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2005-07-24 12:18:39 - ks
DRM: Doppelsieg für Skoda bei der ADAC Eifel-Rallye

Die Sieger der Eifel-Rallye: Zwei Mal Skoda vor Toyota
Die Spitze des Feldes bei der ADAC Eifel-Rallye gehörte an diesem Wochenende Schwarz-Grün: Zwei Rallye-Teams in den Skoda-Werksfarben bestimmten das Geschehen beim sechsten Lauf zur DRM (Deutsche Rallye-Meisterschaft). Das Werksgespann Alex Bengué / Caroline Escudero (Skoda Fabia WRC) aus der Rallye-Weltmeisterschaft holte bei seinem Gaststart vor 28.000 Zuschauern den Sieg vor ihren Markenkollegen aus dem deutschen Championat, Matthias Kahle / Peter Göbel (Köln / Korb, 23,1 Sekunden zurück). Nach 165,78 WP-km auf 17 Bestzeitprüfungen rund um Daun in der Vulkaneifel hatten sich die beiden Werks-Fabia einen deutlichen Vorsprung auf die Drittplatzierten Dänen Kristian Poulsen / Ole R. Frederiksen (Toyota Corolla WRC, 4:09,2 Min. zur.) erarbeitet. Der Stuttgarter Sandro Wallenwein lief mit Co-Pilot Pauli Zeitlhofer (Österreich) im Mitsubishi Lancer Evo 7 als Vierter im Ziel ein und verdrängte damit auf den letzten Metern noch den bärenstark auftrumpfenden DMSB-Youngster Markus Fahrner (Kleinheppach), der mit Co-Pilot Michael Wenzel (Mehlingen) im Opel Corsa den Sieg in der Super-1600-Meisterschaft holte.

Erfolgreicher WM-Test für die Sieger
Das Skoda-WM-Team absolvierte beim DRM-Gaststart einen Test für den Start beim deutschen Rallye-WM-Lauf. So stand für Pilot Alex Bengué denn am Schluss auch weniger der Sieg über den deutschen Kollegen im Vordergrund: „Wir sind hier ohne Druck angetreten und konnten vieles ausprobieren. Es war wichtig, dass wir uns ganz auf uns selbst und das Set-up konzentrieren konnten. Wir haben einen Schritt nach vorne gemacht. Entscheidender als der Fight mit Matthias war für mich, nach der langen Einsatz-Pause seit der Rallye Monte Carlo wieder einen Rhythmus für den Fabia zu finden.“ Die amtierenden Meister Matthias Kahle / Peter Göbel (Skoda Fabia WRC) nahmen den Sieg ihrer Kollegen im Fabia nach aktuellstem technischen Stand aus der WM positiv. „Normalerweise haben wir es bei Rallyes in Deutschland nicht mit so starker Konkurrenz zu tun“, lächelte der fünffache DRM-Champion Kahle. „Das war diesmal anders. Aber es war auch sehr gut, denn ich nehme von dieser Rallye etwas Bemerkenswertes mit nach Hause: Ich dachte, dass ich bei den fünf Läufen bisher schon schnell war. Aber erst durch den Druck von Alex habe ich das Potenzial des Autos voll ausgenutzt.“

Zufriedene Verfolger
Hinter dem Skoda-Duo an der Spitze blieb den Verfolgern diesmal vor allem die Rolle der ersten Zuschauer. Der Drittplatzierte Kristian Poulsen / Ole R. Frederiksen (Toyota Corolla WRC) war denn auch höchst zufrieden, konnte er doch erneut kräftig Punkte sammeln und nach den durchwachsenen Veranstaltungen zu Saisonbeginn weiter Boden gutmachen: „Das war eine sehr schöne Rallye“, freute sich der Däne. Jubel herrschte bei den folgenden Teams: Der Viertplatzierte Sandro Wallenwein konnte auf den letzten WP-Kilomtern noch DMSB-Junior Markus Fahrner abfangen und jubelte: „Wir sind mit dem Ergebnis überglücklich. Der vierte Platz ist sehr hoch einzuschätzen. Das war top. Mehr ist mit dem Lancer nicht drin.“ Als Sechster liefen Hermann Gaßner / Siggi Schrankl (Surheim / Obing) im Mitsubishi Lancer Evo 7 im Ziel ein. Sie holten damit zwar erneut den Sieg in der Division 4 (Gruppe N bis 2,5 Liter Hubraum) und bleiben auch nach dem sechsten DRM-Lauf an der Tabellenspitze. Als fünftbestes DRM-Team machten Kahle / Göbel allerdings Boden in der Tabelle gut und liegen vor der siebten DRM-Veranstaltung (Castrol-Rallye, 8. – 10. September) noch elf Punkte zurück. „Natürlich sind wir zufrieden“, resümierte Gaßner. „Die Rallye verlief für uns problemlos. Schade, aber nicht zu ändern: Matthias konnte einige Punkte aufholen. Aber damit müssen wir eben leben.“

Fahrner / Wenzel holen Sieg in der Super-1600-Meisterschaft
Vorzeitig beendet wurde das Spitzenduell in der Meisterschaft durch den Ausfall von Horst Rotter / Sabrina Berdi (Großalmerode / Baunatal). Im Opel Corsa Super 1600 waren sie von Position vier in den Tag gestartet, fielen aber auf WP 10 mit einem abgescherten Rad vorzeitig aus. Ihre Markenkollegen und Verfolger Markus Fahrner / Michael Wenzel (Kleinheppach / Mehlingen) bedankten sich für die geerbete Super-1600-Führung mit einer fehlerfreien Fahrt und beendeten den sechsten DRM-Lauf als hervorragende Gesamtfünfte. Nach dem Auftaktlauf im Rahmen der ADAC Rallye Oberland holten das Duo des Deutschen Rallye-Junior-Teams damit zum zweiten Mal einen Sieg in der heiß umkämpften Klasse der 1600-Kubik-Fronttriebler. „Die Rallye lief immer optimal“, strahlte Fahrner im Ziel. „Durch den Ausfall von Horst Rotter kam einfach ein wenig Glück dazu. Wäre er bis zum Schluss mit dabei gewesen wäre es viel schwieriger geworden.“ Seine Teamkollegen im Juniorkader des DMSB, Aaron Burkart / Tanja Geilhausen (Berlin / Windeck, Citroën Saxo Super 1600) holten als Zwölfte im Gesamtklassement die zweite Position. Mit den so gewonnenen Punkten liegen Fahrner / Wenzel und Burkart / Geilhausen punktgleich an der Spitze der Wertung. Dritte in der Klasse wurde der amtierende Super-1600-Champion Sven Haaf (Windeck), der mit Co-Pilot Michael Kölbach (Winterwerb) im Lada 2112 Super 1600 als 14. einlief.

Zehetmaier gewinnt in Division 5 vor Mysliwietz
In der Division 5 (Gruppe N bis 2 Liter Hubraum) holten Peter Zehetmaier / Jürgen Breuer (Stephanskirchen / Gaildorf, Honda Civic Type R) erneut den Sieg. Mit zwei gewonnenen Tageswertungen in ihrer Division sicherte er sich auch den dritten Rang in der Meisterschaft. Zweite in der Division wurden Lars Mysliwietz / Oliver Schumacher (Nalbach / Fluterschen, Honda Civic Type R), die nach der durchwachsenen ersten Saisonhälfte immer besser in Fahrt kommen. „Ich bin sehr zufrieden“, strahlte Mysliwietz. „Man könnte auch sagen: Wir sind wieder da.“ Mit leisen Schritten zum Erfolg kamen an diesem Wochenende Siegfried Steinacker / Björn Röhm (beide Bernshausen, VW Golf IV TDI). Sie gingen mit dem Sieg in der Division 6 für seriennahe Turbodieselfahrzeuge in ihrer Division uneinholbar in Führung. Der hessische Pilot strahlte entsprechend: „Das war eine superschöne Rallye – wir sind ohne Probleme durchgekommen und sehr zufrieden.“

Keil / Hosse siegen im ADAC Rallye-Junior-Cup
Den fünften von acht Läufen zum ADAC Rallye-Junior-Cup gewannen Konstantin Keil / Bernd Hosse (Niestetal / Witzenhausen, VW Polo GTI 16V) mit einem denkbar knappen Vorsprung. Nur 0,8 Sekunden Vorsprung hatten sie nach den 17 WPs vor ihren Markenkollegen Rudi Hachenberg / Kathi Wüstenhagen (Wermelskirchen / Mellensee). „Wir sind superglücklich und sehr zufrieden“, strahlte Keil. „Die Rallye war sehr schön. So kann es jetzt für uns weitergehen.“ Die Führung im Cup der schnellen Rallye-Youngster behalten allerdings Hachenberg / Wüstenhagen. Sie liegen mit 105 Punkten vor Michael Windmüller (Gaildorf), der in einem weiteren VW Polo mit Co-Pilot Marko Hohloch (Gaildorf) diesmal nur als Cup-Fünfter im Ziel einlief. „Das war ein Wochenende zum Abhaken“, ärgerte sich Windmüller im Ziel.

Eifel Historic Rallye Party: Szenenapplaus für das „rollende Rallyemuseum“
Eine der Hauptattraktionen bei der ADAC Eifel-Rallye war der Auftritt der „Eifel-Historic Rallyparty“. Rund 60 historische Rallyefahrzeuge aus vier Jahrzehnten verwandelten die Strecken der Vulkaneifel in das größte rollende Rallyemuseum der Welt. Dass das Event nicht nur bei den Fans, sondern auch bei den Aktiven höchst beliebt ist, bewiesen dabei zwei prominente Gaststarter. Der ehemalige Rallye-Weltmeister Björn Waldegard (S) und der aktuelle Skoda-Rallye-WM-Pilot Armin Schwarz (Oberreichenbach) genossen die schöne Atmosphäre und den gepflegten Drift im historischen Sportgerät. „Das war das komplette Gegenteil zur Rallye-Weltmeisterschaft“, sagt Armin Schwarz. „Hier waren die Autos die Stars“. Der 42-Jährige steuerte einen Audi Quattro S1, den Hannu Mikkola bei der RAC-Rallye 1985 in England eingesetzt hatte. Ex-Rallye-Weltmeister Björn Waldegaard freute sich nach der Fahrt im Toyota Celica Turbo von 1986: „Das ist einfach ein phantastisches Happening!“


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