Prominenter Gast: WRC-Star Armin Schwarz gibt sich im Saarland die Ehre
„Wenn wir kommen, dann wollen wir auch gewinnen!“ So umreißt Rallye-Ass Armin Schwarz seine Ziele für die KÜS-Saarland-Rallye vom 16. – 18. Juni. Der Skoda-Pilot, seit Jahren bester Deutscher in der Rallye-Weltmeisterschaft, möchte die Rallye rund um das saarländische Merzig nutzen, um sich auf den deutschen Rallye-WM-Lauf im August vorzubereiten: „Die ‚Saarland’ ist ein perfektes Testgebiet für uns. Die Charakteristik der Strecken entspricht einem Großteil der WM-Strecken, da kann man viele Teile probieren. Aber natürlich geht es bei jedem Start immer auch um den Sieg.“ Dass ihm die Gegner – allen voran die amtierenden Deutschen Meister, Matthias Kahle / Peter Göbel – kaum kampflos den Vortritt lassen werden, ist Schwarz natürlich bewusst: „Matthias ist ein ernstzunehmender Gegner“, schätzt der WM-Pilot seinen Markenkollegen ein, der wie Schwarz selbst auf einen Skoda Fabia WRC setzt. „Den Sieg habe ich sicher noch lange nicht in der Tasche.“ Matthias Kahle (Köln) und sein Co-Pilot Peter Göbel (Korb) freuen sich jedenfalls schon auf das Duell. Kahle: „Mit Armin Schwarz erwarte ich einen interessanten Zwei¬kampf. Aber ich weiß noch nicht, mit welcher Strategie wir das angehen werden. Ganz klar: Jetzt haben die Punkte für die Meisterschaft auf jeden Fall Vorrang. Trotzdem werden wir uns so teuer wie möglich verkaufen.“ Der Blick auf die Tabelle dürfte den fünfmaligen DRM-Meister tatsächlich zu Höchstleistungen anspornen, liegen Kahle / Göbel doch nach ihrem Ausfall bei der Sachsen-Rallye mit 125 Punkten derzeit hinter dem bayerischen Mitsubishi-Duo Hermann Gassner / Siggi Schrankl, die mit 156 Zählern ins Saarland reisen. In Anbetracht der noch 200 möglichen Punkte in der zweiten Halbzeit der DRM-Saison relativiert Gassner aller¬dings den Vorsprung: „Das ist noch keine Vorentscheidung, aber es hält auf jeden Fall die Meisterschaft spannend.“ Das sollte auch im Sinne der Fans sein, die unter www.rallye-dm.de alle Informationen zur KÜS-Saarland-Rallye im Internet finden können.
Neben Vorjahressieger Armin Schwarz dürfte ein weiterer hochkarätiger Gaststarter in den Kampf um die Spitze eingreifen. Der Belgier Peter Tsjoen bringt nach dem erfolgreichen Auftritt im vergangenen Jahr einen Toyota Corolla WRC mit nach Merzig, er will vor allem seinem dänischen Markenkollegen Kristian Poulsen und dem Skoda-Oktavia-Pilot Maik Stölzel das Leben schwer machen. Angeführt von Hermann Gassner lauert hinter den fünf World Rally Cars (WRC) eine ganze Horde von Mitsubishi-Piloten auf ihre Chance. Der Stuttgarter Sandro Wallenwein, Saarland-Sieger 2002, hat nach dem zweiten Platz in Sachsen zusätzliche Motivation erhalten, während der Schleusinger Olaf Dobberkau seinen ersten Saisonpunkten weitere folgen lassen möchte. Nachwuchs-Talent Maik Steudten will die Scharte vom Ausfall in Sachsen wett machen und wieder zurück in die Tabellenspitze. Aber auch der Holländer Piet van Hoof und der Finne Jaakko Keskinen sind immer für tolle Auftritte gut. Nicht zu vergessen: Toni Werner, der im Saarland nicht nur durch den bulligen Sound seines Porsche 911 GT3 überzeugen möchte.
Heiß umkämpfte Super-1600-Klasse
In der Deutschen Super-1600-Meisterschaft sind die Nordhessen Horst Rotter / Sabrina Berdi (Großalmerode / Baunatal) derzeit das Maß der Dinge. Mit drei Siegen in Folge pilotierten sie ihren Opel Corsa an die Tabellenspitze und machten den Ausfall zum Saisonstart vergessen. Für die beiden kommenden Läufe hat sich der Routinier nach dem sensationellen dritten Gesamtrang in Sachsen viel vorgenommen: „Jetzt kommen die Saarland- und die Eifel-Rallye. Auch dort finden wir ein ideales Revier für die Super-1600-Fahrzeuge.“ Doch die Verfolger geben nicht nach. DMSB-Junior Markus Fahrner siegte im Irmscher-Corsa beim Auftakt und rückte auch ansonsten seinem Markenkollegen Rotter immer dichter an die Stossstange. „Jedes Mal, wenn ich eine WP einmal im Wettbewerbstempo mit dem Corsa absolviert habe, komme ich im zweiten Durchgang dicht an Horst dran,“ erklärt der Schwabe, „Das macht Hoffnung für die Saarland-Rallye, denn die Prüfungen dort kenne ich schon gut aus meiner Zeit im ADAC Junior Cup.“
Saarländischer Lokalmatador in der Gruppe N
Beim Kampf um die Gruppe-N-Krone heften sich die Verfolger dem Taktgeber Hermann Gassner dichter an die Fersen. Besonders Peter Corazza, inzwischen dritter der Meisterschaftstabelle, kommt immer besser in Fahrt: „Ich wünsche mir eine Rallye, bei der ich von Anfang an die Zeiten von Hermann Gassner mitgehen kann. Bei der Saarland-Rallye wird es allerdings sehr schwer. Da muss ich im Gegenteil aufpassen, was Frank Färber macht. Denn den schätze ich dort sehr stark ein.“ Besagter Färber (Neuwied) rüstet für die Saarland um: „Nachdem unsere Reifen in der ersten Saison-Hälfte nicht den gewünschten Erfolg bringen konnten, wechseln wir im Saarland wieder auf unser bisheriges Fabrikat – dann können wir vergleichen, ob es nur an den Reifen liegt und wo wir mit unserem Lancer tatsächlich stehen." In einem weiteren Auto in dieser Division hat zumindest der Beifahrer einen klaren Heimvorteil. Jörg Bastuck aus Nalbach sitzt im PointS-Mitsubishi Lancer an der Seite von Florian ‚Flo’ Auer. Der 21-Jährige aus Freilassing gehört zu den viel versprechenden DMSB-Junioren. „Wir haben die erste Saisonhälfte genutzt, um uns als Team aufeinander einzuspielen. Zudem war es für Flo auch eine große Umstellung vom 130-PS Fronttriebler aus dem ADAC Rallye Junior-Cup auf den doppelt so starken Allrad-Mitsubishi umzu¬steigen,“ erklärt Bastuck. „Die dritten Plätze in der Gruppe N bei der ‚Welfen’ und auch in Sachsen waren schon ein toller Erfolg. Als Saarländer die ‚Saarland’ zu fahren, ist natürlich faszinierend. Normalerweise kann ich keine Einzelpersonen unter den Fans am Streckenrand erkennen, denn wir sind ja auch schnell unter¬wegs. Aber ein ehemaliger Klassenkamerad hat da eine tolle Technik entwickelt. Der winkt immer mit seinem Klappstuhl. Das ist nicht zu übersehen, und ich weiß dann ganz genau: Da steht Patrik", schmunzelt der Lokalmatador.
Zehetmaier / Breuer dominieren die Gruppe N bis zwei Liter Hubraum
In der kleinen Gruppe N gibt es mit Peter Zehetmaier und Co-Pilot Jürgen Breuer ein dominantes Spitzenduo. Im Honda Civic Type R gewannen sie bislang bei jedem Start in ihrer Division (N bis 2.000 ccm) die maximal möglichen 20 Punkte und konnten auch in der Gesamtwertung schon zwei Mal Punkte mitnehmen. Insgesamt haben sie bislang 104 Zähler auf ihrem DRM-Konto und das bedeutet – punktgleich mit Peter Corazza – den sensationellen dritten Meisterschaftsrang. Doch für sein Heimspiel hat der Saarländer Lars Mysliwietz bereits den Fehde-Handschuh geworfen. Der zweite Platz hinter Zehetmaier in Sachsen war nach dem verkorksten Saisonauftakt das Signal zum Angriff. Mit Co-Pilot Oliver Schumacher lautet die Devise rund um Merzig und Losheim nun „Sekt oder Selters, denn sonst haben wir keine Chance mehr, in der Meisterschaft ein ordentliches Resultat abzugeben“. Natürlich hat der Nalbacher auch eine Lieblingsstelle bei seiner Lieblings-Rallye, „Der Kreisel im Rundkurs in Losheim direkt am KÜS-Gelände ist genial, aber nicht nur wegen des Spektakels, sondern vor allem wegen der tollen Atmosphäre. Der Applaus der Fans in der Auslaufrunde ist gigantisch und ruft bei mir immer wieder eine Gänsehaut hervor.“