Rallye nat.: Andreas Kramer siegt bei der Rallye Heidenrod
Behielt im Schneesturm den besten Durckblick: Andreas Kramer mit dem Ruck-Opel Manta
Motorsport vom Allerfeinsten bot einmal mehr die Rallye Heidenrod des MSC Zorn rund um Obertiefenbach. Nach sechs Wertungsprüfungen feierte Andreas Kramer seinen bisher größten Erfolg mit dem Gesamtsieg. Am Steuer des Ruck-Opel Manta hatte der Taunus Racing-Pilot 24 Sekunden Vorsprung auf Frank Kaiser im Opel Kadett E. Dritter wurde Mario Urban im Italo-BMW M3.
Sechs Fahrer – davon einmal zeitgleich - teilten sich die Bestzeiten auf den sechs Prüfungen. Bei winterlichen Bedingungen wahr schnell klar, das nicht unbedingt der Schnellste gewinnt, sondern der, der mit kühlen Kopf und der richtigen Taktik zu Werke geht. Jede Menge Eisplatten auf vermeintlich schwarzem Asphalt auf Hauptstraßen, dazu reichlich Schnee und Eis auf Feldwegen und Schneesturm auf den letzten beiden Wertungsprüfungen stellten die 36 Teams vor größte Anforderungen. Dank perfekter Organisation und überwiegend bestens motivierter Piloten erlebten die Zuschauer – Beobachter sprachen von mehr Fans als bei einem DM-Lauf – eine phantastische Winterrallye.
Topfavorit Markus Daffner landete gleich nach dem Start der Auftaktprüfung im Acker und versenkte den Mazda 323 noch vor dem Ziel endgültig im Unterholz. Markenkollege Thomas Weit gesellte sich in der gleichen Ecke kameradschaftlich dazu. Somit war die Allradfraktion schon fast zur Hälfte draussen, ehe es kaum losgegangen war. Altmeister Volker Arnold im Lancia Delta und Rüdiger Arzt im dritten Mazda ließen es zu vorsichtig angehen und hatten bald das Nachsehen gegenüber der Zweirad-Konkurrenz. Lokalmatador Rainer Thiel, der mit seinem allradgetriebenen Fiat Panda den PS-stärkeren Wettbewerbern den Auspuff zeigen wollte, rasierte mehrere Strohballen und sorgte im Mazda-Unterholz für eine größere Markenvielfalt.
Andreas Lichtenecker markierte im BMW 318iS in Cup-Spezifikation – mit 75prozentiger Sperre – die erste Bestzeit. In WP zwei war Norbert Schneider (Opel Manta) der Schnellste und übernahm die Führung. Lange konnte sich der Taunus Racing-Boss hierüber nicht freuen, denn in WP drei landete Schneider im Graben und verlor mehrere Minuten und alle Siegeschancen. Freude dennoch bei den Opel-Fans, denn mit Andreas Kramer im Ruck-Manta übernahm ein weiterer Rüsselsheimer das Kommando. Lichtenecker büßte übrigens ebenfalls rund eine Minute in einem WP 3-Graben ein und musste sich im Ziel mit Rang acht zufrieden geben. Rang zwei wäre möglich gewesen.
Mit einer Bestzeit in Prüfung drei hatte Frank Kaiser für Aufsehen gesorgt, klebte doch auf der Tür seines Opel Kadett E die hohe Start-Nummer 34. Aber der Pilot vom MSC Rettert kam mit den winterlichen Bedingungen bestens zurecht und war der einzige Frontkratzer, der das Tempo der im Schnee vermeintlich bevorteilten Hecktriebler mitgehen konnte.
Kramer erhöhte in WP vier den Druck, knöpfte Kaiser vier Sekunden ab und baute seinen Vorsprung auf nun elf Sekunden aus. Mit zwei weiteren Sekunden viel in WP fünf eine Vorentscheidung zu Gunsten des Ruck-Piloten. Die Bestzeit ging dieses Mal an Mario Urban, der mit seinem recht seriennahen BMW 320iS während der Rallye immer schneller wurde.
In der fünften Kurve der letzten Prüfung fiel dann die Entscheidung, als Frank Kaiser kurz von der Strecke abkam und sich in einem gefrorenen Acker den rechten Vorderreifen beschädigte. Der Opel Kadett-Pilot war 13 Sekunden langsamer als Urban, konnte aber mit knappen vier Sekunden den zweiten Gesamtrang verteidigen. Mit seiner ersten Bestzeit schob sich Volker Arnold noch auf den vierten Rang vor, während Rüdiger Arzt aufgrund eines Drehers in der Finalprüfung drei Ränge einbüßte und nur siebter wurde.