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2005-07-14 14:54:36 - ks
DRM: Treffen der Meisterklasse

Höhepunkt der Rallye-Szene: Die Eifel-Historic Rallyeparty
Beim sechsten Lauf zur DRM (Deutsche Rallye-Meisterschaft) vom 21. bis 23. Juli 2005 erwartet die Zuschauer rund um Daun ein echter Rallye-Leckerbissen. Denn die ADAC Eifel-Rallye lockt mit einem überaus stark besetzten Feld mit Startern aus acht europäischen Nationen. Für Matthias Kahle / Peter Göbel (Köln / Korb, Skoda Fabia WRC) steht die nächste Runde in der Aufholjagd auf die derzeitigen Tabellenleader Hermann Gaßner / Siggi Schrankl (Surheim / Obing, Mitusbishi Lancer Evo 7) an. Der fünffache Deutsche Meister Kahle muss beim Kampf gegen den zweifachen Champion Gaßner außerdem auf hochkarätige Konkurrenz aus den eigenen Reihen achten: Skoda-WM-Pilot Alexandre Bengué, Französischer Rallye-Meister der Jahre 2003 und 2004, bereitet sich beim Gaststart in einem weiteren Fabia WRC auf seinen Einsatz im Rahmen des deutschen Laufs zur Rallye-Weltmeisterschaft vor. Die Meisterklasse in der Eifel machen zwei Starter komplett, die im Feld der rollenden Rallye-Legenden ins Volant greifen: Ex-Weltmeister Björn Waldegaard (Schweden) sowie der Skoda-WM-Pilot und Ex-Europameister Armin Schwarz steuern Fahrzeuge im Rahmen der Eifel-Historic-Rallyeparty, die mit über 60 bildschönen historischen Boliden jeweils im Anschluss an das aktuelle Feld auf die Prüfungen geht.

Mit über 160 WP-Kilometern gehört die ADAC Eifel-Rallye zu den längeren Veranstaltungen im DRM-Kalender. Für die Teams bedeutet der Einsatz deshalb erhöhten Adrenalinpegel, gibt es doch beim Event rund um Daun zwei Mal Punkte in der Tageswertung zu holen. Sind also die Zähler für die erste Etappe (Freitag, 22. Juli) verbucht, werden die Karten am Samstag neu gemischt. Da ist Spannung bis zur Zielrampe programmiert. Das gilt insbesondere für das Team der amtierenden Meister Matthias Kahle / Peter Göbel. Die beiden liegen in ihrem Skoda Fabia WRC vor den letzten drei DRM-Läufen genau 23 Punkte hinter Hermann Gaßner / Siggi Schrankl. Ob es nun auf den sechsten Titel für Skoda-Werkspilot Kahle oder die dritte Meisterschale für Lancer-Artist Gaßner hinausläuft – eine Vorentscheidung könnte schon auf den anspruchsvollen Asphaltprüfungen der Vulkaneifel fallen. Maximal 140 Punkte sind noch zu vergeben, alleine 60 davon nimmt der Sieger aus der Eifel mit. Gleichzeitig steht für Kahle das prestigeträchtige Skoda-interne Duell mit Alexandre Bengué an, der nach zwei französischen Meistertitel in den vergangenen Jahren nun bei ausgewählten WM-Läufen im Werks-Skoda Fabia WRC fährt. „Zur Vorbereitung auf den sehr anspruchsvollen Einsatz beim deutschen WM-Lauf starten wir bei der Eifel-Rallye“, erläutert der 29-jährige Asphaltspezialist. „Ich bin sehr gespannt auf den Vergleich mit Alex“, freut sich Matthias Kahle auf seinen Markenkollegen. „Ich hoffe auf einen guten Kampf, muss aber immer auch die Meisterschaftssituation im Blick haben.“ Einen Ausfall darf es im Duell um die Meisterkrone nicht geben, „deshalb werde ich beim Fight um den Gesamtsieg notfalls auch mal zurückstecken müssen.“ Neben den beiden Fabia-Piloten werden vor allen der Däne Kristian Poulsen im Toyota Corolla WRC und Maik Stölzel (Zwickau) im privat eingesetzten Skoda Octavia WRC als Siegkandidaten gehandelt. Für Stölzel wird es eine neue Erfahrung geben, fehlt ihm doch erstmals seit 2000 Stamm-Co Thomas Windisch. Helmar Hinneberg wird auf dem heißen Sitz im Octavia Platz nehmen. „2000 war der Grund meine Hochzeitsreise, diesmal sind es dringende geschäftliche Termine“, entschuldigt sich Thomas Windisch und fügt augenzwinkernd hinzu: „2000 fuhr Maik bei der Welfen-Rallye mit meinem Vertreter zu seinem ersten Gesamtsieg – vielleicht läuft es ja diesmal ähnlich gut.“

Gruppe N: Heißer Tanz in der Vulkaneifel
Neben den beiden WRC-Verfolgern betrachtet außerdem eine ganze Armada von Mitsubishi-Piloten den Kampf um den Sieg von Logenplätzen. Sie warten nur auf einen Patzer der Spitzenteams. Angeführt von Maik Steudten (Bernbeuren), dem amtierenden Amateurmeister, brennen etwa Olaf Dobberkau (Schleusingen) und Sandro Wallenwein (Stuttgart) auf Top-Resultate. Aber auch Hermann Gaßner hat auf dem Weg zum Sieg in der Gruppe N – und damit wertvollen Meisterschaftspunkten – harte Konkurrenz. Der Oelsnitzer Peter Corazza kommt in seinem Mitsubishi Lancer immer besser in Fahrt und konnte zum bayerischen Gruppe-N-Dauersieger Hermann Gaßner aufschließen. Heimrecht wird bei der ADAC-Eifel-Rallye der Neuwieder Frank Färber genießen. Er verbindet mit dem Lauf rund um Daun beste Erinnerungen, fuhr er hier doch im vergangenen Jahr auf Gesamtrang zwei. Aber auch Jasper van den Heuvel, der niederländische Rallyemeister, und der Österreicher Beppo Harrach wollen bei der Vergabe des Gruppe-N-Titels ein Wörtchen mitreden – auch in der Gruppe der seriennahen Fahrzeuge dürfen sich die Fans also auf einen heißen Tanz in der Vulkaneifel freuen.

Toll besetzte Super-1600-Klasse
In der Super-1600-Meisterschaft der DRM ist die Luft vor der Eifelrallye dünn geworden: Tabellenleader Horst Rotter (Großalmerode) führt im Opel Corsa mit 30 Punkten, die beiden DMSB Junioren Aaron Burkart (Berlin, Citroën Saxo) mit 26 und Markus Fahrner (Kleinheppach) in einem weiteren Opel Corsa mit 22 Zählern folgen ihm dicht auf den Fersen. Rotter ist sich sicher: „Das wird ein hartes Stück Arbeit, denn die Jungs sind richtig schnell geworden.“ Doch davon lässt sich der nordhessische Routinier die Vorfreude auf das Rallyefest bei seiner Lieblingsrallye in der Eifel nicht vermiesen. „Neben den tollen Strecken sind die Organisatoren und vor allem auch die ganzen Bewohner des Rallyegebietes einfach sehr gastfreundlich.“ Auch Markus Fahrner, der im Saarland fast in Sichtweite der Zielrampe den möglichen Sieg durch einen Motorenschaden verlor, ist „ganz gespannt auf den erneuten Kampf. Die Prüfungen in der Eifel sind sehr anspruchsvoll und extrem selektiv. Am liebsten würde ich weitermachen, wo ich im Saarland aufhören musste, nämlich vorn an der Spitze.“ Der Kampf um den Sieg bei den röhrenden Super-1600-Fronttrieblern, wird diesmal noch erweitert. Der amtierende Super-1600-Meister Sven Haaf bringt erneut seinen Lada 2112 an den Start und aus Dänemark reist Martin Johansen mit einem weiteren Opel Corsa an.

Punktesystem sorgt für sportlichen Ausgleich
In der „kleinsten“ Division der DRM (Gruppe N bis 2.000 ccm Hubraum) führt vor der ADAC Eifel-Rallye Peter Zehetmaier (Stephanskirchen, Honda Civic Type R). Der Bayer ist dabei die beste Werbung für das Punktesystem der DRM, das mit der Honorierung der Gesamtplatzierung und zusätzlichen Punkten für den Platz in einer der sechs Divisionen auf den ersten Blick sehr komplex erscheint. Dass es gleichwohl sportlich gerecht ist und auch Teams mit kleineren Fahrzeugen die Chance bietet, sich in der Tabellenspitze zu zeigen, beweist Zehetmaier. Er ist nach den fünf bisherigen Läufen neben Tabellenleader Gaßner der einzige, der bei allen Läufen seine Division gewinnen konnte. Obwohl er naturgemäß im Vergleich mit den Teams auf leistungsstärkeren Fahrzeugen nur wenige Punkte in der Gesamtwertung einstreichen konnte, wird diese perfekte Leistung in der Tabelle mit Rang drei belohnt. Auch Siggi Steinacker, der im VW Golf IV TDI die Diesel-Division vor DMSBJunior Matthias Kuhnert im Skoda Fabia RS TDI anführt, rangiert mit Gesamt-Platz sechs in den Top-Ten der DRM.

Die Fahrzeuge sind die Stars im Rahmenprogramm
Neben den Teilnehmern aus der DRM treten bei der ADAC Eifel-Rallye auch Teams aus anderen Championaten an. So zählt das Ergebnis des sechsten DRM-Laufs etwa auch für die jungen Talente aus dem ADAC-Rallye-Junior-Cup zum Meisterschaftskalender. Auch für die Luxemburger Meisterschaft werden in der Eifel Punkte vergeben. Ganz ohne Zähler, dafür aber mit um so mehr Herz gehen die Teilnehmer im historischen Teil der Veranstaltung zu Werke. Die Eifel-Historic Rallyeparty hat sich in wenigen Jahren zu einem Höhepunkt der historischen Rallye-Szene entwickelt. Sie ist mit dem auf 60 Starter begrenzten Teilnehmerfeld inzwischen das weltweit größte rollende Rallyemuseum. Ein Riesenkompliment macht der schwedische Ex-Weltmeister Björn Waldegaard der Veranstaltung: „Die Eifel-Historic Rallyeparty ist brillant, die Atmosphäre stimmt einfach. Es ist selten, in der heutigen Zeit noch so viele interessante Autos zu sehen.“ Der 16-malige WM-Sieger gehört beim historischen Event rund um Daun zu den Stammgästen und pilotiert diesmal einen Porsche 911, den er bereits 1973 bei der Safari-Rallye steuerte. Apropos Afrika: „Bislang haben neun Ex-Safari- oder Afrika-Fahrzeuge zugesagt“, freut sich Organisator Reinhard Klein, der intern bereits eine eigene ‚Kuhfänger-Klasse' ausschrieb. Im grünen Herz der Vulkaneifel werden Hingucker wie der Paris-Dakar-Porsche von Jacky Ickx in Rothmanns-Farben oder ein Mercedes 450 SLC mit Automatikgetriebe zu sehen sein. Mit dabei auch der fünfmalige Österreichische Staatsmeister Raphael Sperrer, der einen von Walter Röhrl bei der Safari pilotierten Audi 200 Quattro in die Eifel bringt. Alleine 15 Gruppe-B-Boliden gehen an den Start – einen von ihnen pilotiert kein geringerer als Rallye-WM-Pilot Armin Schwarz. Der zweifache Deutsche Meister und Ex-Europameister wird einen Audi quattro S1 steuern.
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