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2005-05-12 20:10:42 - ju
WRC: Die zypriotische Hitze- und Materialschlacht

Will die Tabellenführung zurückerobern: Petter Solberg
Zypern, Türkei, Griechenland: Schlimmer könnte es modernen Rallyeautos fast nicht ergehen. Während den nächsten sechs Wochen macht die Rallye-WM dreimal Station rund ums Mittelmeer. „Die meisten Prüfungen sind identisch mit jenen des Vorjahres. Ich hoffe, sie sind nicht zu hart. Im Vorjahr hatte ich den Eindruck, als wären die Strecken im gleichen bemitleidenswerten Zustand, wie wir sie 2003 verlassen hatten“, bringt es Tabellenführer Sébastien Loeb auf den Punkt.

Heiß, staubig und eng: Die Rallye Zypern - seit dem Jahr 2000 fester Bestandteil des WM-Kalenders - stellt Fahrer, Teams und Material vor besondere Aufgaben. Die gewundenen Prüfungen in den Troodos-Bergen unweit des Start- und Zielorts Limassol erlauben nur selten die Verwendung des vierten Gangs. Zumeist mühen sich die allradgetriebenen World Rally Cars in den ersten drei Schaltstufen ab - und verursachen bei Durchschnittsgeschwindigkeiten von kaum mehr als 70 km/h dank ihres enormen Drehmoments vor allem eines: „Wheelspin“, also durchdrehende Räder. Dies kann erhebliche Ausmaße annehmen: Auf der ersten Gruppe von Wertungsprüfungen, die eine Distanz von exakt 60,89 Kilometern umfassen, legen die Pneus inklusive Schlupf bis zu 50 Prozent mehr Weg zurück - als wären sie gut 90 Kilometer gefahren…

Übrigens: Aus Rallye-WM-Sicht zählt der Lauf auf Zypern zu den Übersee-Veranstaltungen - womit Testfahrten vor Ort nicht zulässig sind. Citroën testete daher ausgiebig im benachbarten Griechenland, um sich optimal vorzubereiten. Nach seinem Sieg auf Sardinien führt Loeb das WM-Klassement an und „darf“ auf der ersten Etappe einmal mehr den Straßenfeger für den Rest spielen. „Aber Petter kommt direkt hinter mehr, der Unterschied wird daher nur minimal sein“, ist der Franzose überzeugt. Citroën-Teamchef Guy Frequelin bestätigte übrigens noch mal, dass die Franzosen das WRC-Engagement Ende 2005 definitiv stoppen werden.

Ein ganz besonderes Ziel möchte das Ford-Werksteam erreichen: Kassiert einer der beiden Piloten – Toni Gardemeister oder Roman Kresta – Marken-WM-Punkte, wäre es der 50. Event in Folge, wo das Blue Oval nicht leer ausgeht. „Das ist natürlich unser Ziel, aber einen Platz auf dem Treppchen peilen wir schon an“, meint Gardemeister, für den Zypern nicht gerade zu den Lieblingsveranstaltungen zählt. „Zu eng und zu langsam.“

Am Donnerstagabend um 20.30 Uhr rollen die ersten Fahrzeuge von der Startrampe in Limassol und begeben sich auf 326,68 harte Wertungsprüfungskilometer überwiegend im Troodos-Gebierge. Die gesamte Rallye erstreckt sich über eine Distanz von 1063,92km.

Die wichtigsten Starter im Überblick:
WRC: 1 Sébastien Loeb, 2 Francois Duval (beide Citroën Xsara), 3 Toni Gardemeister, 4 Roman Kresta (beide Ford Focus), 5 Petter Solberg, 6 Chris Atkinson (beide Subaru Impreza), 7 Marcus Grönholm, 8 Markko Märtin (beide Peugeot 307), 9 Harri Rovanperä, 10 Gilles Panizzi (beide Mitsubishi Lancer), 11 Armin Schwarz, 12 Janne Tuohino (beide Skoda Fabia), 14 Henning Solberg (Ford Focus), 15 Anthony Warmbold (Ford Focus), 16 Manfred Stohl (Citroën Xsara) 17 Daniel Carlsson (Peugeot 206).

Stand in der Fahrer-WM:
1. Loeb 35; 2. P. Solberg 34; 3. Märtin 28; 4. Grönholm je 26; 5. Gardemeister 24; 6. Rovanperä 11; 7. Panizzi 7; 8. H. Solberg 6; 9. Duval und Kresta je 5; 11. Stohl, Carlsson, Galli und Warmbold je 3; 15. Atkinson 2.

Stand in der Marken-WM:
1. Peugeot 54; 2. Citroën 43; 3. Subaru 37; 4. Ford 33; 5. Mitsubishi 24; 6. Skoda 4.

Stand in der PCWRC:
1. Arai 18; 2. Pons 15; 3. Medeghini 8; 4. Frisiero und Nutahara je 6; 6. Ligato 5; 7. Al-Attiyah 5; 8. Singh 4; 9. Errani 4; 10. Villagra 3; 11. Al-Wahaibi 1.


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