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2005-03-13 10:28:25 - ju
WRC: Grönholm und der Bremsentrick

Trotz Grippe auf Rang vier vorgefahren: Toni Gardemeister
Die knüppelharten Schotterpfade der Corona Rally Mexico sorgten für eine ereignisreiche zweite Etappe, allerdings erst ab dem vierten Rang abwärts. An der Spitze ziehen Petter Solberg im Subaru Impreza sowie das Peugeot-Doppel Marcus Grönholm und Markko Märtin einsam ihre Kreise. Weltmeister Sebastien Loeb ist weiter auf dem Vormarsch und konnte sich bereits auf den sechsten Rang verbessern.

Der neue Tag begann wie der alte aufgehört hatte: Petter Solberg war in WP sieben einmal mehr der Schnellste und vergrößerte seinen Vorsprung auf Bosse Grönholm. Der hatte sich für die heutige Etappe etwas Besonderes einfallen lassen: Um überhaupt eine Chance gegen Hollywood zu haben, musste der Löwen-Dompteur seine Bremsenprobleme zähmen. „Wir vermuten, dass aufgrund der Höhenlage unsere Bremsflüssigkeit ihren Siedepunkt zu früh erreicht“, gab Grönholm zu. „Dadurch müssen wir früher und mehr bremsen, so dass die Klötze stärker verschleissen.“ Grönholm und Beifahrer sowie Schwager Timo Rautiainen packten sich daraufhin ein Paar Akku-Schrauber und eine Kiste Bremsbeläge in den Kofferraum und bestückten vor jeder Prüfung die Bremssättel neu.

„Es ist natürlich nicht perfekt, aber wesentlich besser als noch am ersten Tag“, freute sich Grönholm nach der achten Prüfung. Denn die Arbeit wurde nicht nur mit einer Bestzeit belohnt, sondern auch mit einer Kampfansage an Solberg, der satte 7,1 Sekunden einbüßte. Fairerweise muß allerdings betont werden, dass Prüfung acht nahezu ausnahmslos bergauf führte und der Peugeot-Motor bekanntermaßen etwas mehr Power hat als der Subaru-Boxer. Mit drei Bestzeiten in Folge stellte der Norweger dann allerdings den alten Abstand wieder her und führt vor der Finaletappe mit knapp 30 Sekunden auf den Doppelweltmeister im Peugeot.

Keine Bremsenprobleme hat Markko Märtin im zweiten Peugeot. Der Este, der im Gegensatz zu Bosse einen sauberen und runden Fahrstil an den Tag legt, musste nicht in die Bremsentrickkiste greifen. Allerdings verlor Märtin auf der zweiten Etappe rund eine Minute auf Spitzenreiter Solberg und somit nahezu alle Siegeschancen. Auf den viertplatzierten Toni Gardemeister hat Märtin rund drei Minuten Vorsprung.

Der grippegeschwächte Finne zeigte im Ford Focus eine ordentliche Leistung und machte Platz um Platz gut. Einzig überhitzende hintere Stossdämpfer sorgten am Nachmittag für ein paar Sorgenfalten beim Tabellenführer. Nicht mehr dabei sind hingegen seine beiden Teamkollegen: Daniel Sola, wie Gardemeister für Marken-WM-Punkte nominiert, zerstörte seinen Focus bei einem mehrfachen Überschlag. Roman Kresta musste mit einem gebrochenen Stossdämpfer aufgeben, wird aber vermutlich zur dritten Etappe wieder antreten.

Weiter ohne WM-Punkte für seinen neuen Arbeitgeber Citroen bleibt Francois Duval. Der Belgier traf in WP neun einen Stein, der die Ölwanne zerstörte und in dessen Folge das Triebwerk seinen Dienst quittierte. Der gleiche Stein bohrte sich auch durch den Unterschutz am Mitsubishi von Harri Rovanperä, zum Glück für den Finnen ohne Folgen. Rovanperä hatte übrigens heute morgen gleich 1.20 Minuten Strafzeit kassiert wegen Überschreitung der Service-Zeit. Vor der letzten Etappe liegt Smoking-Harri nur 1,4 Sekunden hinter seinem Landsmann Gardemeister.

Unbelohnt blieb die starke Leistung von Chris Atkinson im zweiten Subaru. Nach einem Sprung – übrigens die gleiche Ecke, die im Vorjahr Sebastien Loebs Ölwanne massakrierte – beschädigte sich der Australier die Servolenkung und die vordere rechte Radaufhängung. Sieben Kilometer später verselbständigte sich das Rad und der Australier musste aufgeben. Ein Re-Start für die dritte Etappe ist allerdings geplant.

Gesamtklassement nach 12 von 14 Wertungsprüfungen:
1. P.Solberg/Mills (Subaru Impreza/P) 3:01.30,5 Stunden
2. Grönholm/Rautiainen (Peugeot 307/P) + 29,6 Sekunden
3. Märtin/Park (Peugeot 307/P) + 1.23,9 Minuten
4. Gardemeister/Honkanen (Ford Focus/M) + 4.11,5 Min.
5. Rovanperä/Pietiläinen (Mitsubishi Lancer/P) + 4.12,9 Min.
6. Loeb/Elena (Citroën Xsara/M) + 4.48,9 Min.
7. Warmbold/Orr (Ford Focus/M) + 5.20,3 Min.
8. Panizzi/Panizzi (Mitsubishi Lancer/P) + 5.44,9 Min.
9. Schwarz/Wicha (Skoda Fabia/M) + 6.44,5 Min.
15. Paasonen/Vainikka (Skoda Fabia/M) + 28.01,0 Min.
M= Michelin, P=Pirelli

wichtige Ausfälle:
WP 11: Pons/Cruz (Peugeot 206) Motor
WP 11: Sola/Amigo (Ford Focus/M) Überschlag
vor WP 10: Duval/Prevor (Citroën Xsara/M) Motorschaden
WP 9: Kresta/Mozny (Ford Focus/M) Stossdämpferaufhängung gebrochen – Re-Start Etappe 3 geplant
WP 9: Atkinson/MacNeall (Subaru Impreza/P) Servolenkung/Rad verloren - Re-Start Etappe 3 geplant
WP 2: Paasonen/Vainikka (Skoda Fabia/M) Unfall – Re-Start Etappe 2

JWRC-Klassement nach 12 von 14 Wertungsprüfungen:
1. Wilks/Pugh (Suzuki Ignis) + 3:16.56,4 Stunden
2. Cecchettini/Daddoveri (Fiat Punto) + 24.18,3 Minuten
3. Valousek/Scalvini (Suzuki Ignis) + 36.55,9 Min.

JWRC-Ausfälle:
WP 11: Andersson/Andersson (Suzuki Ignis) Motor - Re-Start Etappe 3 geplant
WP 9: Rautenbach/Williamson (Citroen Saxo) technischer Defekt - Re-Start Etappe 3 geplant



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