Auch auf dem Sachsenring war gegen Schläppi kein Kraut gewachsen
Der Sieger hieß am Ende wieder Mathias Schläppi. Doch zuvor musste sich der fünfmalige Laufsieger in der DMSB Produktionswagen-Meisterschaft bei den beiden Rennen auf dem Sachsenring heftig gegen die Attacken der Ford-Piloten Wolfgang Treml und Karl-Heinz Matzinger (beide Österreich) wehren. Gleich sieben Mal wechselte in den beiden Läufen zwischen den drei Kontrahenten die Führung, teilweise mehrfach in einer Runde. „Heute waren die beiden Focus absolut auf Augenhöhe“, erklärte der Schweizer bei der Siegerehrung. „Vor allem in den engen Ecken hatte ich keine Möglichkeit vorbeizukommen. Meine Chance in den schnelleren Passagen habe ich dann am Ende aber doch immer nutzen können.“
„Es war ein toller Fight – nur das zählt“, freute sich Wolfgang Treml nach zwei zweiten Plätzen im Ziel. Da trübte auch ein Dreher nach einer Berührung mit Mathias Schläppi die Freude nicht. Treml: „Das war sicher unnötig, aber Mathias hat sich entschuldigt. Das ist sonst wirklich nicht sein Stil, die Sache ist erledigt.“ Beeindruckt zeigte sich Treml dagegen von der Performance von Schläppis MG: „Wir mussten unsere Reifen ziemlich hart rannehmen, um gegen Mathias bestehen zu können. Sein MG hatte scheinbar mehr Reserven, da konnte er am Schluss dann doch relativ locker vorbeiziehen.“ Wie zur Bestätigung dieser These fuhr der Schweizer mit 1:32.848 Minuten wenige Runden vor Schluss die schnellste Rennrunde. Für Tremls Teamkollegen Karl-Heinz Matzinger ist die gute Vorstellung der Ford Focus am Sachsenring noch nicht das Ende der Steigerung seit Saisonbeginn. „Wir könnten durch Testfahrten sicher noch dichter an die MG herankommen, mal abwarten, wie es beim nächsten Rennen in Assen aussieht.“
Division 2: Spannung bis zur letzten Runde
Nachdem der erste Lauf einen recht deutlichen Sieg von Thomas Mühlenz (Bergisch Gladbach) und die Plätze zwei und drei für den Troisdorfer Guido Thierfelder und den Freiburger Tobias Pfister (alle Citroën Saxo VTS) hervorgebracht hatte, bot das zweite 20-Minuten-Rennen einen spannenden Fight bis zur letzten Kurve. Denn genau dort hatte der bis dahin führende Thomas Mühlenz die Führung an Tobias Pfister (Freiburg) abgegeben. „Das war natürlich Taktik, ich wollte meinen Teamkollegen vorbeilassen, damit er wichtige Punkte für die Meisterschaft sammelt“, grinste der Rheinländer. „Aber im Ernst: Ich habe bei einem Überrundungsmanöver viel Schwung verloren. Dabei konnte Tobias Pfister mich dann noch abfangen.“ „Ich hätte Thomas sicher nicht mehr einholen können, zumal ich tatsächlich an die Punkte für die Meisterschaft gedacht habe“, erläuterte der Sieger Tobias Pfister nach dem Rennen. „Thomas war eindeutig schneller, aber ich hatte diesmal das bessere Ende für mich.“ Mindestens ebenso zufrieden zeigte sich Sven Koch (Gifhorn), der seinen Volkswagen Lupo im zweiten Rennen auf Rang drei chauffierte: „Ich bin mit dem Aufwärtstrend seit Saisonbeginn absolut zufrieden. In unserer Division fährt inzwischen keiner mehr den anderen eine halbe Sekunde davon. Das ist doch toll.“
Division 3: Zwei Rennen – ein Sieger
In der Diesel-Division beschrieb Laufsieger Roland Hertner (Heilbronn) den Rennverlauf der beiden Produktionswagen-Läufe im Telegrammstil: „Gleicher Ausgang – völlig unterschiedliche Rennen. Der erste Lauf ging locker an mich, doch im zweiten Rennen hatte ich einen supertollen Kampf mit Markus Lungstrass. Wir hatten mehrere schöne Überholmanöver, und alles lief sehr fair ab.“ Das Kompliment erwidert der 22-jährige Burscheider: „Unser Duell war wirklich mehr als fair. Wir haben uns mehrmals an der Spitze abgewechselt, ohne uns zu berühren. Erst ganz am Schluss hat Roland einen echten Fehler gemacht, aber den konnte ich leider nicht gut genug nutzen“, so Lungstrass.