WRC: Loeb macht zur Halbzeit das halbe Dutzend voll
Sechster Sieg im achten Lauf für Sebastien Loeb
Man sollte zwar nie nie sagen, aber wer soll diesen Sebastien Loeb schlagen? Frankreichs „Super Seb“ war einmal mehr der Held, feierte beim achten WRC-Lauf des Jahres seinen sechsten Sieg und hatte erstmals bei der Acropolis-Rally Greece die Nase vorn. In der Fahrer-WM ist der Weltmeister der Konkurrenz auf und davon gefahren und Dank Carlos Sainz drittem Rang haben die Zitronen nun auch die Führung in der Marken-Wertung übernommen. Toni Gardemeister wurde mit dem Ford Focus – wie in Monte Carlo – zweiter. Und Carlos Sainz beendete seinen nun vermutlich letzten WRC-Lauf mit dem dritten Rang.
Der ehemalige Bodenturner machte bereits auf der ersten Etappe eine gute Figur. Und das, obwohl er als aktueller WM-Spitzenreiter zunächst die Rolle des Straßenkehrers spielte und die lockere Oberschicht für die Verfolger wegfegte. Als am Nachmittag die gleichen und jetzt sauberen Prüfungen zum zweiten Durchgang auf dem Programm standen, zeigte Loeb seine Klasse und beendete den Tag sogar als Spitzenreiter. Bis zum Beginn des zweiten Tages konnte Marcus Grönholm das Tempo des Xsara-Piloten mitgehen, doch dann musste auch der zweifache Weltmeister passen. „Ich fahre volles Rohr, Sebastien ist einfach zu gut“, musste der Peugeot-Mann eingestehen. Als dann Probleme im Bereich der Kraftübertragung auftraten, rutschte Grönholm sogar auf den vierten Rang ab.
Zu Beginn des letzten Tages waren die ersten vier Positionen bezogen: Loeb vor Gardemeister, Sainz und Grönholm. Für Platz fünf hatte Harri Rovanperä im Mitsubishi eine Attacke auf den vor ihm platzierten Mikko Hirvonen angekündigt. Und nach den ersten beiden der vier Prüfungen schmolz der Abstand um 25 auf nur noch zwei Sekunden zusammen. Mit zwei Gesamtbestzeiten (!) konterte Hirvonen im zwei Jahre alten Focus und holte als fünfter seine ersten Zähler der Saison. Beim Saisonfinale 2004 in Australien war der Finne im Werks-Subaru zuletzt vierter geworden.
Gianluigi Galli im zweiten Mitsubishi und Markko Märtin im zweiten Peugeot sammelten die restlichen Fahrer-WM-Punkte. Der Este holte zwar im achten Lauf zum achten Mal Punkte, zeigte aber während der kompletten Rallye eine ganz schwache Leistung. Märtin kommt weiterhin mit dem Peugeot 307 nicht zurecht. Petter Solberg sammelte als neunter wenigstens noch einen Zähler für die Marken-WM. WRC-Hinterbänkler Skoda brachte trotz des SuperRally-Reglements nur einen der drei gestarteten Fabia ins Ziel, wobei auch Armin Schwarz fast die komplette erste Etappe aussetzen musste. Der Deutsche wurde als 18. gewertet.
Schlussendlich hatte sich für Manfred Stohl die Acropolis-Rally doch noch rentiert, auch wenn der Wiener nur 20. wurde. Einerseits bewies der 32-jährige OMV-Pilot am zweiten Tag, dass er ganz vorne mitfahren kann. Insgesamt fuhr er am zweiten und dritten Tag ausschließlich Top-Ten-Zeiten. Andererseits konnte man unter Rennbedingungen testen. Stohl: „Ich glaube, dass wir jetzt auch die Bremsprobleme im Griff haben. Ich bin für Argentinien sehr zuversichtlich. Am letzten Tag wollte ich einfach nichts mehr riskieren, denn bei einem Ausfall hätten mich alle ausgelacht.“
Gesamtklassement nach 19 Wertungsprüfungen:
1. Loeb/Elena (Citroën Xsara/M) 4:12.53,7 Stunden
2. Gardemeister/Honkanen (Ford Focus/M) + 1.36,2 Minuten
3. Sainz/Marti (Citroën Xsara/M) + 2.11,1 Min.
4. Grönholm/ Rautiainen (Peugeot 307/P) + 2.56,4 Min.
5. Hirvonen/Lehtinen (Ford Focus/M) + 3.13,2 Min.
6. Rovanperä/Pietiläinen (Mitsubishi Lancer/P) + 3.44,4 Min.
7. Galli/D´Amore (Mitsubishi Lancer/P) + 5.19,6 Min.
8. Märtin/Park (Peugeot 307/P) + 5.37,5 Min.
9. P.Solberg/Mills (Subaru Impreza/P) + 6.03,0 Min.
10. Pons/Julia (Citroën Xsara/M) + 9.03,4 Min.
11. Sohlberg/Hantunen (Subaru Impreza/P) + 10.08,4 Min.
12. Vovos/Em (Subaru Impreza/P) + 12.50,9 Min.
13. Sarrazin/Giraudet (Subaru Impreza/P) + 16.58,8 Min.
14. Carlsson/Andersson (Subaru Impreza/P) + 21.21,7 Min.
18. Schwarz/Wicha (Skoda Fabia/M) + 32.00,4 Min.
20. Stohl/Minor (Citroën Xsara/M) + 33.00,1 Min.
M= Michelin, P=Pirelli