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2005-04-13 19:22:58 - ks
DRM: Kahle will Führung erobern

Die Rallye Vogelsberg verspricht Rallye-Action der feinsten Sorte
Der dritte Lauf zur DRM bei der ADAC Hessen-Rallye Vogelsberg (14. bis 16. April 2005) verspricht Rallye-Action der allerfeinsten Sorte. Rund fünf Dutzend Starter aus der höchsten Rallye-Liga Deutschland werden erwartet, die spektakuläre Action auf einem Dutzend hochkarätiger WPs rund um das hessische Schlitz bieten. Ein Team reist dabei an, um die Führung zu erobern: Matthias Kahle / Peter Göbel (Köln / Korb, Skoda Fabia WRC). Die Sieger der ADAC Welfen-Rallye vierzehn Tage vor dem Lauf in der Vogelsberg-Region konnten in der Meisterschaft damit zwar einen großen Schritt nach vorne machen, doch in der Gesamtwertung liegen die Gewinner des DRM-Auftakts in Front: Die Bayern Hermann Gaßner / Siggi Schrankl (Surheim / Obing, Mitsubishi Lancer Evo 7) führen mit gerade einmal drei Punkten. Doch auch eine Reihe hochkarätiger Piloten mit Heimrecht quer durch alle Klassen will beim dritten DRM-Lauf auftrumpfen.

Bescheiden gibt sich vor der ADAC Hessen-Rallye Vogelsberg Spitzenreiter Hermann Gassner. „Für mich ist erst einmal wichtig, die Gruppe N zu gewinnen, erst danach zählt die Führung im Gesamtklassement“, erklärt der DRM-Champion von 1995 und 2003. Das Tiefstapeln des Bayern ist durchaus angebracht, denn eine ganze Reihe von hochkarätigen Startern kommen als Favoriten für den Gesamtsieg in Frage. Allen voran wollen die amtierenden DRM-Champions Matthias Kahle / Peter Göbel die Führung erobern. In ihrem brandneuen Skoda Fabia WRC siegten sie zuletzt bei der Welfen-Rallye. Nun freut sich Kahle: „Uns erwartet bei der Hessen-Rallye eine Klasse-Organisation, viele Fans und anspruchsvolle Prüfungen.

Der Zuschauerrundkurs in Willofs unter Flutlicht ist toll – alleine schon wegen der vielen begeisterten Zuschauer.“ Als Zweite liefen beim zweiten DRM-Lauf Kahles Markenkollegen Maik Stölzel / Thomas Windisch (Zwickau / Aue) im privat eingesetzten Skoda Octavia WRC im Ziel ein. Sie wollen ebenso wie die Dänen Kristian Poulsen / Ole Fredriksen (Toyota Corolla WRC) den Tabellenführern das Siegen schwer machen. Gerade Poulsen hat sich dabei als heißer Kandidat herauskristallisiert.

Beim DRM-Lauf in der Magdeburger Börde holte er am Freitag den Tagessieg vor Kahle / Göbel, bevor er auf der zweiten Etappe mit technischen Problemen aufgeben musste. Ein weiterer Kandidat für vordere Plätze ist außerdem Anton Werner (Altfrauenhofen), der mit Co-Pilot Ralph Edelmann (Mühldorf) im Porsche 911 GT 3 an den Start geht. Die anspruchsvollen Asphaltpisten rund um Schlitz könnten sich als ideales Jagdrevier für den bildschönen GT erweisen.

Eine ganze Meute von Piloten auf Mitsubishi Lancer wartet nur auf ihre Chance, die Boliden an der Spitze zu verdrängen. So etwa die auf der dritten Meisterschaftsposition geführten Maik Steudten / Thomas Fuchs (Bernbeuren / Laurenburg, Mitsubishi Lancer Evo 6) oder die Gesamtdritten der Welfen-Rallye, Sandro Wallenwein / Pauli Zeitlhofer (Stuttgart / Österreich) im Evo-7-Lancer. Eine höchst interessante Mannschaft pocht am Vogelsberg außerdem auf ihr Heimrecht: Der Thüringer Olaf Dobberkau (Schleusingen) hat für diese Saison die gebürtige Schiltzerin Katrin Becker als Co-Pilotin im Lancer verpflichtet. Der anerkannte Driftkönig und Publikumsliebling begann die Saison mit zwei bitteren Ausfällen, so dass die Motivation nun umso größer ist, zählbare Ergebnisse zu erzielen. Für Katrin Becker bedeutet der Start in heimatlichen Gefilden ohnehin viel: „Ich bin mit der Vogelsberg-Rallye groß geworden. Mein Vater war sogar WP-Leiter – deshalb war ich immer sehr nahe dran. Ich bin natürlich aufgeregt vor der Rallye, weil die ganze Familie und alle Freunde zuschauen. Das bedeutet 1000 Prozent Motivation auf der einen Seite, andererseits aber auch 1000 Prozent Respekt, weil ich die Strecken kenne.“

Ein ideales Revier für die Jagd nach Punkten und Pokalen finden in der Vogelsbergregion auch die Teams aus der Super-1600-Meisterschaft vor. Auf den flüssigen Asphaltprüfungen könnten sie sogar bei der Vergabe der Spitzenplätze ein Wörtchen mitreden. Auch hier ist die Spannung vor der ADAC Hessen-Rallye Vogelsberg groß. Denn als Tabellenführer kommt der junge Berliner Aaron Burkart (Citroën Saxo) zum dritten Saisonlauf. Der Pilot aus dem Junior-Kader des DMSB (Deutscher Motor Sport Bund) riskierte mit Co-Pilotin Tanja Geilhausen (Windeck) zu Saisonbeginn mit seinem neuen Einsatzfahrzeug nichts und holte mit zwei zweiten Plätzen bislang die meisten Punkte. Beim zweiten Saisonlauf siegte jedoch mit Horst Rotter / Sabrina Berdi (Großalmerode / Baunatal, Opel Corsa Super 1600) der Lokalmatador aus Hessen, der nun die Führung übernehmen will: „Ich freue mich auf die Rallye rund um den Vogelsberg, das ist für mich fast ein Heimspiel.

Dort habe ich einige Freunde und kenne auch die gesamten Organisatoren. Zudem sind die Prüfungen dort sehr anspruchsvoll. Ab der Hessen-Rallye Vogelsberg beginnt für mich die Meisterschaft erst richtig, denn jetzt kommen meine Lieblingsrallyes.“

Drei Divisionen der DRM sind für die seriennahen Gruppe-N-Fahrzeuge reserviert. Die „große“ Klasse der allradgetriebenen Gruppe-N-Renner bis 2,5 Liter Hubraum, in der zum Beispiel die Tabellenführer Hermann Gaßner / Siggi Schrankl starten, dürfte auch auf den schnellen Asphaltstrecken in Hessen für Top-10-Platzierungen ohne weiteres gut sein. Daneben wird seit dem Jahr 2004 eine eigene Division für seriennahe Dieslfahrzeuge ausgeschrieben, in der die Piloten auf Turbodiesel-Technologie setzen. Auch hier sorgte bei der Welfen-Rallye ein DMSB-Junior für die Akzente: Mathias Kuhnert / Jens Söbke (Lahstedt / Warstein, Skoda Fabia RS TDI) holten sich nach einem spannenden Fight den Klassensieg. Hier will ebenfalls ein Hesse angreifen: Für Siggi Steinacker / Björn Röhm (beide Bernshausen, VW Golf TDI) blieb beim zweiten Saisonlauf nur der undankbare zweite Platz in der Division. Nun starten sie mit der Extraportion Motivation. „Es macht natürlich riesigen Spaß, vor heimischen Publikum zu fahren“, grinst Steinacker. „Jeder kennt einen und ich erkenne viele Leute an der Strecke im Vorbeifahren.“
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