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2005-06-18 10:09:28 - ks
DRM: Tsjoen holt den Etappensieg vor Kahle

Gaststarter Tsjoen verwies Kahle um 30 Sekunden auf Platz zwei
Mit einer spannenden ersten Etappe hat der fünfte Lauf zur DRM die Fans begeistert. An der Spitze des Feldes bei der KÜS-Saarland-Rallye bestimmte ein international besetztes Trio das Geschehen, das sich auf den ersten sieben Wertungsprüfungen (97,94 km) einen packenden Fight lieferte. Die Belgier Pieter Tsjoen / Eddy Chevallier (Toyota Corolla WRC) lagen im Tagesziel im saarländischen Merzig vor den amtierenden Deutschen Rallyemeistern Matthias Kahle / Peter Göbel (Köln / Korb, Skoda Fabia WRC). Die Dänen Kristian Poulsen / Ole R. Frederiksen (Toyota Corolla WRC) gingen als Gesamtdritte in die Übernachtungspause. Da Tsjoen als Gaststarter keine Punkte in der DRM sammelt, holten Kahle / Göbel damit die volle Punktzahl für den Tagessieg. Das prall besetzte Starterfeld, in dem auch Teams aus der FIA Rallye-EM, der luxemburgischen Meisterschaft, dem Suzuki-Ignis-Cup und dem ADAC-Rallye-Junior-Cup um Punkte kämpfen, kam auch bei den Fans im Saarland toll an: Alleine den abschließenden Rundkurs an der Bundesgeschäftsstelle des Rallye-Namenssponsors besuchten 5.000 begeisterte Zuschauer.

Tagessieger Tsjoen erwartet spannenden Kampf mit Matthias Kahle
Mit einem lachenden und einem weinenden Auge dürfte Matthias Kahle die erste Etappe der KÜS-Saarland-Rallye beendet haben. Als bester DRM-Pilot holte er wichtige Punkte bei der Jagd auf die Tabellenführer Hermann Gassner / Siggi Schrankl (Surheim / Obing, Mitsubishi Lancer Evo 7). Gleichzeitig musste er sich aber auch dem stark auftrumpfenden belgischen Gaststarter um exakt 30 Sekunden geschlagen geben. „Pieter Tsjoen ist einfach extrem schnell unterwegs“, beschrieb der amtierende DRM-Champion. „Der Kampf mit ihm hat Spaß gemacht. Wir wollten heute nicht alles riskieren und haben uns die Maximalpunkte in der Tageswertung gesichert.“ Freudestrahlende Gesichter dominierten im belgischen Team. „Ich hätte nie gedacht, dass ich mit einem so deutlichen Vorsprung in die Übernachtungspause gehen kann“, strahlte Pieter Tsjoen. „Das ist toll. Aber es gibt morgen sicherlich noch einen spannenden Kampf mit Matthias“. Dass der Belgier im Saarland für eine Spitzenposition gut ist, bewies er bereits im vergangenen Jahr, als er beim Gaststart in der hart umkämpften Super-1600-Klasse den Sieg holte. Als Dritten im Ziel blieb dem Dänen Kristian Poulsen beim Fight der beiden Spitzenpiloten nur die Rolle des ersten Zuschauers. Nach zwischenzeitlichen Problemen mit der Servopumpe seines Toyota Corolla WRC beschrieb er im Ziel: „Unsere Servopumpe ist zwar wieder ok. Aber das Tempo der beiden an der Spitze kann ich nicht mitgehen.“ Die Verfolgergruppe der WRC-Fraktion führten Sandro Wallenwein / Pauli Zeitlhofer (Stuttgart / Österreich, Mitsubishi Lancer Evo 7) an, die sich als Vierte vor Hermann Gaßner / Siegfried Schrankl platzieren konnten. Der Tabellenführende Gaßner freute sich: „Bei uns läuft es perfekt.“ Wie viele andere Piloten schwärmte auch er von der WP „Steine an der Grenze“, die längste Prüfung im gesamten DRM-Kalender: „Der Höhepunkt des Tages war die 30-Kilometer-Prüfung.“

DMSB-Junior Fahrner holt Tagessieg in der Super-1600-Klasse
Auf den anspruchsvollen und selektiven Prüfungen rund um das saarländische Merzig mussten sich manche Teams bereits auf den ersten Prüfungen als Ausfall notieren lassen. Besonders hart traf es den als Spitzenreiter in der Super-1600-Meisterschaft angereisten Horst Rotter (Großalmerode). Mit Co-Pilotin Sabrina Berdi (Baunatal) fiel er bereits auf WP 2 aus: „Etwa nach 10 Kilometern blieb unser Opel Corsa ohne Vortrieb stehen“, schildert der Nordhesse. Die Spitzenposition in der Klasse sicherten sich Markus Fahrner / Michael Wenzel (Kleinheppach / Mehlingen), die im Opel Corsa Super 1600 des Deutschen Rallye-Junior-Teams als Gesamt-Siebte im Ziel einliefen. „Schade, dass Horst ausgefallen ist“, so Fahrner, „ich hätte gerne gewusst, wo ich mit meiner Leistung im direkten Vergleich stehe. Denn bei uns läuft eigentlich alles rund.“

Gruppe N: Gaßner vor Corazza, Zehetmaier vor Keskinen
Einmal mehr bestimmte Hermann Gaßner das Geschehen bei den seriennahen Fahrzeugen. Der Bayer liegt vor dem Start zur zweiten Etappe vor Peter Corazza / René Tonn (Oelsnitz / Eisenach, Mitsubishi Lancer Evo 7). In der Division der „kleinen“ seriennahen Fahrzeuge (Gruppe N bis zwei Liter Hubraum) hatte Peter Zehetmaier das beste Ende für sich. Er beschrieb nach den sieben Prüfungen des ersten Tages: „Auf WP 5 hatte ich einen richtigen »big moment«, als unser Civic bei einem Abzweig auf Schotter trotz langsamen Tempos nicht eingelenkt hat. Aber insgesamt läuft es bei uns richtig gut.“ Er nimmt die zweite Etappe vor den Kalle Finnen Keskinen / Lasse Hirvwarvi (Honda Civic Type R) in Angriff. Enttäuschung dagegen bei den Lokalmatadoren in der Division: Lars Mysliwietz / Oliver Schumacher (Nalbach / Fluterschen, Honda Civic Type R) liegen abgeschlagen auf dritter Position in der Division. Das Duo des ADAC Saarland-Rallye-Team hatte schon beim Shakedown mit technischen Problemen zu kämpfen, die auch während der ganzen ersten Etappe anhielten. „Das ist wirklich nicht unsere Rallye“, ärgerte sich der enttäuschte Mysliwietz. „Zu allen Problemen kam jetzt auch noch auf WP 5 fehlende Motorleistung hinzu. Die Hälfte der Strecke hatten wir nur drei intakte Zylinder.“
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