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2005-03-21 12:20:47 - ju
Rallye nat.: „Schmidti“ der Held von Kempenich

Dank Markus Schmidt ein Sieg zum Jubiläum: Der Ford Escort MKII RS2000
Es gab vermutlich niemanden, der in der Leyberghalle zu Kempenich Markus „Schmidti“ Schmidt diesen Erfolg nicht gegönnt hätte: Gesamtsieg bei der 27. ADAC-Rallye „Rund um Kempenich“. Mit seinem Ford Escort MkII RS2000 hatte sich der Hesse bis zum letzten Meter ein spannendes Duell mit Marc Färber im Mitsubishi Evo IV geliefert, der sich schließlich um knappe 3,1 Sekunden geschlagen musste. Mit bereits 44,8 Sekunden Rückstand wurde Christoph Schleimer (Vauxhall Astra) dritter.

Bei Sonnenschein und optimalen äußeren Bedingungen hatten 120 Teams die vier Wertungsprüfungen in Angriff genommen. Und Schmidti - mit der hohen Start-Nummer 28 leicht benachteiligt – sorgte gleich für die erste Bestzeit auf dem Rundkurs Müllenbach. Das seit Mitte des Vorjahres eingesetzte sequentielle Sechs-Gang-Getriebe in Kombination mit dem Cosworth-Saugmotor brachte endlich den erhofften großen Sprung nach vorn, da über den Winter ein Zündunterbrecher eingebaut wurde. Frank Färber verlor 2,0 Sekunden, Christoph Schleimer als bester Vertreter der Trophy 88 6,3 Sekunden. Bei seinem erst zweiten Einsatz im Moufang-BMW M3 wurde Andreas Mansfeld guter vierter vor Klaus-Peter Gebhardt im – bei der Taunus-Rallye schwer beschädigten – Opel Ascona 400.

WP zwei führte dieses Mal von Fuchshofen berghoch nach Reifferscheid und bevorteilte aufgrund der vielen Spitzkehren die Allrad-Fraktion. Färber mit Bestzeit und Übernahme der Gesamtspitze, die Subaru-Piloten Armin Sommer und Frank Schrader dritter und fünfter, Jochen Hirsch (Escort Cosworth) vierter. Sommer hatte auf WP eins bereits 45 Sekunden wegen eines Reifenschadens vorne links eingebüßt. Schrader war zufrieden mit dem Potential seines Imprezas, die vielen Autobahn-Testkilometer der letzten Tage hatten sich gelohnt, zusätzlich war ein Techniker von Prodrive vor Ort. Mitten in die Allrad-Horde war Schmidti als WP-zweiter eingebrochen und auch die Gesamtführung sollte sich der Escort MkII-Pilot eine Prüfung später wiederholen.

Auf der Königsprüfung – fast sechs Kilometer lang von Adenau zur Hohen Acht mit rund 300 Höhenmetern – knöpfte der Escort-Pilot Färber 2,2 Sekunden ab und stellte die alte Reihenfolge wieder her. Schleimer versuchte das Tempo der beiden mitzugehen, hatte aber kurz vor dem Ziel einen beinahe Abflug und hielt den Vauxhall mit viel Geschick auf der Kreisstraße. Ein paar Autos später wählte Opel Manta-Pilot Rolf Blum die gleiche Linie und landete – trotz wesentlich weniger Speed – auf dem Dach.

Nach dem Aha-Erlebnis machte es der ehemalige Opel-Werksfahrer auf der letzten Prüfung, dem zweiten Durchgang des Rundkurses, ruhiger und war auf die Sicherung des dritten Gesamtranges und Sieg bei der Trophy 88 bedacht. Schmidt und Färber bliesen beide zur finalen Schlussattacke und begeisterten die vielen Fans. Alle anderen Team verloren 14 Sekunden und mehr nur in dieser Prüfung auf die beiden Dominatoren! Der Heuchelheimer hatte mit weiteren 1,5 Sekunden die Escort-Haube knapp vorne und wurde vielumjubelter Gesamtsieger. Kompliment auch an Taunus-Sieger Färber, der bis zuletzt alle Register seines Könnens gezogen hatte.

Schmidti bewies damit einmal mehr, zu welchen Ergebnissen ein Ford Escort MkII RS2000 auch noch heute - 30 Jahre nach seinem Debüt bei der Scottish Rally 1975 – fähig ist. Damals war der Escort seiner Zeit um mindestens zehn Jahre voraus, den meisten Fords bis heute.

Klaus-Peter Gebhardt kam Schleimer zum Schluss noch mächtig nahe und wurde mit nur 2,5 Sekunden Rückstand Gesamtvierter. Nach der Leistung von Kempenich gehört der Pilot des MSC Stade jetzt auch zu den Favoriten bei der ADAC-Rallye Köln-Ahrweiler im November. Erst auf der letzten Prüfung zog Jürgen Lenarz (Opel Kadett C) an Heinz-Robert Jansen im Opel Manta vorbei und wurde bester Youngtimer bis 2000 ccm. Sehr gut unterwegs war einmal mehr Frank Merten aus Köln, der im Citroen Saxo locker die Gruppe H bis 1600 ccm gewann und als hervorragender Gesamt-12. die Zielrampe überquerte.

Gesamtklassement nach 4 Wertungsprüfungen:
(gestartet: 120; gewertet: 94)

1. Markus Schmidt/Ulli Weidauer (Ford Escort MkII RS2000) 20.47,6 Minuten (1. Gruppe H bis 2000 ccm)
2. Marc Färber/Alexandra Färber (Mitsubishi Lancer Evo IV) + 3,1 Sekunden (1. Gruppe N/F über 2000 ccm)
3. Christoph Schleimer/Dieter Hawranke (Vauxhall Astra) + 44,8 Sek. (1. Trophy 88)
4. Klaus-Peter Gebhardt/Ina Beck (Opel Ascona 400) + 47,3 Sek. (1. Gruppe Y über 2000 ccm)
5. Frank Schrader/Mathilde Renzel (Subaru Impreza STi) + 52,1 Sek.
6. Lars Mysliewietz/Oliver Schumacher (Honda Integra Type-R) + 52,8 Sek. (1. Gruppe N/F bis 2000 ccm)
7. Andreas Mansfeld/Björn Leifert (BMW M3 E30) + 53,4 Sek.
8. Rolf Kramer/Frank Christian (VW Golf GTi) + 59,7 Sek.
9. Jürgen Lenarz/Dieter Müller (Opel Kadett C GT/E) + 1.05,9 Minuten (1. Gruppe Y bis 2000 ccm)
10. Heinz-Robert Jansen/Martin Jansen (Opel Manta) + 1.06,1 Min.
11. Jochen Hirsch/Fritz-Walter Vohl (Ford Escort Cosworth) + 1.11.6 Min. (1. Gruppe H über 2000 ccm)
12. Frank Merten/Ralph Merten (Citroen Saxo Kit-Car) + 1.16,2 Min. (1. Gruppe H bis 1600 ccm)
14. Helge Förster/Graf Felix von Wetphalen (Porsche 911) + 1.20,2 Min. (1. Gruppe 3 über 2000 ccm)
24. Christian Löffel/Hans-Friedrich Helfrich (Porsche 944) + 1.56,3 Min. (1. Gruppe G)
32. Sven Langenfeld/Theresia Anthony (Suzuki Swift) + 2.17,1 Min. (1. Gruppe H bis 1300 ccm)
39. Christian Pütz/Toni Pütz (Citroen Saxo) + 2.29,9 Min. (1. Gruppe N/F bis 1600 ccm)

WP-Bestzeiten:
Schmidt 3; Färber 1.

wichtige Ausfälle:
nach WP 1: Michael Schmiemann/Horst Feldmann (Opel Kadett C) Antrieb
nach WP 1: Ingo Hanika/Peter Bechthold (VW Golf) Bremsen
nach WP 1: Hanno Brocker/Ingo Brocker (Ford Escort Cosworth) Turbo



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