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WRC: Loeb – der Übernatürliche

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Nachdenklicher Grönholm: In WP 1 schon Feierabend |
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| Fünf von sechs Bestzeiten, keine Probleme, souveräne Führung: Sebastien Loeb ist bereits nach der ersten von drei Etappen zur Rallye Zypern auf Siegkurs. Für eine Citroën-Doppelführung sorgt überraschend Kronos-Pilot Manfred Stohl, der den privaten OMV-Xsara mit 2.04,2 Minuten als zweiter ins Etappenziel brachte. Mit Henning Solberg – Petters älterem Bruder – liegt ein weiterer „Privatier“ auf Rang drei.
Doch der Reihe nach: die knüppelharten Schotterpfade forderten von der ersten Prüfung an ihre Opfer. Marcus Grönholm, im Shakedown immerhin schnellster, musste den Peugeot 307 mit einem defekten Zahnriemen nach 13 (von 38) Kilometern abstellen. Teamkollege Markko Märtin verlor eineinhalb Minuten aufgrund eines Reifenschadens, Francois Duval im zweiten Citroën hatte gleich drei defekte Pneus. Die Motoren in Petter Solbergs Subaru und auch im Mitsubishi von Gilles Panizzi sorgten für Probleme, der Franzose verlor über 20 Minuten (!).
Die Triebwerksprobleme schleppte Panizzi auch durch die zweite und dritte Prüfung, erreichte aber immerhin noch den Mittags-Service nach Prüfung drei. Weniger Glück hatte Chris Atkinson, dessen Subaru-Kupplung nach der WP zwei schlappmachte. Nur eine Prüfung weiter kam Armin Schwarz, ehe die Lichtmaschine im Skoda Fabia kollabierte. Harri Rovanperä nervte die Kraftübertragung am Mitsubishi Lancer.
Nach der Mittagspause ging das muntere Fluchen dann weiter: Petter Solberg beklagte mal ausnahmsweise einen defekten Turbolader, ehe die Elektronik in WP sechs den Vortrieb dann endgültig beendete. Ford-Speerspitze Toni Gardemeister verlor in WP vier über vier Minuten bei einem Radwechsel, während Teamkollege Roman Kresta wegen einer gebrochenen Felge nur auf drei Rädern ins Ziel gehumpelt kam.
All das kratzte Sebastien Loeb in keiner Weise: Super-Seb drehte an der Spitze des Feldes einsam seine Umlaufbahn und hatte – wenn überhaupt – lediglich in der Auftaktprüfung ein kleines Malheur mit der Handbremse. Ansonsten hatte der Franzose keine Erklärung für seine beinahe übernatürliche Leistung und Konstanz.
Mehr als zufrieden war natürlich Markenkollege Manfred Stohl: „Ich kann nicht sagen, dass ich etwas anders gemacht habe als in Sardinien. Eigentlich kann ich dieses Ergebnis noch gar nicht glauben. Aber ich fühle mich jetzt im Citroën schon viel besser und nähere mich dem Limit. Zusätzlich haben wir eine sehr gute Reifenwahl getroffen. Da ich sehr reifenschonend unterwegs bin, kann ich im Gegensatz zu anderen Teams schmalere Reifen fahren. Das macht hier schon einiges aus", erklärte der OMV-Pilot.
Noch nie zuvor beendete ein Österreicher bei einem voll besetzten Lauf der Rallye-Weltmeisterschaft eine Etappe an zweiter Stelle. Noch dazu ist es auch das beste Ergebnis eines Privatteams in der WRC. Und auch mit der zweiten Gesamtzeit auf WP fünf schrieb der Citroën-Pilot Geschichte. „Das ist zwar sehr schön, aber abgerechnet wird immer erst am Schluss. Wir müssen jetzt alles daran setzen, dass wir auch die beiden restlichen Tage gut über die Bühne bringen. Jetzt hat es noch keinen Sinn zu träumen", machte Stohl klar.
Während das Subaru-Duo Solberg und Atkinson sowie Armin Schwarz zur zweiten Etappe Dank dem Superrally-Reglement wieder antreten werden, hat Peugeot Grönholms 307 bereits weggepackt: Der defekte Zahnriemen hat den Motor zu sehr beschädigt.
Gesamtklassement nach 6 von 18 Wertungsprüfungen:
1. Loeb/Elena (Citroën Xsara/M) 2:10.10,8 Stunden
2. Stohl/Minor (Citroën Xsara/M) + 2.04,2 Minuten
3. H.Solberg/Menkerud (Ford Focus/M) + 3.01,8 Min.
4. Märtin/Park (Peugeot 307/P) + 3.16,8 Min.
5. Warmbold/Orr (Ford Focus/M) + 3.44,3 Min.
6. Duval/Prevot (Citroën Xsara/M) + 4.47,7 Min.
7. Rovanperä/Pietiläinen (Mitsubishi Lancer/P) + 5.04,7 Min.
8. Gardemeister/Honkanen (Ford Focus/M) + 5.26,7 Min.
9. Tuohino/Markkula (Skoda Fabia/M) + 5.47,6 Min.
10. Kresta/Mozny (Ford Focus/M) + 5.56,8 Min.
11. P.Solberg/Mills (Subaru Impreza/P) + 7.11,7 Min.
12. Carlsson/Andersson (Subaru Impreza/P) + 10.23,1 Min.
16. Schwarz/Wicha (Skoda Fabia/M) + 17.58,3 Min.
20. Atkinson/MacNeall (Subaru Impreza/P) + 21.13,9 Min.
22. Panizzi/Panizzi (Mitsubishi Lancer/P) + 26.57,2 Min.
M= Michelin, P=Pirelli
wichtige Ausfälle:
WP 6: P.Solberg/Mills (Subaru Impreza/P) Elektronik (Re-Start Etappe 2)
nach WP 3: Schwarz/Wicha (Skoda Fabia/M) Lichtmaschine (Re-Start Etappe 2)
nach WP 2: Atkinson/MacNeall (Subaru Impreza/P) Kupplung (Re-Start Etappe 2)
WP 1: Grönholm/ Rautiainen (Peugeot 307/P) Zahnriemen
Gruppe N-Klassement nach 6 von 18 Wertungsprüfungen:
1. Tirabassi/Baumel (Subaru Impreza)* 2:16.19,1 Stunden
2. Villagra/Villagra (Mitsubishi Lancer)
3. Beltran/Galindo (Subaru Impreza)
4. Ligato/Garcia (Subaru Impreza)
5. Aigner/Gottschalk (Mitsubishi Lancer)*
6. Al-Wahaibi/Senior (Subaru Impreza)
7. Al-Attiyah/Patterson (Subaru Impreza)
8. Pons/Julia (Mitsubishi Lancer)
9. Thomas/Hips (Mitsubishi Lancer)*
10. Papasavvas/Xenophontos (Mitsubishi Lancer)*
* = nicht eingeschrieben in PCWRC
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