Mit einem spannenden Vollgas-Fight debütiert die DRM (Deutsche Rallye-Meisterschaft) in der Magdeburger Börde. Auf der ersten Etappe der ADAC Welfen-Rallye rund um das Rallyezentrum im Motopark Oschersleben holte das dänische Team Kristian Poulsen / Ole R. Frederiksen (Padborg / Skibby) im Toyota Corolla WRC den Tagessieg. Nach vier Prüfungen über 49,98 WP-Kilometer lagen sie gerade einmal 2,9 Sekunden vor den amtierenden Meistern Matthias Kahle / Peter Göbel (Köln / Korb, Skoda Fabia WRC). Als Dritte gehen die tschechischen Gaststarter Jan Kopecky / Filip Schovanek (Kostelec nad Orlici / Zebrak) im seriennahen Mitsubishi Lancer Evo 7 in die Übernachtungspause, die sich damit als bestplatziertes Gruppe-N-Team noch vor Maik Stölzel / Thomas Windisch (Zwickau / Aue, Skoda Fabia WRC) und den Gruppe-N-Favoriten Hermann Gaßner / Siggi Schrankl (Surheim / Obingen, Mitsubishi Lancer Evo 7) platzieren konnten. In der Super-1600-Meisterschaft ging der Tagessieg an Markus Fahrner / Michael Wenzel (Kleinheppach / Mehlingen, Opel Corsa Super 1600), die als Gesamt-Achte eine überzeugende Leistung boten und ihren routinierten Markenkollegen Horst Rotter / Sabrina Berdi (Großalmerode / Baunatal) in die Schranken weisen konnten.
Nachdem die beiden Führenden sich auf den ersten WPs einen spannenden Sekundenfight geliefert hatten, wurde der Kampf vorerst auf der dritten Prüfung des Tages entschieden. „Ich habe am Start der WP 3 den Motor abgewürgt und dadurch gut vier Sekunden verloren“, schilderte Matthias Kahle im Ziel. Den Tagessieg musste er deshalb an den Dänen Poulsen abgeben, der sich freute: „Riesig! Es hat einfach alles gepasst.“ Die zweite Etappe am Samstag (13 WPs mit 107,09 km) nimmt der Däne nun erstmals als Führendes Fahrzeug bei einem DRM-Lauf auf.
Fahrner nach Klasseleistung Tagessieger in der Super-1600-Meisterschaft
Als Führender in der Super-1600-Meisterschaft ließ sich Markus Fahrner im Motopark feiern. Der DMSB-Junior zeigte nach dem Super-1600-Sieg beim Saisonauftakt erneut eine starke Leistung. Neben dem Tagessieg in der Gruppe der 1600-Kubik-Fronttriebler holte er im Opel Corsa auf WP 4 über die Börde-Rennstrecke die drittschnellste Zeit. „Es hat gepasst, ich bin sehr zufrieden“, strahlte der Kleinheppacher. Als Gesamt-Achter konnte er einen Vorsprung von zehn Sekunden auf Horst Rotter herausfahren, der gerade mit der Prüfung im Motopark Probleme hatte. „In den letzten zwei Runden auf der Strecke habe ich bestimmt fünf Sekunden verloren, weil die Reifen keinen Grip mehr aufgebaut haben“, schildert der Opel-Corsa-Pilot. Als drittplatziertes Super-1600-Team gehen Aaron Burkart / Tanja Geilhausen (Berlin / Windeck, Citroën Saxo Super 1600) auf die zweite Etappe, die als Fünfzehnte im Motopark abgewunken wurden.
Kopecky schlägt Gaßner in der Gruppe N
Eine Fabelleistung zeigte auf der ersten Etappe das tschechische Team Jan Kopecky / Filip Schovanek. Sie konnten im seriennahen Mitsubishi Lancer Evo 7 nicht nur den dritten Gesamtrang erzielen, sondern ließen dabei auch ihre deutschen Markenkollegen Hermann Gaßner / Siegfried Schrankl hinter sich, die als Gesamtfünfte mit rund acht Sekunden Rückstand im Zwischenziel einliefen. Kopecky, dessen Evo 7 im Design der tschechischen Reifenmarke Matador gehalten ist, hatte dabei auf dem Rundkurs im Motopark sogar noch mit Problemen zu kämpfen: „Zum Schluss haben die Reifen stark geschmiert“, schilderte der junge Tscheche. „Wir starten auch mit Matador-Reifen. Mit denen haben wir zwar schon einen großen Entwicklungsschritt gemacht, aber die Belastungen heute waren trotzdem zu viel.“ Auch Hermann Gaßner hatte auf der ersten Etappe eine keineswegs ungestörte Fahrt: „In WP 3 hatten wir riesiges Glück. Uns ist ein Reh vor den Kühler gelaufen. Ich musste eine Vollbremsung machen, sonst hätte es geknallt. Auf dem Rundkurs habe ich bewusst nicht attackiert und versucht, möglichst rund zu fahren.“ Chancenlos blieben auf den Top-Speed-Prüfungen in der Magdeburger Börde die seriennahen Fahrzeuge ohne Allradantrieb. Die Division 5 (Gruppe N unter zwei Liter Hubraum) gewannen Peter Zehetmaier / Jürgen Breuer (Stephanskirchen / Gaildorf, Honda Civic Type R) vor den Finnen Jari Luostarinen / Seppo Liusvaara (Vantaa / Vimti, Honda Civic Type R). In der Division 6 (Turbo-Diesel-Klasse) ging der Tagessieg an die DMSB-Junioren Mathias Kuhnert / Jens Söbke (Lahstedt / Warstein, Skoda Fabia RS TDI), die vor Siegfried Steinacker / Björn Röhm (Bernshausen, VW Golf TDI) auf Platz 22 rangierten.