24h: Fleper-Team brilliert beim „Rennen der Rennen“
Bermes Thönnes und Engels hatten allen Grund zum Feiern
Eine fantastische Leistung bot der Rennstall FLEPER MOTORSPORT den 180.000 Zuschauern beim „33. Internationalen ADAC Zürich 24 Stunden Rennen“ am Himmelfahrt-Wochenende mit seinen vier eingesetzten Tourenwagen auf dem Nürburgring und bestätigte damit eindrucksvoll die vollmundige Ankündigung im Vorfeld zur größten Motorsportveranstaltung der Welt.
In den beiden Qualifyings am Freitag konnten sich die Willicher Norbert Bermes und Marcel Engels mit ihrem Partner Harald Thönnes (Mülheim-Kärlich) im giftgrünen japanischen Fleper-Boliden den zweiten Startplatz in der Gruppe N bis 2000 Kubikzentimeter Hubraum/„Honda Civic Type-R Cup“ sichern. Die Crew Dr. Joachim Steidel (Recklinghausen) / Herbert von Danwitz (Tönisvorst) / Jörg Backhaus (Werl) / Michael Oberdries (Mülheim-Kärlich) sollte tags darauf vom siebten Rang ins Highlight der Langstrecken-Saison starten, ebenso wie das britische Trio Peter Venn (Durham), Dave Allan (Swindon) und Peter Cate (Blockley) in der Gruppe A bis 2000 Kubikzentimeter, unterstützt vom Oedinger Marcel Hoppe. Aufgrund von Getriebeproblemen reichte es für die russisch-ukrainische Mannschaft um Valeriy Gorban (Kiew), Sergiy Yanchukov (Moskau), Stanislav Griazine (Moskau) und Oleg Kesselman (Moskau) unglücklicherweise nur zu einem 16. Startplatz.
Am Samstagnachmittag hatte das Sauerländer Team um Johannes Fleper schwierige Entscheidungen zu treffen. Pünktlich zum Rennbeginn ging ein Sturzregen nieder, und auch das später launenhafte Eifelwetter mit teils ergiebigen Regengüssen, Hagelschauern und kurzen Trockenphasen erleichterte die Reifenwahl nicht gerade. Zudem hatten die Teilnehmer ein stark erhöhtes Unfallrisiko auf der Strecke zu akzeptieren. Das musste Startfahrer Dave Allan im Gruppe A - Honda Civic in der sechsten Runde denn auch schmerzlich feststellen, als er beim Überrunden im Streckenabschnitt „Hatzenbach“ abgedrängt wurde, die Kontrolle über sein Fahrzeug verlor und in die Leitplanken einschlug. Die Crew büßte infolge des Crashs etwa vier der 25,378 Kilometer langen Runden um Nordschleife und Grand Prix - Kurs ein, konnte nach der Instandsetzung dann aber eine furiose Aufholjagd starten, die am Ende den fünften Rang in der mit 44 Fahrzeugen am stärksten besetzten Klasse und Rang 22 von 217 im Gesamtklassement bedeutete.
Ein ähnliches Schicksal erlitt die Gruppe N-Crew um Dr. Steidel. Jörg Backhaus kollidierte am Abend im „Wehrseifen“ mit der Streckenbegrenzung, brachte das stark ramponierte Auto aber ebenfalls noch aus eigener Kraft zu den notwendigen Reparaturarbeiten an die Box. Zweieinhalb Runden kostete das Unterfangen, bevor die am Ende mit dem siebten Klassenrang in der Gruppe N belohnte Fahrt weitergehen konnte. Fehlerfrei gestaltete sich das Unternehmen der Fleper-Piloten Bermes / Thönnes / Engels. Nachdem sie die Führung ihres Klassenfeldes am Samstagabend übernommen hatten, bauten sie diese in der Nacht konsequent aus und konnten am frühen Morgen das Tempo drosseln, um ihr Material zu schonen. Das Ergebnis: zweieinhalb Runden Vorsprung auf den Klassenzweiten der Gruppe N und ein sensationeller 19. Gesamtrang – für ein seriennahes Zweiliter-Auto mit 50 Litern Tankinhalt eigentlich undenkbar. Abgesehen von Fehlentscheidungen bei der Reifenwahl mangels „Eifelerfahrung“ machte auch die neuformierte osteuropäische Fleper-Truppe eine tolle Figur. Wegen einer „Stop-and-Go“-Strafe nach überhöhtem Tempo in der Boxengasse am Sonntagvormittag verspielte die Crew zwar noch den möglichen vierten Klassenrang in der Gruppe N, zeigte sich mit einer Platzierung unter den Top 5 und einem starken 28. Gesamtrang aber sehr zufrieden.
„Dieses Ergebnis gibt allen Teammitgliedern starken Auftrieb für die vor uns liegenden Rennen und war zugleich nur durch die Leistung des Teams möglich, das an diesem Wochenende als starke Einheit zusammen gearbeitet hat“, meint der zu Recht stolze Mannschaftschef. „Mehr noch: wir haben durch die Resultate ganz entscheidende Punkte für die Markenpokal-Wertung eingefahren.“ In der Tat: die Stammfahrer Venn und Allan führen nach zwei Wertungsläufen den „Honda Civic Type-R Cup“ an. Bermes / Thönnes / Engels sind Vierte und auch die übrigen beiden Fleper-Crews rangieren zwischenzeitlich unter den Top 10 der Tabelle. Die nächste Veranstaltung, die „36. Adenauer ADAC Rundstrecken-Trophy“, findet am 10./11. Juni auf dem Nürburgring statt.