DRM: Skoda-Gespann Kahle / Göbel holt den Tagessieg
Kahle / Göbel auf dem Weg zum Sieg
Matthias Kahle / Peter Göbel (Köln / Korb, Skoda Fabia WRC) sind bei der ADAC Hessen-Rallye Vogelsberg auf dem besten Weg, ihren Vorjahreserfolg zu wiederholen. Auf der ersten Etappe des dritten Laufs zur DRM (Deutsche Rallye-Meisterschaft) holte das Skoda-Werksteam einen souveränen Tagessieg vor den Dänen Kristian Poulsen / Ole Frederiksen (Toyota Corolla WRC), die sie um 29 Sekunden distanzieren konnten. An dritter Position lagen im Zwischenziel nach vier Wertungsprüfungen über 40 km (107 Gesamt-km) Sandro Wallenwein / Pauli Zeitlhofer (Stuttgart / Österreich) im Mitsubishi Lancer Evo 7. Vor großer Zuschauerkulisse – alleine am abendlichen Rundkurs bei Willofs säumten über 10.000 Besucher die Strecke – wurde die erste Etappe zum Rallye-Fest, bei dem sich auch die Lokalmatadore gut in Szene setzen konnten. Olaf Dobberkau (Schleusingen) liegt mit seiner hessischen Beifahrerin Katrin Becker (Schlitz) im Mitsubishi Lancer Evo 6 an achter Position. Horst Rotter / Sabrina Berdi (Großalmerode / Baunatal, Opel Corsa Super 1600) holten als Gesamt-Neunte den Tagessieg in der Super-1600-Division. Sie konnten sich gehen die DMSB-Junioren und Markengefährten Markus Fahrner / Michael Wenzel (Kleinheppbach / Mehlingen) durchsetzen.
Die Entscheidung bei der Rallye rund um das hessische Schlitz fällt auf den acht Prüfungen der zweiten Etappe (133,40 WP-km). Dann stehen Hessen-Klassiker, wie die anspruchsvollen Asphaltprüfungen auf dem Schottenring und in Niederaula an. Matthias Kahle war im Zwischenziel zuversichtlich: „Wir haben heute einen guten Vorsprung herausfahren können. Für Samstag wünsche ich mir vor allem trockenes Wetter.“ Sein schärfster Konkurrent Kristian Poulsen, der seinen Toyota Corolla beim zweiten DRM-Lauf stark beschädigt abstellen musste, geht beim dritten DRM-Lauf in einem Mietfahrzeug an den Start. „Wir sind deshalb sehr vorsichtig unterwegs“, beschreibt der Däne. „Ich gebe höchstens 90 Prozent. Von daher wird es sicherlich schwer, an Matthias heranzukommen und ich glaube auch nicht, dass wir volle Attacke fahren werden.“ Die Rolle des ersten Verfolgers der beiden WRC-Teams an der Spitze übernimmt der Schwabe Sandro Wallenwein. „Wir sind zufrieden – auf der ersten Etappe haben wir es bis ins Ziel geschafft und gute Zeiten erzielt“, stellte der Stuttgarter fest. „Mehr als diesen dritten Gesamtplatz hatten wir auch nicht erwartet. Olaf Dobberkau hat auf den letzten Prüfungen richtig zugelangt – auf den müssen wir morgen noch aufpassen.“ Der Thüringer Dobberkau kam als Achtplatzierter zur Übernachtungspause in Schlitz. Für ihn hat nach zwei punktelosen DRM-Läufen das Ankommen oberste Priorität: „Wir haben ein bisschen zugelegt, müssen aber erst zu unserer alten Speed zurückfinden“, so der Schleusinger. „Nach dem Pech bei den ersten beiden Rallyes müssen wir erst Vertrauen zum Auto aufbauen, denn so viele Kilometer sind wir damit noch nicht gefahren.“ Seine Co-Pilotin Katrin Becker feiert bei der ADAC Hessen-Rallye Thüringen ihre Heimrallye. „Am Rand der Strecke habe ich so ziemlich alle Verwandten ausgemacht“, lachte die Lokalmatadorin und freute sich: „Es läuft super. Auf der WP 3 sind wir die zweite Gesamtzeit gefahren.“
Will Dobberkau noch vorstoßen, muss er sich allerdings mit einer starken Konkurrenz auseinandersetzen. So liegen die derzeit Führenden in der DRM, Hermann Gaßner / Siggi Schrankl (Surheim / Obingen, Mitsubishi Lancer Evo 7), als bestes Gruppe-N-Team an Platz vier. Ihnen folgen ihre Teamkollegen Maik Steudten / Thomas Fuchs (Bernbeuren / Laurenburg) im Evo-6-Lancer. Die Niederländer Piet van Hoof / Kris Botson (Mitsubishi Lancer EVO 4) sind als Speerspitze der starken Gaststarter-Fraktion Gesamt-Sechste, Maik Stölzel / Thomas Windisch (Zwickau / Aue, Skoda Octavia WRC) folgen auf Rang sieben. Gaßner und Stölzel trennen dabei gerade einmal zehn Sekunden, Dobberkau / Becker liegen nur eine weitere Sekunde dahinter – eine spannungsgeladene Situation für den Start in die zweite Etappe.
Rotter / Berdi liegen bei Heimrallye vorne
Den Tagessieg in der Super-1600-Division holten Horst Rotter / Sabrina Berdi (Großalmerode / Baunatal, Opel Corsa Super 1600). Trotz Getriebeproblemen schafften sie es bis auf die neunte Gesamtposition. „Ich bin zufrieden“, schmunzelte Rotter. „Allerdings haben wir weiterhin Getriebeprobleme. Leider finden wir die Ursache nicht – deshalb bin ich ratlos, was wir noch machen sollen.“ Zweitplatzierter in der Super-1600-Klasse wurde DMSB-Junior Markus Fahrner mit Co-Pilot Michael Wenzel in einem weitern Super-1600-Corsa. Platz drei in der Division belegte mit Aaron Burkart (Berlin) ein weiteres Mitglied im Junior-Team des DMSB. Mit Co-Pilotin Tanja Geilhausen (Windeck) musste er sich seinen beiden Klassenkonkurrenten und den nicht punkteberechtigten dänischen Gastteam Karl Age Jensen / Hans Marx in einem weiteren Corsa beugen. „Der Rückstand liegt klar an mir und nicht am Auto“, so der selbstkritsiche Student. „Ich muss mich einfach weiter an den Super-1600-Saxo gewöhnen.“ Als 20. im Gesamtklassement lagen die Esten Jaan Mölder / Tönn Vonn beim ersten Einsatz mit dem Lada 2112 Super 1600 an fünfter Position der Super-1600-Klasse
Lokalmatador Steinacker führt in der Diesel-Klasse
Spannende Fights gab es auch in den kleineren Klassen der seriennahen Gruppe-N-Fahrzeuge. Peter Zehetmaier / Jürgen Breuer (Stephanskirchen / Gaildorf, Honda Civic Tpye R) dominierten die Division 5 (Gruppe N bis 2.000 ccm). Sie gehen mit einem Vorsprung von knapp 24 Sekunden in die Übernachtungspause. In der letzten Prüfung eroberten sich Bernd Knüpfer / Alexander Hirsch (Rückersdorf / Tannenberg, Opel Astra OPC) Platz zwei vor Lars Mysliwietz / Oliver Schumacher (Nalbach / Fluterschen, Honda Civic Type R). Lokalmatador Siggi Steinacker dominierte mit CO-Pilot Björn Röhm (beide Bernshausen) im VW Golf TDI die Dieselklasse. Zuvor waren ihre härtesten Konkurrenten Mathias Kuhnert / Jens Söbke (Lahstedt / Warstein, Skoda Fabia RS TDI) nach einem Überschlag in der ersten WP ausgefallen. Fahrer und Beifahrer wurden dabei nicht verletzt. Klassenprimus im ADAC Rallye-Junior-Cup wurde Rudi Hachenberg (Wermelskirchen). Mit Co-Pilotin Kathi Wüstenhagen (Berlin) lieferte er sich im VW Polo GTI einen Sekundenfight mit Konstantin Keil / Bernd Hosse (Niestetal / Witzenhausen, VW Polo GTI). Erst in der letzten Prüfung entschied sich das Duell, als Keil / Hosse nach einem Ausritt auf Platz sechs zurückfielen. Den zweiten Platz erbten Nils Kunze / Michael Schwendy (Berlin / Zossen, Citroën Saxo VTS).