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2005-03-12 10:22:55 - ju
WRC: Neuer Subaru diktiert auf Anhieb das Tempo

Guter erster Tag für Peugeot: Grönholm (Foto) ist zweiter, Märtin dritter
So hatte sich Petter Solberg das vorgestellt: Drei von sechs möglichen Bestzeiten bei der Corona Rally Mexico und nach dem ersten Tag locker in Führung. „Wobei ich allerdings überrascht bin, wie viel Vorsprung wir haben“, musste der Norweger im Etappenziel zugeben. „Unser neuer Impreza ist wirklich spitze, ich bin sehr zufrieden.“ Verfolgt wird der Frauenschwarm vom Peugeot-Duo Marcus Grönholm und Markko Märtin, die mit 20 sowie 30 Sekunden Abstand folgen. WM-Spitzenreiter Toni Gardemeister (Ford Focus) ist nur zehnter.

Weltmeister Sebastien Loeb bleibt in Mexico vom Glück verlassen. Nach dem Ausfall vom Vorjahr - Motorschaden nach Ölwannenbeschädigung – trat dieses Problem im Shakedown erneut auf. Das Citroen-Team musste das Triebwerk wechseln und kassierte dafür eine 10.000 Dollar-Geldstrafe, denn seit Beginn dieser Saison müssen Motoren zwei WM-Läufe halten. Das gleiche Malheur hatten übrigens auch die Mitsubishi-Piloten Harri Rovanperä und Gilles Panizzi, Skoda-Werkspilot Jani Paasonen und Conrad Rautenbach im Citroen Saxo aus der JWRC, die ausnahmslos auf den harten und ausgewaschenen Schotterpfaden ihre Ölwannen bzw. Motoren beschädigten.

WM-Spitzenreiter Toni Gardemeister erlebte einen ereignisreichen, aber nicht gerade erfolgreichen ersten Rallye-Tag. Den Finnen plagt eine Grippe, welches sich auf Konzentration und Kondition auswirkt. Der Ford-Pilot musste als erster Starter die jeweiligen Prüfungen eröffnen und haderte mit der rolligen Oberschicht. Zu allem Übel drehte sich Gardemeister in der fünften Prüfung und büßte weitere 15 Sekunden ein. Mehr als Platz zehn war somit nach der ersten Etappe nicht möglich. Teamkollege Daniel Sola ist trotz der besseren Startposition auch nur achter.

Das Beste aus seiner vermeintlich ungünstigen zweiten Startposition hat Markko Märtin gemacht: Der Este kommt mit dem Peugeot 307 immer besser zurecht, markierte in WP drei sogar eine Bestzeit und hat mit nur 30,9 Sekunden Rückstand noch intakte Siegeschancen. Teamkollege Marcus Grönholm war sogar zweimal der Schnellste, obwohl der zweifache Weltmeister von massiven Bremsenproblemen heimgesucht wurde. „Beim Mittagsservice haben wir den kompletten Bremsenkreislauf und die -anlage erneuert, aber viel besser geht es trotzdem nicht“, ärgerte sich „Bosse“.

Für „Hollywood“ Solberg verlief das Drehbuch des ersten Tages nach Plan. Der neue Impreza läuft richtig gut und auch bei der Reifenwahl hatte die Mannschaft aus Banbury das richtige Näschen: Als einziges Pirelli-Team setzte man auf tiefere Profilrillen. Und Teamkollege Chris Atkinson, von Teamchef David Lapworth bereits heute als Entdeckung des Jahres tituliert, überzeugte bei seinem WRC-Schotter-Debüt. Rang fünf und weniger als eine Minute Rückstand zeugen vom Potential des 25jährigen Australiers.

Sebastien Loeb war in der Auftaktprüfung Zweitschnellster, doch auf der Verbindungsetappe (!) zu WP zwei brach die Stossdämpferaufhängung hinten rechts. Fast vier Minuten verlor der Franzose insgesamt bis zum Service vor WP vier, den er übrigens nur auf drei Rädern, mit Polizei-Eskorte und Beifahrer Daniel Elena in Schmiermaxemanier aus dem Fahrerfenster hängend, erreichte. Da im Service neben der Aufhängung auch das Getriebe gewechselt und die Reparaturzeit überschritten wurde, kassierte Loeb weitere 20 Strafsekunden.

Nach den Problemen im Shakedown entschied sich die Mitsubishi-Mannschaft, die beiden Lancer höher zu legen. „Dadurch ist speziell die Hinterachse sehr nervös geworden“, ärgerte sich Rovanperä, der das Tempo an der Spitze nicht ganz mitgehen konnte. „Aber besser ein kritisches Fahrverhalten als eine durchgeschlagene Ölwanne.“ Keinen Grund zum Jubeln fand das Skoda-Team für den neuen Fabia WRC. Jani Paasonen, immerhin sechster auf der ersten Prüfung, setzte seinen Boliden hundert Meter vor dem Ziel von WP zwei in eine Felswand. Armin Schwarz erreichte zwar das Etappenziel ohne Kaltverformungen, war aber einmal mehr nicht in der Lage, das Tempo der anderen Werks-WRC mitzugehen.

Gesamtklassement nach 6 von 14 Wertungsprüfungen:
1. P.Solberg/Mills (Subaru Impreza/P) 1:23.56,0 Stunden
2. Grönholm/Rautiainen (Peugeot 307/P) + 20,5 Sekunden
3. Märtin/Park (Peugeot 307/P) + 30,9 Sek.
4. Duval/Prevor (Citroën Xsara/M) + 33,9 Sek.
5. Atkinson/MacNeall (Subaru Impreza/P) + 50,6 Sek.
6. Kresta/Mozny (Ford Focus/M) + 1.16,8 Minuten
7. Rovanperä/Pietiläinen (Mitsubishi Lancer/P) + 1.19,6 Min.
8. Sola/Amigo (Ford Focus/M) + 1.29,3 Min.
9. Warmbold/Orr (Ford Focus/M) + 1.36,2 Min.
10. Gardemeister/Honkanen (Ford Focus/M) + 1.36,9 Min.
11. Panizzi/Panizzi (Mitsubishi Lancer/P) + 1.56,6 Min.
12. Schwarz/Wicha (Skoda Fabia/M) + 2.54,1 Min.
13. Pons/Cruz (Peugeot 206) + 3.03,8 Min.
15. Loeb/Elena (Citroën Xsara/M) + 4.21,1 Min.
M= Michelin, P=Pirelli

wichtige Ausfälle:
WP 2: Paasonen/Vainikka (Skoda Fabia/M) Unfall – fährt vielleicht an Tag 2 weiter

JWRC-Klassement nach 6 von 14 Wertungsprüfungen:
1. Wilks/Pugh (Suzuki Ignis) + 1:30.52,3 Stunden
2. Andersson/Andersson (Suzuki Ignis) + 43,3 Sekunden
3. Cecchettini/Daddoveri (Fiat Punto) + 14.02,3 Minuten
4. Rautenbach/Williamson (Citroen Saxo) + 25.39,4 Min.
5. Valousek/Scalvini (Suzuki Ignis) + 29.46,9 Min.



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