Schnellster auf den Schotter-Autobahnen: Sebastien Loeb
Auf der letzten Etappe der Propecia Rallye Neuseeland ließ Sebastien Loeb nichts mehr anbrennen: Mit fast einer Minute Vorsprung erreichte der Franzose das Ziel in Auckland und feierte nach Monte Carlo seinen zweiten Saisonsieg. In der Weltmeisterschaftswertung nach vier von 16 Läufen liegt der Citroën-Pilot nur noch einen Punkt hinter Petter Solberg (Subaru), der in Neuseeland hinter Peugeot-Mann Marcus Grönholm dritter wurde, zurück. In der Marken-WM verbesserte sich Citroen vom fünften auf den zweiten Platz.
Wie erwartet, diktierten Grönholm und Solberg das Tempo am Schlusstag. Ganze 6,8 Sekunden trennten die beiden vor den entscheidenden vier Wertungsprüfungen der Final-Schleife. Doppelweltmeister Grönholm markierte drei Bestzeiten in Folge und brach somit die Gegenwehr von Solberg, der sich auf der letzten und 20. Wertungsprüfung nur noch auf die Sicherung des letzten Podiumsranges konzentrierte.
„Peugeot und auch ich müssen noch sehr viel über die Pirelli-Reifen lernen“, meinte Grönholm im Ziel. „Aber von Tag zu Tag lief es besser und mit dem zweiten Rang sind wir sehr zufrieden.“ Ein bisschen haderte Solberg mit seiner Reifenwahl: „Wir hatten mit mehr Regen und loserem Untergrund gerechnet. Daher waren unsere Pneus mehrfach zu weich. Aber Platz drei ist auch in Ordnung, in der WM bleiben wir vorne.“
WM-Dritter ist nun Markko Märtin mit seinem Peugeot 307, dem es auf der 20. und letzten Prüfung noch gelang, Ford-Pilot Toni Gardemeister von Platz fünf zu verdrängen. Gardemeister ist jetzt Tabellenvierter und punktegleich mit seinem Landsmann Grönholm. Rundum zufrieden war Chris Atkinson: Der Subaru-Pilot hatte auf der ersten Etappe seine ersten beiden WRC-Bestzeiten markiert und wurde im Ziel als siebter mit seinen ersten beiden WM-Zählern belohnt. Gianluigi Galli komplettierte im Mitsubishi Lancer als achter die WM-Ränge. Teamkollege Harri Rovanperä, zuvor bei allen WRC-Events in den Punkten, blieb auf dem Weg von der letzten WP zum Ziel mit Motorschaden liegen.
Auch Janne Tuohino sollte das Ziel nicht sehen: Der Finne musste den Skoda Fabia in WP 18 mit Turboschaden abstellen. Teamkollege Armin Schwarz kam immerhin als zehnter ins Ziel, knapp vor Anthony Warmbold im Werks-Ford Focus, der am ersten Tag rund fünf Minuten verloren hatte. „Gleich zu Beginn der Rallye hatten wir einen Defekt an der Servolenkung, das hat uns um mögliche WM-Punkte gebracht", erklärte Warmbold. Dieses Problem trat bereits nach der ersten Hälfte der ersten WP auf. „Wir haben nichts berührt, offenbar war eine Leitung undicht", berichtete der in Monaco lebende Deutsche.
Auch die nächsten drei Wertungsprüfungen musste Warmbold ohne Servolenkung mit reduziertem Tempo fahren, ehe am Service die Reparatur erfolgen konnte. Zu diesem Zeitpunkt war der Ford-Pilot bereits auf den 44. Platz in der Gesamtwertung zurückgefallen. Fünf Minuten verlor der Nachwuchspilot durch den technischen Defekt. Doch damit nicht genug: Als Folge musste Warmbold am zweiten Tag der Rallye als erstes Fahrzeug auf die Strecke gehen – auf dem losen Schotter in Neuseeland ein immenser Nachteil. „Ich hatte überhaupt keine Chance. Ich konnte mir lediglich ein Duell mit Armin Schwarz liefern, der genau dasselbe Problem hatte wie ich.“
Gesamtklassement nach 20 Wertungsprüfungen:
1. Loeb/Elena (Citroën Xsara/M) 3:34.51,6 Stunden
2. Grönholm/Rautiainen (Peugeot 307/P) + 49,8 Sekunden
3. P.Solberg/Mills (Subaru Impreza/P) + 1.08,7 Minuten
4. Duval/Prevot (Citroën Xsara/M) + 2.06,3 Min.
5. Märtin/Park (Peugeot 307/P) + 3.09,1 Min.
6. Gardemeister/Honkanen (Ford Focus/M) + 3.16,3 Min.
7. Atkinson/MacNeall (Subaru Impreza/P) + 4.37,2 Min.
8. Galli/D´Amore (Mitsubishi Lancer/P) + 6.50,5 Min.
9. Stohl/Minor (Citroën Xsara/M) + 8.15,5 Min.
10. Schwarz/Wicha (Skoda Fabia/M) + 10.18,0 Min.
11. Warmbold/Orr (Ford Focus/M) + 14.37,3 Min.
M= Michelin, P=Pirelli
Stand in der Fahrer-WM:
1. P.Solberg 26; 2. Loeb 25; 3. Märtin 23; 4. Gardemeister und Grönholm je 20; 6. Rovanperä 11; 7. Panizzi 7; 8. Duval 5; 9. H.Solberg 4; 10. Stohl, Carlsson und Galli je 3; 13. Kresta, Warmbold und Atkinson je 2.
Stand in der Marken-WM:
1. Peugeot 43; 2. Citroën 31; 3. Subaru 28; 4. Ford 26; 5. Mitsubishi 24; 6. Skoda 4.