"Super-Seb" Loeb stellt alle anderen in den Schatten
Nichts Neues auf Zypern: Während die Verfolger straucheln, dominiert Sebastien Loeb das Geschehen an der Spitze weiter nach Belieben. Auf allen sechs Prüfungen des Tages markierte der Franzose die Bestzeit und führt vor der letzten Etappe mit über drei Minuten Vorsprung auf die beiden privat eingesetzten WRCs von Manfred Stohl (Citroën Xsara) und Henning Solberg (Ford Focus).
Die größte Auslese des Tages vollzog sich in den beiden letzten Prüfungen elf und zwölf: Zunächst verabschiedete sich der an fünfter Stelle liegende Anthony Warmbold mit defekter Ölpumpe im Ford Focus, dann flogen erst Armin Schwarz im Skoda und kurz danach Francois Duval im zweiten Werks-Citroën von der Piste. Der Belgier knallte in einen Baum und sein Fahrzeug fing sofort Feuer. Gottlob blieben alle Insassen unverletzt.
Für Schwarz war es bereits der zweite Ausfall bei dieser Rallye. Dank des Superrally-Reglements darf der Deutsche am letzten Tag aber erneut an den Start gehen und kassiert für jede ausgelassene Prüfung fünf Strafminuten. Bereits gestern hatte Schwarz seinen Fabia mit abgerissenem Keilriemen und leerer Batterie auf der dritten Prüfung abstellen müssen. Der Dauerpechvogel aus Oberreichenbach ist daher prädestiniert zur ausgiebigen Nutzung des seit dieser Saison gültigen Superrally-Systems.
Nach Duval wurde WP elf abgebrochen und Stohl sowie Loeb erhielten die gleiche Zeit zugesprochen wie der bis dahin schnellste Toni Gardemeister. Die beiden Führenden sowie die dahinter startenden Piloten wurden zur letzten Prüfung des Tages umgeleitet. Wegen dieser Verzögerung brachen die Zuschauer in der zwölften Prüfung nach den ersten acht Fahrzeugen auf und sorgten somit für den zweiten Abbruch des Tages.
Auf dem vierten Rang liegt weiterhin Markko Märtin im verbliebenen Peugeot 307. Mit nur 20 Sekunden Rückstand auf Petters älteren Bruder könnte der Este noch aufs Podium vorfahren. Von den Ausfällen in der elften Prüfung profitierte Toni Gardemeister, der auf Platz fünf vorrückte, obwohl der Ford-Pilot auf der letzten Prüfung des Tages eineinhalb Minuten wegen eines Reifenschadens einbüßte.
Chris Atkinson, nach dem Rückzug von Petter Solberg einziger Subaru-Werkspilot im Feld, büßte durch einen defekten Schalthebel auf einer Prüfung fast zweieinhalb Minuten ein. Wie schon in Sardinien blieb Mitsubishi-Pilot Harri Rovanperä nicht vom Pech verschont. Der Finne wurde wegen einer gebrochenen rechten vorderen Radaufhängung in der letzten Prüfung von Markko Märtin und Henning Solberg sogar überholt und musste letztendlich aufgeben. Falls das Team beschließt, morgen wieder anzutreten, hätte der Finne weiterhin intakte Chancen auf WM-Punkte.
Subaru-Pilot Petter Solberg hatte auf einen Restart heute Morgen verzichtet. Der Schaden am Motor des Impreza sei zu groß, gab das Team als Begründung an. Ein geplatzter Turbolader und Elektronikprobleme hatten gestern für das vorzeitige Aus gesorgt.
Gesamtklassement nach 12 von 18 Wertungsprüfungen:
1. Loeb/Elena (Citroën Xsara/M) 3:35.33,9 Stunden
2. Stohl/Minor (Citroën Xsara/M) + 3.14,0 Minuten
3. H.Solberg/Menkerud (Ford Focus/M) + 4.15,4 Min.
4. Märtin/Park (Peugeot 307/P) + 4.34,9 Min.
5. Gardemeister/Honkanen (Ford Focus/M) + 7.11,8 Min.
6. Kresta/Mozny (Ford Focus/M) + 8.27,3 Min.
7. Rovanperä/Pietiläinen (Mitsubishi Lancer/P) + 11.11,6 Min.
8. Tuohino/Markkula (Skoda Fabia/M) + 13.15,3 Min.
9. Carlsson/Andersson (Subaru Impreza/P) + 13.56,2 Min.
10. Warmbold/Orr (Ford Focus/M) + 15.06,9 Min.
13. Atkinson/MacNeall (Subaru Impreza/P) + 25.34,2 Min.
15. Panizzi/Panizzi (Mitsubishi Lancer/P) + 29.23,1 Min.
16. Schwarz/Wicha (Skoda Fabia/M) + 30.39,0 Min.
M= Michelin, P=Pirelli