Auch am zweiten Tag der OMV ADAC-Rallye lief für Citroen alles nach Plan: Das Duo Sebastien Loeb und Francois Duval fährt weiterhin einem ungefährdeten Doppelsieg entgegen. Damit würden die Zitronen die Führung in der Hersteller-WM zurückerobern und Loeb seinem zweiten Fahrer-Titel einen großen Schritt näher kommen. Marcus Grönholm ist weiterhin der einzige, der das Tempo des Citroen-Duos mitgehen kann.
"Nach den Zwischenzeiten von Duval und Grönholm richte ich mein Tempo, um den Abstand zu den beiden zu halten", erklärte der Franzose, der nach seinen beiden Wettbewerbern jeweils die Strecken in Angriff nimmt. Sein belgischer Teamkollege sorgte gleich in der Auftaktprüfung für eine Schrecksekunde, als er kurz von der Strecke abkam und 17 Sekunden einbüßte. „Ich bin kurz neben der Strecke gelandet“, bedauerte Duval. „Danach waren meine Frontöffnungen mit Dreck und Gras verstopft und die Bremsen überhitzten. Nach dem Feuer an der Bremse war ich auf der folgenden Prüfung etwas vorsichtiger.“
Duvals Bestzeiten auf den Prüfungen 10 und 12 untermauerten nachhaltig seine Klasse. Der Belgier ist auf dem Weg zu seinem besten Saisonergebnis, ein verdientes Ergebnis für seine bisherige beste Saisonleistung.
Marcus Grönholm liegt auf einem „einsamen“ dritten Rang. Mit fast zwei Minuten Rückstand auf Loeb und fast zwei Minuten Vorsprung auf seinen Teamkollegen Markko Märtin ist dem Finnen der Podiumsplatz nahezu sicher. "Ich gehe keine unnötigen Risiken ein, die Citroën kann ich sowieso nicht einholen", erklärte der zweifache Weltmeister.
Hinter Märtin wechselten die Positionen ständig. Vor allem Daniel Sola und Roman Kresta im Ford Focus sowie Mitsubishi-Pilot Gianluigi Galli lieferten sich ein heißes Duell um Rang fünf. Probleme an der Hinterachse kosteten Sola zweieinhalb Minuten in Prüfung 12 und das Abrutschen auf Platz acht. Hier liegt der Ford-Piloten jetzt im Subaru-Sandwich, denn 14 Sekunden davor rangiert Stephane Sarrazin und drei Sekunden dahinter Petter Solberg.
Ex-Weltmeister Petter Solberg startete wegen eines Getriebedefekts zwölf Minuten zu spät zur zweiten Prüfung des Tages (WP 8). Weitere zwei Minuten gingen auf der folgenden Prüfung verloren, denn dem Norweger stand nur noch der dritte Gang zur Verfügung. Teamkollege Stephane Sarrazin markierte einige gute Zeiten. Vor allem auf der Prüfung Bosenberg (7 und 12) war der ehemalige F1-Testfahrer einmal zweit- und einmal viertschnellster. Der Franzose hatte am ersten Tag durch einen Dreher und einen Defekt an der Handbremse rund zwei Minuten verloren.
Eine der seit diesem Jahr erlaubten Strohballen-Schikanen wurde Toni Gardemeister zum Verhängnis. In der Auftaktprüfung traf einen einen frontal, allerdings nicht so schwer und folgenreich wie gestern sein Teamkollege Roman Kresta. Auf der folgenden Prüfung, dem ersten Durchgang auf der Panzerplatte, parkte der Finne für rund 20 Minuten wegen eines Elektronikdefektes, behob den Schaden selbst und fuhr weiter. „Wir fahren weiter und kämpfen um mögliche Marken-WM-Punkte. In der Fahrerwertung werde ich wohl erstmals dieses Jahr leer ausgehen“, bedauerte Gardemeister.
Für Armin Schwarz war das Heimspiel nach der achten Prüfung beendet: Zunächst drehte sich der Skoda-Pilot – an der Ecke, wo Stepan Vojtech später seinen Peugeot 206 ablegen sollte. Im weiteren Verlauf traf der Deutsche einen Stein, der den Wasserkühler beschädigte und für den Motorexitus sorgte. Zu diesem Zeitpunkt belegte Schwarz den achten Platz und hatte gute Chancen auf seine ersten WM-Zähler der Saison. Nachdem Alex Bengue nach seinem Unfall vorm Vortag nicht mehr startete, ist der Tscheche Jan Kopecky am Sonntag auf der letzten Etappe ein Einzelkämpfer. Er belegt Rang elf.
Manfred Stohl - nach einem Unfall am ersten Tag wieder gestartet - fuhr in WP neun sogar eine sechstbeste Zeit, traf aber auf der elften Wertungsprüfung einen Stein und beschädigte dabei die Lenkung seines Xsara. Der OMV-Kronos-Team entschied, den Österreicher zur dritten und letzten Etappe nicht mehr an den Start zu schicken. Teamkollege Xavier Pons beendete den Tag als Zwölfter. Mitsubishi-Pilot Harri Rovanperä ist zehnter und nicht ganz zufrieden. „Es ist meine erste Asphaltrallye seit San Remo 2002. Ich muß mich erst wieder hieran gewöhnen.“