich für den letzten Tag viel vorgenommen: Knapp vor ihm nahmen Teamkollege Stephane Sarrazin und Daniel Sola (Ford Focus) den Tag in Angriff. Und Solberg leistete sich gleich in der Auftaktprüfung (WP 14) einen Dreher, der 20 Sekunden kostete. Aber bereits eine WP später die Entscheidung, als der Spanier hinter einem Tunnel im Graben landete und über fünf Minuten einbüßte, ehe Zuschauer ihn wieder auf die Straße hoben. In der gleichen Prüfung rutschte Teamkollege Toni Gardemeister übrigens in einen Zaun, aber nach seinem Elektrikdefekt vom Vortag hatte dieses Malheur keinen Einfluss mehr aufs Ergebnis.
Da ja Stallordern bekanntermaßen nicht erlaubt sind, sprach Stephane Sarrazin am Ende von einem gebrochenen Fahrwerksteil als Grund, warum er das Tempo von Solberg in der Schlussphase nicht mehr mitgehen konnte. Als achter holte der Franzose aber wenigstens seinen ersten WM-Punkt der Saison. Xavier Pons kam im verbliebenen Kronos-Citroen als neunter ins Ziel, während Harri Rovanperä im zweiten Lancer die Top Ten komplettierte.
Stand in der Fahrer-WM:
1. Loeb 93; 2. Grönholm 61; 3. P. Solberg 55; 4. Märtin 53; 5. Gardemeister 47; 6. Rovanperä 22; 7. Duval 16; 8. Kresta 13; 9. Stoh 12; 10. Sainz 11; 11. Galli 10; 13. H. Solberg 9; 13. Hirvonen 8; 14. Panizzi 7; 15. Warmbold und Carlsson je 4; 17. Atkinson 2; 18. Sarrazin und Pykälistö je 1.
Stand in der Marken-WM:
1. Citroen 123; 2. Peugeot 117; 3. Ford 72; 4. Subaru 63; 5. Mitsubishi 47; 6. Skoda 7.