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Rallye nat.: Peter Schillo und die Auferstehung der Dinosaurier

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Debüt 1968, Sieg 2004: Peter Schillo im Schumann-Hundeknochen |
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| Es begann mit der Bestzeit von Kai Zimmer im Ford Escort Cosworth und endete mit einem mittelschweren Erdbeben: Die 10. ADAC Rallye Saar-Ost bot einmal mehr Spitzensport vom Feinsten. Und mit Peter Schillo und Beifahrerin Jenny Schork im Ford Escort MkI RS siegte nicht nur der Publikumsliebling, sondern auch das älteste (!) Fahrzeug im Starterfeld. Der Schumann-Hundeknochen präsentierte sich allerdings in einem traumhaften Zustand, der selbst Peter Ashcroft (Boreham-Boss der 70er Jahre) in Verzückung versetzt hätte.
Zweimal sechs Wertungsprüfungen (WP) standen rund um Neunkirchen im Saarland auf dem Programm. Der Rundkurs „Mainzweiler“ wurde mit Ortsdurchfahrt und winkeliger Ausfahrt verfeinert, an deren Streckenrand ein Hochzeitspaar riesig feierte. Für ein „besonderes Geschenk“ sorgte BMW 318iS-Pilot Pascal Maas, der unmittelbar vor der Hochzeitsgesellschaft eine Mauer erklomm und auf einem parkenden Auto zum Stehen kam … Ein Revival erlebte zudem nach rund 15 Jahren Pause die Prüfung „Rheinstraße“. Wie gewohnt, rundete die „Grube König“ den ADAC-Event ab.
In WP eins markierte Kai Zimmer die Bestzeit und nahm Armin Sommer im Subaru Impreza 2,3 Sekunden ab, Schillo verlor 4,1 und deutete an, daß bei entsprechender Fahrweise auch ein Hundeknochen-Escort der Allrad-Fraktion Paroli bieten kann. Sommer war zwar in WP zwei 0,4 Sekunden schneller als Zimmer, doch der Cossie-Pilot blieb vorne.
Prüfung drei stellte das bisherige Klassement auf den Kopf: Kai Zimmer knallte seitlich gegen einen Bordstein und musste den Ford Escort Cosworth abstellen, Armin Sommer verpasste bei einer Strohballenschikane den Bremspunkt, ließ diese aus und kassierte 30 Strafsekunden. Schillo im Schumann-MkI war plötzlich zur Halbzeit vorne und einzig der amtierende Saarland-Meister Lars Mysliwietz hätte den Sieg des Dillingers noch verhindern können.
Und „Mysli“ zeigte in den beiden kommenden Prüfungen, wo beim Pavian die Hupe hängt. 2,3 Sekunden war der Honda-Pilot schneller unterwegs als Peter Schillo. Vor dem großen Showdown in der Grube König trennten die beiden Protagonisten gerade einmal 2,9 Sekunden! Danach allerdings 10,4 …
Peter Schillo begeisterte die vielen hundert Zuschauer mit einer beeindruckenden Fahrt, obwohl seiner Jenny Schonk sogar bei voller Fahrt der Aufschrieb aus dem Beifahrerfenster flöten ging … Als Schillo dann bei der Siegerehrung auch noch mit durchdrehenden Rädern in die Halle einbog, stand auch der letzte auf seinem Stuhl und applaudierte! In dieser Form gehört Peter Schillo zu den Top-Favoriten bei den kommenden Events und auch bei der ADAC Rallye Köln-Ahrweiler am 11./12. November, die heuer erstmals auch für Gruppe H-Fahrzeuge bis Baujahr 1988 ausgeschrieben sein wird.
Nachdem Joachim Hohloch mit dem Zweiliter-Motor im BMW M3 nicht viele Blumentöpfe gewinnen konnte, startete der mehrfache Saarland-Meister jetzt in der Klasse bis 3000 ccm. Sozusagen „artgerechte“ Haltung für einen E30er-M3, dessen Motorsound die Fans immer noch mit der Zunge schnalzen lässt. Gesamtrang drei war der verdiente Lohn für Hohloch knapp vor Subaru-Mann Sommer, der mit 29,5 Sekunden Rückstand dritter wurde. Selbst minus 30 Sekunden Strafzeit plus einmal-durch-die-Schikane-Fahren hätte es für den Saarbrücker nicht gereicht, Peter Schillo an diesem Tag zu besiegen.
In der Gruppe H bis 1600 ccm waren es am Ende 2,1 Sekunden, die zu Gunsten von Frank Schmeer vor Marco Decker entschieden. Nach vielen Ausfällen der Wettbewerber siegte bei den 1300ern Rolf Henkel im VW Polo. Schnellstes Gruppe G-Fahrzeug war Frank Herr im Ford Sierra Cosworth, bei den Yougtimern hatte Gerd Römpert (Ford Escort RS 2000) die Nase vorn.
Gesamtklassement nach sechs Wertungsprüfungen:
1. Schillo/Schonk (Ford Escort MkI RS) 19.16,9 Minuten (1. Gruppe H bis 3000 ccm)
2. Mysliwietz/Schumacher (Honda Civic Type-R) + 10,4 Sekunden (1. Gruppe H bis 2000 ccm)
3. Hohloch/Hohloch (BMW M3) + 24,2 Sek.
4. Sommer/Lauck (Subaru Impreza WRX Sti) + 29,5 Sek. (1. Gruppe N/F über 3000 ccm)
5. Eisel/Eisel (Opel Kadett C) + 47,8 Sek.
6. Malter/Schmitt (Peugeot 306) + 48,6 Sek.
7. Damm/Damm (VW Golf GTi) + 1.07,3 Minuten
8. Pohl/Pohl (BMW M3) + 1.09,4 Min.
9. Braun/Braun (BMW 318ti Compact) + 1.13,8 Min.
10. Decker/Decker (BMW 320iS) + 1.19,8 Min.
11. Schmeer/Druck (VW Golf GTi) + 1.22,3 Min. (1. Gruppe H bis 1600 ccm)
13. Brocker/Brocker (Ford Escort Cosworth) + 1.13,5 Min. (1 Gruppe H über 3000 ccm)
14. Herr/Eichhorn (Ford Sierra Cosworth) + 1.39,3 Min. (1. Gruppe G1)
15. Römpert/Haag (Ford Escort RS 2000) + 1.40,8 Min. (1. Youngtimer)
19. Hallermeier/Becker (Honda Civic Vti) + 2.18,4 Min. (1. Gruppe N/F bis 1600 ccm)
20. Glöckner/Werner (Peugeot 306) + 2.20,0 Min. (1. Gruppe N/F bis 2000 ccm)
21. Ludwig/Eul (Mazda 323) + 2.20,6 (1. Gruppe G3)
37. Henkel/Schulz (VW Polo) + 3.09,6 Min. (1. Gruppe H bis 1300 ccm)
WP-Bestzeiten:
Sommer 3; Schillo 2; Zimmer 1
wichtige Ausfälle:
WP 4: Dingert/Dingert (VW Golf GTi) Kraftübertragung
WP 4: Langenfeld/Antony (Suzuki Swift) technischer Defekt
WP 4: Kessler/Ranft (Ford Escort) Überschlag
WP 4: Schmidt/Schmidt (VW Polo) Antriebswelle
WP 3: Zimmer/Kaiser (Ford Escort Cosworth) Hinterachse
WP 1: Stumpf/Stumpf (BMW M3) Motor
WP 1: Schlinck/Satter (Seat Ibita) Antriebswelle
WP 1: Maas/Maas (BW 318iS) Unfall
WP 1: Stockmar/Poller (VW Golf Kit-Car) Kraftübertragung
WP 1: Petzold/Rohe (VW Polo) Überschlag
Zugehörige Features: 10. ADAC-Rallye Saar-Ost |  |