 |
WRC: Wer ist Schnellster auf den Schotter-Autobahnen?

|
 |
Im Vorjahr setzte sich Subaru-Pilot Petter Solberg nach einem spannenden Finale durch |
 |
 |
 |
 |
| Nach vier Wochen Pause geht die Rallye-WM am anderen Ende der Welt in die nächste Runde: Mit der Prospecia Rally New Zealand steht der vierte von 16 Läufen zur WRC auf dem Programm. Der Event mit 35jähriger Tradition wird traditionell am Donnerstag mit einer eindrucksvollen Show des Ureinwohnerstammes der Maori auf dem Waitemata Plaza in Auckland gestartet.
Von Freitag bis Sonntag sind für die 71 Teams 20 Wertungsprüfungen mit 356 Kilometern auf der Nordinsel zu bewältigen. Die Gesamtlänge beträgt 1.128,48 Kilometer. Der Zieleinlauf ist am Sonntag erneut in Auckland. Mit 31 Kilometern Länge ist die Wertungsprüfung "Bull", die auf der zweiten Etappe zweimal absolviert wird, die längste Prüfung der Rallye.
Im Vorjahr setzte sich Subaru-Pilot Petter Solberg nach einem spannenden Finale knapp gegen Marcus Grönholm im Peugeot 307 durch. „Neuseeland wird schwierig für mich, weil ich als erster Starter die Schotterpfade für die nachfolgenden Piloten freifegen muss“, ahnt der Weltmeister von 2003. „Dadurch verliere ich am ersten Tag sicherlich etwas Zeit, die ich in der zweiten und dritten Etappe hoffentlich wieder wettmachen kann. Dennoch ist alles möglich, ich bin optimistisch.“
Prodrive-Teamchef David Lapworth hofft auf Regen: „Dann hätten wir als erster Starter sogar noch Vorteile.“ Im zweiten Impreza WRC sitzt erneut Chris Atkinson, der in Neuseeland bereits Erfahrungen sammeln konnte und sich Hoffnungen auf WM-Punkte machen darf. „Wir haben in den letzten Wochen viel mit Petter gearbeitet und er hilft mir auch beim Set-Up für Neuseeland.“
Nach dem doppelten Podiumserfolg bei der Rallye Mexiko reist das Peugeot-Werksteam als Tabellenführer der Marken-Wertung nach Kiwi-Country. Auf den schnellen Schotter-Autobahnen in den Antipoden haben die Löwen eine lange Erfolgs-Geschichte. Doppelweltmeister Marcus Grönholm errang dort bei fünf Starts für Peugeot drei Siege und einen zweiten Rang. Und die Franzosen sind heuer mit Pirelli vermeintlich besser besohlt als in der Vergangenheit.
"Im Jahr 2004, als der Peugeot 307 WRC noch sehr jung war, belegte ich den zweiten Rang", erklärte Grönholm, der vor zwölf Monaten kurz auf der Seite landete und so den möglichen Sieg verlor. "Jetzt ist die Situation anders, der 307 ist inzwischen noch besser. Wir wollen punkten und unsere Tabellenführung weiter ausbauen." Der Finne reist mit einem guten Gefühl nach Neuseeland: "Ich mag diese Rallye. Die extrem schnellen und flüssigen Prüfungen machen sie zu einer echten Fahrer-Rallye." Sollte Marcus Grönholm nach seinen Erfolgen von 2000, 2002 und 2003 der vierte Neuseeland-Sieg seiner Karriere gelingen, wäre der Finne neben Carlos Sainz der erfolgreichste Fahrer dieser Veranstaltung.
Mit möglichen 20 Strafsekunden könnte Sebastien Loeb die Rallye beginnen. Entgegen den 05er-Regeln, nachdem ein Triebwerk für zwei Veranstaltungen Verwendung finden muss, wechselte die Citroen-Crew nach dem Mexico-Shakedown den Motor. Das World Council widersprach der ursprünglichen Genehmigung, da die Entscheidung nicht von der gesamten Rallye-Kommission getroffen wurde und man damit die FIA-Statuten verletzt habe. Daher würde Loeb mit einer 20-Sekunden-Zeitstrafe nach Neuseeland reisen, weil er nicht mindestens zwei Rallyes mit einem Motor gefahren ist. Eine endgültige Entscheidung soll noch vor dem Start fallen.
Erstmals seit 2003 ist Skoda in Neuseeland wieder mit von der Partie, dieses Mal mit der Paarung Armin Schwarz, der dort bislang dreimal startete, und Kiwi-Neuling Janne Tuohino. Das Mitsubishi-Doppel Harri Rovanperä, für den „EnZed“ der absolute Lieblings-Event ist, und Gianluigi Galli verfügt vor allem über verstärkte Ölwannenschutzbleche. Der bisherige Überraschungsmann Toni Gardemeister wird im Kampf um Marken-WM-Punkte für Ford dieses Mal wieder von Roman Kresta unterstützt, dem in 2005 noch nicht viel gelang.
Erstmals auf Schotter startet Manfred Stohl mit dem OMV-Citroen Xsara. Wie Rovanperä mag der Österreicher das Land der Kiwis sehr. Bei sieben Starts sicherte sich der 32-Jährige gleich drei Mal den Sieg in der Gruppe N. Bei seinem einzigen Start mit einem World Rally Car 2003 im Peugeot 206 titulierte ihn das neuseeländische Radio nach seinem sechsten Zwischenrang am ersten Tag als "Hit of the day".
Die wichtigsten Starter im Überblick:
WRC: 1 Sébastien Loeb, 2 Francois Duval (beide Citroën Xsara), 3 Toni Gardemeister, 4 Roman Kresta (beide Ford Focus), 5 Petter Solberg, 6 Chris Atkinson (beide Subaru Impreza), 7 Marcus Grönholm, 8 Markko Märtin (beide Peugeot 307), 9 Harri Rovanperä, 10 Gigi Galli (beide Mitsubishi Lancer), 11 Armin Schwarz, 12 Janne Tuohino (beide Skoda Fabia), 14 Manfred Stohl (Citroen Xsara) 15 Luis Perec-Companc (Ford Focus), 16 Tobias Johansson (Subaru Impreza), 17 Anthony Warmbold (Ford Focus)
Stand in der Fahrer-WM:
1. P.Solberg 20 Punkte; 2. Märtin 19; 3. Gardemeister 17; 4. Loeb 15; 5. Grönholm 12; 6. Rovanperä 11; 7. Panizzi 7; 8. H.Solberg 4; 9. Stohl und Carlsson je 3; 11. Kresta und Galli je 3.
Stand in der Marken-WM:
1. Peugeot 31; 2. Ford und Mitsubishi je 23; 4. Subaru 20; 5. Citroen 16; 6. Skoda 4. |  |