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2005-04-17 09:57:20 - ks
DRM: Kahle führt Rallye-Express zum Sieg in Hessen

Das Skoda-Werksteam lag ab der ersten Prüfung an in Führung
Ein Rallye-Express aus drei pfeilschnellen Teams prägte das Geschehen bei der ADAC Hessen-Rallye Vogelsberg. Nach 174,4 WP-Kilometern auf zwölf Prüfungen (588 km gesamt) holten Matthias Kahle / Peter Göbel (Köln / Korb, Skoda Fabia WRC) mit einer tadellosen Leistung den Gesamtsieg beim dritten Lauf zur DRM (Deutsche Rallye-Meisterschaft) und eroberten gleichzeitig die Tabellenführung. Das Skoda-Werksteam lag ab der ersten Prüfung und bis zur Zieldurchfahrt im hessischen Schlitz vor den Dänen Kristian Poulsen / Ole Frederiksen (Toyota Corolla WRC) und Sandro Wallenwein / Pauli Zeitlhofer (Stuttgart / Österreich, Mitsubishi Lancer Evo 7). In der stark besetzten Super-1600-Division konnte Horst Rotter mit Co-Pilotin Sabrina Berdi (Großalmerode / Baunatal, Opel Corsa Super 1600) gewinnen. Bei seinem Heimspiel setzte sich der Nordhesse gegen die DMSB-Junioren Markus Fahrner / Michael Wenzel (Kleinheppach / Mehlingen, Opel Corsa Super 1600) und Aaron Burkart / Tanja Geilhausen (Berlin / Windeck, Citroën Saxo Super 1600) durch.

Das Trio aus den beiden WRCs und dem Lancer im Recaro-Design hatte bereits nach der zweiten Prüfung am Freitag diese Positionen bezogen und hielt sie mit beeindruckender Konstanz bis zur Zieldurchfahrt. „Das war eine schöne Rallye mit tollen Prüfungen und beeindruckend vielen Zuschauern an der Strecke“, so der DRM-Titelverteidiger Matthias Kahle, „Wir konnten die Tabllenführung übernehmen und das ist hoffentlich der erste Schritt zur Verwirklichung unseres Saisonziels – der Titelverteidigung.“ Die bisher Führenden Hermann Gaßner / Siggi Schrankl (Surheim / Obing, Mitsubishi Lancer Evo 7) liegen vor dem vierten DRM-Lauf bei der AvD Sachsen-Rallye (2. – 4. Juni rund um Zwickau) auf Platz zwei der Tabelle. Dritte sind Maik Steudten / Thomas Fuchs (Bernbeuren / Laurenburg) im Evo-6-Lancer, die auf den letzten WP-Kilometern noch auf die vierte Gesamtposition vorfuhren. Sie verdrängten damit die niederländisch-belgische Paarung Piet van Hoof / Kris Botson im Evo-4-Lancer, die als Spitzenteam einer starken Gaststarter-Fraktion nach Hessen gekommen waren. Die ersten DRM-Punkte des Jahres sammelte die zweitplatzierte Mannschaft im Toyota Corolla. Nach zwei Ausfällen zu Saisonbeginn mussten Kristian Poulsen / Ole Frederiksen im angemieteten WRC starten. Sie ließen es deshalb vorsichtig angehen. Für die kommenden Läufe versprach Poulsen jedoch: „Derzeit bauen wir einen neuen eigenen Corolla WRC auf, der dann auf dem letzten technischen Stand sein wird. Ich hoffe, dass wir mit dieser Evo-Stufe dann auch näher an die Speed von Matthias herankommen.“

Eine sehr unterschiedliche Bilanz brachte die Rallye den Teams mit Heimrecht ein. Der Thüringer Olaf Dobberkau musste mit seiner hessischen Co-Pilotin Katrin Becker (Schleusingen / Schlitz, Mitsubishi Lancer Evo 6) den dritten Ausfall der Saison hinnehmen. „Hier wäre echt etwas für uns drin gewesen“, zog die enttäuschte Katrin Becker Bilanz. „Bis zum Aufall waren wir super unterwegs.“ Auch Olaf Dobberkau war tief enttäuscht: „Es lief alles so gut für uns. Ich kam immer besser mit dem Auto zurecht und habe immer mehr zu meiner alten Speed zurückgefunden. Und dann wieder dieses Pech; es ist wie verhext“. Die Fahne der hessischen Rallye-Fraktion hielt vor über 25.000 Zuschauern dafür Horst Rotter hoch, der mit seinem zweiten Super-1600-Sieg in Folge die Führung in der hart umkämpften Klasse übernehmen konnte. „Wir hatten heute viele technische Probleme“, schilderte Rotter, „auf der letzten Runde haben wir noch einige Sekunden verloren. Aber mit 30 Sekunden Vorsprung fährt man auch nicht mehr mit letztem Risiko.“ Die DMSB-Junioren Markus Fahrner und Aaron Burkart liegen nach dem dritten DRM-Lauf punktgleich an zweiter Position. „Unseren Rückstand haben wir gestern eingefahren“, analysierte der zweitplatzierte Fahrner. „Auf den WPs heute haben wir bewiesen, dass wir auf den normalen Prüfungen auch konkurrenzfähige Zeiten erzielen können.“

In der kleinsten Division 5 (Gruppe N bis zwei Liter Hubraum) waren erneut Peter Zehetmaier / Jürgen Breuer (Stephanskrichen / Gaildorf, Honda Civic Type R) das tonangebende Team. Sie holten den Sieg vor Bernd Knüpfer / Alexander Hirsch (Rückersdorf / Tannenberg, Opel Astra OPC), die vom Ausfall der bis dahin Zweitplatzierten Lars Mysliwietz / Oliver Schumacher (Nalbach / Fluterchen, Honda Civic Type R) profitierten. Das Civic-Team aus dem Saarland rollte nach der neunten WP mit defekter Differenzialsperre aus. Zehetmaier / Breuer konnten durch den dritten Divisionssieg in Folge in der Privatfahrerwertung mit Peter Corazza (Oelsnitz) Schritt halten. Dieser holte als Neunter im Gesamtklassement den zweiten Platz in der großen Gruppe-N-Division 4 (bis 2,5 Liter Hubraum).

Vor heimischer Kulisse konnten Siegfried Steinacker / Björn Röhm (beide Bernshausen) die Division 6 für Dieselfahrzeuge gewinnen. Der Pilot des VW Golf IV TDI freute sich: „Vor eigenem Publikum zu fahren ist einfach nur gigantisch. So oft ist mir auch noch nie Glück gewünscht worden.“ Bei ihrem Sieg konnten Steinacker / Röhm auch vom Pech der Konkurrenten profitieren. Mit Mathias Kuhnert / Jens Söbke (Lahstedt / Warstein) sowie Daniel Schmidt / Karsten Stimpel (Thierfeld / Chemnitz, beide Skoda Fabia RS TDI) waren zuvor seine schärfsten Konkurrenten ausgefallen.

Rudi Hachenberg und seine Beifahrerin Kathi Wüstenhagen (Wermelskirchen / Mellensee) waren im VW Polo GTI 16V das siegreiche Team im ADAC Rallye-Junior-Cup. Die Nachwuchs-Klasse absolvierte bei der ADAC Hessen-Rallye Vogelsberg ihren zweiten Saisonlauf, den Hachenberg durch eine fehlerfreie Fahrt für sich entschied. Als Verfolger hatten sich auf der ersten Etappe zunächst Konstantin Keil / Bernd Hosse (Niestetal / Witzenhausen, VW Polo GTI) versucht, die jedoch bereits am Freitagabend nach einem Ausritt zurückfielen. Nils Kunze / Michael Schwendy (Berlin / Zossen, Citroën Saxo VTS), die die Verfolger-Position erbten, ereilte das gleiche Schicksal am Samstagmittag. So war der zweite Hachenberg-Sieg in Folge ungefährdet. Zweite wurden Alexander Knauer / Tobias Schedel (Peiting / Altenstadt, VW Polo GTI 16V) trotz massiver Getriebeprobleme. Vor dem dritten Cup-Lauf bei der Pegasus-Rallye Suhlingen (20. bis 21. Mai) liegt Hachenberg mit 50 Punkten vor Knauer (40) in Führung.

Bei der nationalen ADAC Hessen-Rallye Vogelsberg konnte ein heimisches Team auftrumpfen: Michael Rausch / Heiko Steinacker (beide Schlitz) im Opel Ascona B sicherten sich einen überlegenen Gesamtsieg. Nach 12 Prüfungen lagen sie 2:10,8 Min. vor den Zweitplatzierten Andreas Mansfeld / Klaus Hartmann (Lohmar / Odenheim, BMW M3). Das BMW-Duo gewann mit dieser Position gleichzeitig auch den Lauf zur ADAC Youngtimer-Rallye-Trophy. Der Vorjahresmeister der Trophy, Jürgen Lenartz hatte mit Co-Pilot Dieter Müller (beide Sarmersbach) im Opel Kadett C GTE viel Pech. Er hatte mit einem abgebrochenen Schalthebel zu kämpfen und beendete die Veranstaltung als Zweiter seiner Klasse auf dem 15. Gesamtrang der nationalen Rallye.


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